Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

wir blicken auf ein besonders dynamisches und wachstumsstarkes Geschäftsjahr bei Sartorius zurück. Das Unternehmen hat sich in beiden Sparten und allen Regionen sehr gut entwickelt und seine Ertragsstärke weiter ausgebaut. Mit Blick auf das Geschäftsportfolio wurden der vor Jahresfrist angekündigte Verkauf der Sparte Industrial Technologies wie geplant im Februar vollzogen und zwei kleinere Unternehmen im Jahresverlauf hinzugekauft. Zudem hat Sartorius seine unterjährig angehobenen Finanzziele erreicht bzw. teilweise übertroffen.

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2015 intensiv mit der Lage und den Perspektiven der Gesellschaft befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und die uns nach Gesetz und Unternehmenssatzung zugewiesenen Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand informierte uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der strategischen Weiterentwicklung und den Gang der Geschäfte in den Sparten, über die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage, über das Risikomanagement, die internen Kontrollsysteme sowie die Compliance. Die bedeutenden Geschäftsvorgänge der Gesellschaft wurden sowohl im jeweils zuständigen Ausschuss als auch im Plenum auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Soweit unser Votum erforderlich war, haben wir dies nach gründlicher Prüfung der Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands abgegeben.

Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von Offenheit, konstruktivem Dialog und Vertrauen geprägt.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat trat im Berichtsjahr zu vier ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen zusammen. An diesen Sitzungen nahm auch der Vorstand teil, sofern es nicht um dessen Angelegenheiten ging. Wir haben regelmäßig über die Umsatz-, Ertrags- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns beraten, uns mit der finanziellen Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften befasst sowie strategische Projekte diskutiert.

In der Bilanzsitzung am 24. Februar 2015 billigten wir nach umfassender Beratung und auf Basis des Berichts des Auditausschusses sowie der bei diesem Tagesordnungspunkt anwesenden Abschlussprüfer den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014. Darüber hinaus wurden die Tagesordnung mit den Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung 2015 und der Gewinnverwendungsvorschlag eingehend besprochen und verabschiedet. In diesem Zusammenhang beschloss der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Auditausschusses, der Hauptversammlung die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG als neuen Abschlussprüfer vorzuschlagen. Weiterhin wurde die Anpassung der Vorstandsvergütung im Jahr 2015 festgelegt. Überdies informierte uns der Vorstand über den Verhandlungsstand bei Akquisitionsprojekten, gab einen Fortschrittsbericht zu verschiedenen operativen Maßnahmen zur Unterstützung des starken Wachstums der Bioprocess-Sparte und berichtete zum Stand der laufenden Investitionsvorhaben am Standort Göttingen.

In der Sitzung am 9. April 2015 befassten wir uns eingehend mit dem geplanten Erwerb der BioOutsource Ltd. und gaben unsere Zustimmung zu dieser Transaktion. Überdies wurde das Budget für das Jahr 2015 beschlossen, das nach dem Verkauf der Sparte Industrial Technologies noch einmal überarbeitet worden war. Ebenso passten wir die Jahresziele für den Vorstand dem aktualisierten Budget an.

Im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 18. Mai billigte der Aufsichtsrat nach eingehender Information durch den Vorstand den Zukauf der Cellca GmbH. Weiterhin berichtete der Vorstand über verschiedene M&A-Transaktionen im Bioprocess-Markt.

Gegenstand einer weiteren außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 15. Juni 2015 waren Rechtsangelegenheiten sowie der Fortschritt bei der Umsetzung der Akquisitionsprojekte.

Am 30. August und 1. September 2015 kam der Aufsichtsrat zu einer zweitägigen Sitzung am Konzernstandort Aubagne zusammen, die schwerpunktmäßig der Unternehmensstrategie gewidmet war. Nach einem Review der Periode 2012 bis 2015 standen vor allem die Produkt- und Marktstrategien bis zum Jahr 2020 im Vordergrund der Beratungen. In seinem Bericht ging der Vorstand auch auf die Planung der weltweiten Produktionskapazitäten ein und gab uns einen Überblick über die mittelfristigen Zielsetzungen und Initiativen der Bereiche Finanzen, IT und HR. Zudem informierten wir uns auf Basis eines Berichts des Auditausschusses über Themen des Risikomanagements und der internen Revision. In einem weiteren Tagesordnungspunkt befassten wir uns mit der Umsetzung des Gesetzes zur Geschlechterquote bei Sartorius und fassten die geforderten Beschlüsse, die in der „Erklärung zur Unternehmensführung“ dieses Geschäftsberichts ausführlich dargelegt sind. Überdies gab der Aufsichtsratsvorsitzende einen Überblick über die Neuregelungen beim Corporate Governance Kodex sowie beim Abschlussprüfer-Reformgesetz.

Auch in der Sitzung am 8. Dezember 2015 standen Themen der Corporate Governance auf der Agenda, die eingehend diskutiert wurden. Nach Beratung verabschiedeten wir die Entsprechenserklärung gemäß Corporate Governance Kodex. Diese bestätigt, dass Sartorius den Empfehlungen des aktuellen Kodexes vollumfänglich nachkommt. Weiterhin aktualisierten wir die Geschäftsordnungen von Aufsichtsrat und Vorstand und beschäftigten uns mit den Ergebnissen der Effizienzprüfung der Aufsichtsratsarbeit. In einem weiteren Tagesordnungspunkt informierte uns der Vorstand über den Stand der Implementierung des neuen konzernweiten ERP-Systems und weiteren Projekten, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der Sartorius 2020-Strategie stehen. Zudem beschlossen wir das vom Vorstand vorgelegte Budget für das Jahr 2016. Vor dem Hintergrund der im Jahresverlauf erneut deutlich gestiegenen Kurse der Sartorius-Aktien erörterten wir überdies die Möglichkeit, eine Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln durch Ausgabe neuer Aktien („Aktiensplit“) vorzuschlagen.

Die Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit im Aufsichtsrat wird durch vier Ausschüsse unterstützt. Die Ausschüsse bereiten Themen vor, die anschließend im Aufsichtsratsplenum behandelt werden, und treffen, soweit zulässig, im Einzelfall Entscheidungen an Stelle des Plenums. Die Ausschussvorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen.

Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr zu sechs Sitzungen zusammen. Gegenstand der Beratungen waren verschiedene strategische Maßnahmen der Gesellschaft. Weiterhin befasste sich der Ausschuss mit Vorstandsangelegenheiten und bereitete die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung vor. Zudem informierte sich der Ausschuss über die Fortschritte bei verschiedenen Konzernprojekten. Überdies befasste sich das Gremium eingehend mit der Nachfolgeplanung für die oberen Führungskräfte sowie den Änderungen des Corporate Governance Kodex in Vorbereitung auf die Beschlüsse im Aufsichtsratsplenum.

Der Auditausschuss hielt im Berichtsjahr fünf Sitzungen ab. Der Ausschuss bereitete die Entscheidungen des Plenums über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses des Jahres 2014 vor und behandelte die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte 2015. Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung der Wirksamkeit der internen Revision, des konzernweiten Risikomanagement- und internen Kontrollsystems sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Compliance. Zudem erörterte der Ausschuss Themen der Konzernfinanzierung.

Der Ausschuss beschäftigte sich darüber hinaus mit dem Bericht der internen Revision, der keine wesentlichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsabläufen aufzeigte, sowie mit den Planungen der Revision für die Folgemonate. Im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2015 überzeugte er sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich mit der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte.

Der Nominierungsausschuss tagte im vergangenen Geschäftsjahr einmal. In dieser Sitzung stellten wir erste Überlegungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats mit Blick auf die in der Hauptversammlung 2017 anstehenden Aufsichtsratswahlen an. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz musste nicht einberufen werden.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 und der Lagebericht der Sartorius AG wurden von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Auditausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 9. April 2015 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. An den Sitzungen des Auditausschusses am 24. Februar 2016 sowie des Aufsichtsrats am 25. Februar 2016 nahmen die Abschlussprüfer teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfungen. Es bestand ausreichend Zeit, etwaige Fragen ausführlich mit den Abschlussprüfern zu erörtern. Die Unterlagen sowie die Prüfungsberichte waren allen Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht zugesandt worden und wurden in den genannten Sitzungen ausführlich besprochen. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 25. Februar 2016 gemäß der Empfehlung des Auditausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 7. April 2016 vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 1,52 € je Vorzugsaktie und von 1,50 € je Stammaktie an die Anteilseigner auszuschütten.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2015 gab es weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand personelle Veränderungen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement und die außerordentlich erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Er dankt allen Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen, das sie dem Unternehmen erneut entgegengebracht haben.

 

München, im Februar 2016

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot

Vorsitzender