Geschäftsentwicklung Lab Products & Services

  • Solides Umsatzwachstum im Rahmen der Erwartungen
  • Starke Nachfrage insbesondere nach Laborverbrauchsmaterialien
  • Ausbau von Direktvertrieb mit Großkunden und eBusiness

 

Kennzahlen

in Mio. €20152014Δ in %
Umsatz305,5275,55,01)
Auftragseingang302,8276,53,71)
Underlying EBITDA48,841,218,4
in % vom Umsatz
16,015,0
Mitarbeiter per 31.12.2.1552.0843,4

Produkte für Qualitätssicherungs- und Forschungslabore

Laborwaagen für sichere und komfortable Wägeprozesse


Die leichteste und kleinste elektronische Pipette auf dem Markt


Einwegbasiertes Filtersystem zur Probenvorbereitung


Laborwassergeräte mit Einwegbeutel- System zur Aufbewahrung von Reinwasser


Innovatives Agar- und Membrantransfersystem für die mikrobiologische Kontrolle


Membranfilter-System zur Sterilitätsprüfung von Parenteralia

Umsatz

Die Sparte Lab Products & Services verbuchte in der Berichtsperiode einen Umsatzanstieg um 10,9 % von 275,5 Mio. € auf 305,5 Mio. €. Der wechselkursbereinigte Anstieg von 5,0 % lag am oberen Ende der zur Jahresanfang kommunizierten Prognose. Insbesondere bei Laborverbrauchsmaterialien wie Laborfiltern und mikrobiologischen Tests verzeichneten wir eine starke Nachfrage.

Umsatz und Auftragseingang

in Mio. €20152014in %
nomi
nal
in %
wb
Umsatz305,5275,510,95,0
Auftragseingang302,8276,59,53,7

Alle nachfolgend dargestellten Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt, sofern nicht anderweitig angegeben.

In der Region EMEA, der mit einem Anteil von etwas über 50 % umsatzstärksten Region, erzielte die Sparte trotz des moderaten Wirtschaftswachstums im Berichtsjahr einen Zuwachs von 2,9 % auf 155,9 Mio. € (nominal + 2,9 % gegenüber 151,5 Mio. €). Die Region Asien | Pazifik, die für rund 29 % des Geschäfts der Sparte Lab Products & Services steht, zeigte mit einer Steigerung von 11,4 % auf 88,4 Mio. € die größte Wachstumsdynamik (nominal + 22,2 % gegenüber 72,4 Mio. €). Unter anderem wirkte sich die Einführung neuer Produkte positiv auf die Entwicklung in dieser Region aus. In Amerika, das rund 20 % der Umsätze generierte, lag der Umsatz mit 61,2 Mio. € leicht um 1,8 % über dem hohen Niveau des Vorjahres (nominal + 18,5 % gegenüber 51,7 Mio. €).

Ergebnis

Die Sparte Lab Products & Services konnte ihr Ergebnis in der Berichtsperiode deutlich steigern. So stieg das underlying EBITDA um 18,4 % von 41,2 Mio. € auf 48,8 Mio. €. Die underlying EBITDA-Marge verbesserte sich aufgrund von Skaleneffekten wie zu Jahresbeginn prognostiziert. Inklusive Wechselkurseffekte, die sich etwa mit 0,5 Prozentpunkten positiv auswirkten, stieg sie von 15,0 % auf 16,0 %.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge Lab Products & Services

20152014
Underlying EBITDA48,841,2
Underlying EBITDA-Marge in %16,015,0

Die Sondereffekte beliefen sich im Berichtsjahr auf - 4,5 Mio. € (Vorjahr - 2,4 Mio. €).

Produkte und Vertrieb

Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich auf industrielle und akademische Forschungs- und Qualitätssicherungslabore. Sie bietet ihnen Laborinstrumente wie Laborwaagen, Pipetten und Labor- wassergeräte und ein breites Angebot an Verbrauchsmaterialien wie Laborfilter, Pipettenspitzen und mikrobiologische Tests. Umfangreiche Service-Leistungen ergänzen das Portfolio.

Die Sparte verkauft ihre Produkte über die drei Kanäle Labordistribution, Direktvertrieb und eBusiness. Der Vertrieb über den Laborfachhandel ist gut etabliert, der Direktvertrieb und die digitalen Kanäle werden kontinuierlich weiter ausgebaut.

Neue Produkte unterstützen effizientes Arbeiten

Im Geschäftsjahr hat die Sparte neue Generationen einiger Produktlinien wie Waagen, Feuchtemessgeräte, Pipetten und Laborwassergeräte in den Markt eingeführt. Außerdem hat sie ihr Angebot für die Probenvorbereitung und das Portfolio an mikrobiologischen Tests ergänzt.

Die Ansprüche an Effizienz, Sicherheit und Präzision in der Laborarbeit steigen kontinuierlich. Neue Instrumente stattet Sartorius deshalb in der Regel mit intuitiver Nutzerführung und Assistenzsystemen aus, die effizientes und fehlerarmes Arbeiten erleichtern. So verfügen zum Beispiel die im Geschäftsjahr neu eingeführten Semi-Mikrowaagen über einen Startassistenten, der das Lesen einer Gebrauchsanleitung überflüssig macht. Da Kunden aus der Pharmaindustrie eine steigende Anzahl regularischer Anforderungen einhalten müssen, hat Sartorius seine Premium-Laborwaagenreihe mit spezieller Soft- und Hardware ausgestattet. Das neue Modul bietet automatisiertes Datenmanagement, führt den Nutzer durch Einwägeprozesse und nivelliert, kalibriert und justiert die Waage automatisch.

Breites Serviceangebot

Das Spektrum der Services in der Laborsparte umfasst den gesamten Lebenszyklus der Produkte von der Installation und Inbetriebnahme von Instrumenten über deren Qualifizierung und Kalibrierung bis hin zur regelmäßigen Wartung und Reparatur. Diese Leistungen werden nicht nur für Sartorius-Instrumente, sondern auch für Geräte anderer Hersteller angeboten. Das breite Angebot erlaubt unseren Kunden, die Anzahl ihrer Dienstleister zu begrenzen, um Komplexität und Kosten zu reduzieren.

Im Berichtsjahr hat Sartorius ein neues Applikationslabor in den USA in Betrieb genommen, in dem Kunden alle Produkte auch mit eigenen Proben testen und sich in Trainings schulen lassen können.

Ausbau von Direktvertrieb und eBusiness

Sartorius hat eine gute Präsenz im globalen Labormarkt, historisch bedingt variieren die Marktanteile jedoch je nach Produktgruppe und Region. Wir sehen darin deutliches Potenzial, mit dem vorhandenen Portfolio zu wachsen. Die Sparte verfolgt deshalb auf mehrere Jahre angelegte Initiativen, um den Vertrieb weiter auszubauen.

Um Ressourcen zielgerichteter entsprechend des Kundenpotenzials steuern zu können, wurden die Vertriebsstrukturen angepasst. Durch die Übertragung administrativer Aufgaben auf den Innendienst kann sich der Außendienst noch intensiver auf den direkten Kundenkontakt konzentrieren. Das Channel Management erarbeitet spezielle länderübergreifende Programme mit großen Laborhändlern. Zudem wurde ein Account Management für Biopharma-Kunden und große Forschungseinrichtungen mit hohem Umsatzpotenzial eingeführt. Bei Pharma- und Biotechunternehmen profitiert die Laborsparte zusätzlich vom etablierten Kundenzugang der Sparte Bioprocess Solutions. In diesem Zusammenhang wurde auch in der Laborsparte das globale CRM-System in Europa implementiert. In Amerika und Asien wird es 2016 eingeführt.

Mit dem Ausbau des eBusiness verfolgen wir das Ziel, Kunden zu erreichen, die nicht direkt vom eigenen Vertrieb angesprochen werden, und Laborhändler logistisch zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur um den elektronischen Verkauf, sondern auch darum, über elektronische Kanäle ausführlicher und anschaulicher über Produkte zu informieren. Zudem nutzt die Laborsparte wie bei der neuen Marketing-Kampagne #passionforscience verstärkt digitale Kommunikationskanäle wie Social Media und Apps für den Dialog mit Kunden. Als neue Plattform für die eBusiness-Aktivitäten dient das Anfang des Jahres eingeführte webbasierte Produktinformationssystem.

Forschung und Entwicklung

Grundlegende technologische Kompetenzen liegen in Feldern wie der Wägetechnik, Mechatronik und Softwareentwicklung für die Laborinstrumentenfertigung und in den Bereichen Membrantechnologie und Spritzgussverfahren für Verbrauchsmaterialien. Weitere, komplementäre Technologieschwerpunkte wie Liquid Handling kamen in den vergangenen Jahren durch Akquisitionen hinzu. Der Großteil der F&E-Kapazitäten ist zentral am Standort Göttingen angesiedelt. Die F&E-Aktivitäten von akquirierten Unternehmen werden überwiegend weiter an den ursprünglichen Standorten betrieben.

Bei der Weiterentwicklung seiner Produkte verfolgt Sartorius das Ziel, Laboren zu helfen, effizienter zu arbeiten und behördliche Regularien einzuhalten. Zu den Schwerpunktthemen in der Produktentwicklung gehören deshalb das Datenmanagement und die Prozessautomatisierung. Bereits heute leiten beispielsweise spezielle Programme Labormitarbeiter durch Arbeitsprozesse und übermitteln die Daten an Labormanagement-Systeme. Aber auch andere Aspekte, die die Laborarbeit erleichtern, wie intuitive Bedienoberflächen oder ein ergonomisches Design der Laborinstrumente, stehen im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Sparte.

Neben den eigenen F&E-Aktivitäten kooperiert Sartorius eng mit Technologiepartnern aus Industrie und Wissenschaft. So gestaltete Sartorius als Mitglied der Arbeitsgruppe SmartLab das Labor der Zukunft mit, das bei der Laborfachmesse LABVOLUTION 2015 vorgestellt wurde. Zudem beteiligt sich die Sparte vermehrt an wissenschaftlichen Konferenzen und lädt zu eigenen Veranstaltungen ein. Ein Beispiel hierfür ist das erste "European Lab Technology Forum", das Sartorius im Herbst in Göttingen ausgerichtet hat.

Die Aufwendungen der Sparte Lab Products & Services für Forschung & Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 13,1 Mio. €, im Vorjahr waren es 11,1 Mio. €. Bezogen auf den Umsatz lag die entsprechende Quote bei 4,3 % nach 4,0 % im Vorjahr.

Produktion und Supply Chain Management

Die Sparte Lab Products & Services betreibt Werke in Deutschland, China, Finnland, Großbritannien und den USA. Als Kompetenzzentren konzentrieren sich die Werke in der Regel auf eine oder wenige Produktgruppen. So werden beispielsweise Laborwaagen in Göttingen und Peking gefertigt, die Pipetten kommen aus Helsinki und Suzhou. Kits für mikrobiologische Tests werden in Stonehouse hergestellt, membranbasierte Produkte überwiegend in Göttingen.

Bauprojekte gestartet

Im Berichtsjahr hat Sartorius in zwei neue Produktionsgebäude investiert:

Der Neubau für die Produktion von Laborinstrumenten in Göttingen schreitet planmäßig voran. Im Herbst konnte mit dem Innenausbau begonnen werden. Im Rahmen des Sartorius Campus-Projekts werden im neuen Gebäude zwei bislang getrennte Produktionsstätten zusammengeführt. Integriert werden auch ein Kalibrierzentrum, der Prototypenbau und eine Ausbildungswerkstatt.

In Stonehouse, Großbritannien, werden aufgrund der steigenden Nachfrage nach Laborverbrauchsmaterialien die Kapazitäten erweitert. Im Februar begannen die Bauarbeiten für ein neues Produktionsgebäude. An diesem Standort produziert Sartorius beispielsweise Einwegsysteme für die Zellkultivierung im Labormaßstab und Einwegtrichter für die mikrobiologische und analytische Qualitätssicherung.