Konzernstruktur und Unternehmensführung

Rechtliche Konzernstruktur

Sartorius ist ein international agierendes Unternehmen mit Tochtergesellschaften in mehr als 30 Ländern. Die Sartorius AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns und steuert als Holding die von ihr gehaltenen Beteiligungen. Die Sartorius AG hat ihren Hauptsitz in Göttingen und ist an der Deutschen Börse notiert.

Das Bioprozessgeschäft wird als Teilkonzern unter dem Dach der Sartorius Stedim Biotech S.A. geführt, die an der Euronext Paris notiert ist. Zum 31. Dezember 2015 hielt die Sartorius AG rund 74 % der Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A.

Das Laborgeschäft ist rechtlich unter der Sartorius Lab Holding GmbH zusammengefasst, an der die Sartorius AG 100 % der Anteile hält.

In den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft Sartorius AG alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen, bei denen die Sartorius AG gemäß IFRS 10 die Kontrolle ausübt.

Veränderungen im Konzernportfolio

Im Berichtsjahr hat Sartorius über den Sartorius Stedim Biotech-Teilkonzern im April bzw. Juli 2015 die Unternehmen BioOutsource Ltd. und Cellca GmbH erworben.

Die BioOutsource Ltd. mit Sitz in Glasgow, Schottland, ist auf Services in den Bereichen Bioanalytik und Biosicherheit spezialisiert und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 9 Mio. €. Die Cellca GmbH, Laupheim, Deutschland, bietet Biopharmaunternehmen Services im Bereich der Prozessentwicklung. Ihr Jahresumsatz lag bei rund 6 Mio. €. Beide Akquisitionen ergänzen das Portfolio der Sparte Bioprocess Solutions und wurden zum Stichtag der jeweiligen Transaktion erstmalig konsolidiert.

Die im Dezember 2014 angekündigte Veräußerung der Sparte Industrial Technologies wurde am 6. Februar 2015 mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2015 vollzogen. Die Mittelzuflüsse aus der Veräußerung beliefen sich auf rund 90 Mio. €.

Konzernorganisation und Konzernführung

Der Sartorius Konzern betreibt sein operatives Geschäft in zwei Sparten: Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Beide Sparten bündeln jeweils die Geschäfte nach gleichen Anwendungsfeldern und Kundengruppen. Einen Teil der Infrastruktur und zentrale Dienstleistungen nutzen die Sparten gemeinsam. Mit der dargestellten Organisation verfügt Sartorius über geeignete strukturelle Voraussetzungen, um die weitere Entwicklung des Unternehmens flexibel und erfolgreich zu gestalten.

Das zentrale Führungsgremium des Konzerns ist das Sartorius Group Executive Committee (GEC). Ihm gehören derzeit sechs Mitglieder an. Dies sind die Vorstände der Sartorius AG, die operativ tätigen Verwaltungsratsmitglieder der Sartorius Stedim Biotech S.A. sowie eine weitere Führungskraft mit übergreifender Verantwortung.

Der Sartorius Konzern ist weltweit durchgängig funktional organisiert. Dementsprechend wird die jeweilige Managementverantwortung, auch auf den Führungsebenen, die dem GEC nachgelagert sind, standort- und regionenübergreifend wahrgenommen. Die Zuständigkeit für die lokale Umsetzung der jeweiligen Strategien und Projekte liegt bei den Ländergesellschaften. Die Leitungsorgane der lokalen Gesellschaften führen ihre Unternehmen im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen, Satzungen und Geschäftsordnungen sowie nach den Regeln der bei Sartorius weltweit geltenden Grundsätze zur Unternehmensführung.

Finanzielle Steuerung und Leistungsindikatoren

Der Sartorius Konzern wird anhand einer Reihe von Kennzahlen gesteuert, die zugleich maßgeblich sind für die Ermittlung des variablen Vergütungsbestandteils von Vorstand und Führungskräften.

Als wesentliche Steuerungsgrößen für seine Volumenentwicklung verwendet Sartorius das um Effekte aus der Währungsumrechnung bereinigte Wachstum des Umsatzes.

Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Profitabilität ist das um Sondereffekte bereinigte EBITDA („underlying EBITDA“) bzw. die entsprechende Marge.

Im Hinblick auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad die wesentliche Steuerungsgröße dar. Er wird berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der letzten 12 Monate.

Darüber hinaus stellt die Investitionsquote, das heißt Investitionen im Verhältnis zum Umsatz, einen wichtigen Steuerungsparameter dar.

Ergänzend werden regelmäßig folgende finanzielle und nicht finanzielle Indikatoren berichtet:

  • Auftragseingang
  • Maßgeblicher Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
  • Jahresüberschuss | Ergebnis pro Aktie
  • Eigenkapitalquote
  • Net Working Capital
  • Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
  • Zahl der Mitarbeiter

Die jährliche Finanzprognose, die von der Unternehmensleitung zu Beginn des Jahres für den Konzern und die Sparten veröffentlicht wird, bezieht sich in der Regel auf die Umsatzentwicklung sowie die Entwicklung des underlying EBITDA. Zusätzlich werden für den Konzern die erwartete Investitionsquote und eine Richtungsprognose für den Verschuldungsgrad angegeben. Umsatz und Auftragseingang bewegen sich bei Sartorius aufgrund der Struktur des Geschäfts zumeist auf einem ähnlichen Niveau, weisen grundsätzlich keinen großen zeitlichen Versatz auf und unterliegen ähnlichen Wachstumsannahmen. Daher wird der Auftragseingang in der Regel nicht gesondert budgetiert und ist nicht Bestandteil der Finanzprognose.