Prognosebericht

Künftiges gesamtwirtschaftliches Umfeld

Auf Basis der Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die Dynamik des weltweiten Wirtschaftswachstums in 2016 an Fahrt gewinnen. Angetrieben durch die wirtschaftliche Expansion der Schwellenländer sowie eine starke US-Konjunktur wird ein Plus von 3,6 % nach 3,1 % im Vorjahr prognostiziert.

Das Wirtschaftswachstum der USA wird in 2016 laut IWF mit einem erwarteten Zuwachs von 2,8 % nach 2,6 % im Vorjahr mit nahezu unveränderter Dynamik voranschreiten. Wesentlicher Wachstumstreiber soll erneut der private Konsum sein.

Die Erholung der Eurozone dürfte auch in 2016 nur geringfügig an Fahrt gewinnen. So rechnen die Experten mit einem Zuwachs von 1,6 % gegenüber 1,5 % im Vorjahr. Auch hier sollen vor allem steigende Konsumausgaben das Wachstum stützen.

Für die Region Asien wird ein Plus von 6,4 % gegenüber 6,5 % im Vorjahr erwartet. Das Wirtschaftswachstum Chinas dürfte sich laut IWF erneut von 6,8 % im Berichtsjahr auf 6,3 % verlangsamen.

Wechselkurs- und Zinsentwicklung

Auf Basis von Expertenschätzungen sollen die Leitzinsen auch im Jahr 2016 auf sehr niedrigem Niveau verbleiben.

Die Marktprognosen bezüglich des Euro-US-Dollar-Wechselkurses für den Jahresverlauf 2016 bewegen sich zwischen 0,94 Euro | US-Dollar und 1,20 Euro | US-Dollar.

Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook Oktober 2015; Reuters Forex Poll, Dezember 2015.

Künftiges branchenspezifisches Umfeld

Pharmabranche mit solidem Ausblick

Die stetig wachsende und alternde Weltbevölkerung, der wachsende Zugang zu Gesundheitsversorgung in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie die Entwicklung neuer Medikamente, insbesondere für heute schwer zu behandelnde Krankheiten, bilden unverändert die wesentlichen Wachstumssäulen der weltweiten Pharmabranche. Demgegenüber wirken sich Patentabläufe sowie Sparmaßnahmen zur Begrenzung der Gesundheitsausgaben insbesondere in den Industrieländern dämpfend aus. Für die kommenden Jahre rechnet das Marktforschungsinstitut IMS Health mit einem durchschnittlichen Wachstum des Weltpharmamarktes von 4 % bis 7 % (2015 - 2020).

Für den weltweit größten Pharmamarkt USA wird für den Zeitraum von 2015 bis 2020 mit einem Wachstum von durchschnittlich 5 % bis 8 % gerechnet. Diese Expansion wird vor allem durch neue, innovative Medikamente, geringere Einflüsse aus Patentabläufen und die Ausweitung der staatlichen Krankenversicherung angetrieben.

Angesichts fortlaufender Sparmaßnahmen in seinen jeweiligen nationalen Gesundheitssystemen dürfte der europäische Pharmamarkt auch in den kommenden Jahren nur moderat zulegen. So wird für diese Region ein durchschnittliches Wachstum von 1 % bis 4 % bis zum Jahr 2020 prognostiziert. Demgegenüber werden die Schwellenländer (unter anderem China, Indien, Brasilien, Russland) vor dem Hintergrund demographischer Trends, steigender staatlicher Investitionen in die Gesundheitssysteme sowie höherer Ausgaben der privaten Haushalte weiter überdurchschnittlich mit etwa 7 % bis 10 % pro Jahr (2015 - 2020) wachsen.

Biopharma-Sektor wächst überdurchschnittlich

Innerhalb des Pharmamarktes wächst das Segment Biopharma seit Jahren besonders stark und dürfte nach Prognosen der Experten auch weiterhin überproportional zulegen. Es wird erwartet, dass sich der Umsatzanteil biologisch hergestellter Medikamente und Impfstoffe von derzeit rund 24 % auf circa 27 % im Jahr 2020 erhöht.

Die wesentlichen Treiber für weiteres überproportionales Wachstum liegen einerseits in der weiter fortschreitenden Marktdurchdringung bereits zugelassener Biopharmazeutika sowie der Erweiterung ihrer Indikationsgebiete. Andererseits verfügt dieses vergleichsweise junge Marktsegment über eine hohe Innovationskraft, die sich in starken Forschungs- und Entwicklungspipelines widerspiegelt. Insgesamt basieren etwa 40 % der sich in den Forschungs- und Entwicklungspipelines befindlichen Medikamente auf biologischen Herstellverfahren.

Die hohe Innovationskraft der Biotechnologiebranche insbesondere in der jüngeren Vergangenheit schlägt sich entsprechend in einer steigenden Anzahl von Produktneuzulassungen nieder. So lag die Anzahl der neu zugelassenen biologischen Arzneimittel in den USA in den letzten 5 Jahren um rund 50 % über den Zulassungen der Jahre 2006 bis 2010.

Insgesamt rechnet der Marktbeobachter Evaluate Pharma mit einem Wachstum des weltweiten Biotechnologiemarktes für den Zeitraum von 2015 bis 2020 von durchschnittlich etwa 8 % bis 9 % pro Jahr.

Starkes Wachstum des Biopharmamarktes

1) Evaluate Pharma®: World Preview 2015, Outlook to 2020; June 2015; CAGR 2014 bis 2020

Da in den kommenden Jahren eine Reihe von biologisch hergestellten Medikamenten ihren Patentschutz verlieren wird, gehen Experten von einem stark wachsenden Markt für Biosimilars aus. An der Entwicklung dieser biotechnologischen Nachahmerprodukte arbeiten gegenwärtig weltweit mehr als 200 Unternehmen in über 700 Projekten. Regulatorische, patentrechtliche und marketingseitige Unsicherheiten erschweren es jedoch, den Markteintritt dieser Medikamente vorherzubestimmen. Während der Marktanteil von Biosimilars derzeit noch recht gering ist, rechnen Experten bis zum Jahr 2020 mit einer Vervierfachung des Umsatzes auf mehr als 10 Mrd. US-Dollar.

Öffentliche Forschung: Moderates Wachstum erwartet

Die Nachfrage des öffentlichen Sektors dürfte im Jahr 2016 insgesamt nur leicht zulegen. Für die USA, den weltweit größten Markt für Laborprodukte, erwartet Frost & Sullivan einen Zuwachs von etwa 2 %. In Europa ist angesichts des vergleichsweise moderaten Wirtschaftswachstums mit einer Nachfrage nur leicht über Vorjahresniveau zu rechnen. Unterstützend dürfte sich das EU-weite Forschungs- und Entwicklungsprogramm Horizon 2020 auswirken, das für den Zeitraum von 2014 bis 2020 insgesamt 80 Mrd. € zur Verfügung stellt.

Chemiebranche mit geringem Wachstum

Für das laufende Jahr rechnet das American Chemistry Council mit einem globalen Produktionszuwachs von etwa 3,3 % gegenüber 2,8 % in 2015. Für den Europäischen Markt wird ein moderater Produktionszuwachs von etwa 1,5 % prognostiziert.

Quellen: IMS: IMS Health Market Prognosis, May 2015; Evaluate Pharma: World Preview 2015, Outlook to 2020, June 2015; Frost & Sullivan: 2015 Annual Report: Forecast and Analysis of the Global Market for Laboratory Products, November 2015; www.fda.gov; Citi Research: Biosimilars: Real, Dangerous, Coming Soon, February 2015; Bernstein: Biosimilars: Who is doing what?, November 2015; Cefic: 2015 Cefic General Assembly, October 2015; American Chemistry Council: Year-End 2015 Chemical Industry Situation and Outlook, December 2015.

Ausblick 2016

Beim Ausblick für das Jahr 2016 wurden das Branchenumfeld, konjunkturelle Trends sowie die im Bericht beschriebenen Chancen- und Risikopotenziale berücksichtigt. Unter der Annahme, dass wir die für Sartorius relevanten Trends zutreffend antizipiert haben, geben wir folgende Prognose:

Sartorius Konzern

Sartorius erwartet für das Jahr 2016 eine Fortsetzung der dynamischen Geschäftsentwicklung. So soll sich der Umsatz des Konzerns auf Basis konstanter Wechselkurse um etwa 10 % bis 14 % erhöhen.

Mit Blick auf die Profitabilität gehen wir davon aus, dass die underlying EBITDA-Marge auf Basis konstanter Wechselkurse um etwa einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahreswert von 23,6 % zulegt. Der Anstieg der Marge dürfte dabei zu etwa gleichen Anteilen aus Skaleneffekten sowie aus den günstigen Wechselkursveränderungen im Vorjahr resultieren, die sich aufgrund von Währungssicherungsgeschäften erst zeitverzögert vollständig auswirken.

Mit Bezug auf die Finanzlage gehen wir davon aus, dass der dynamische Verschuldungsgrad, der zum Jahresende 2015 bei 1,3 lag, zum Ende des laufenden Jahres unterhalb dieses Wertes liegt. Mögliche Akquisitionen sind dabei nicht berücksichtigt.

Weiterhin plant Sartorius für das Jahr 2016 mit Investitionen in Höhe von etwa 10 % des Umsatzes. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bleiben auch im laufenden Jahr die Zusammenführung und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen sowie der Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten und der IT-Infrastruktur.

Spartenprognosen

Für die Sparte Bioprocess Solutions erwartet die Unternehmensleitung auch für das Jahr 2016 deutliche Zuwächse. So soll sich der Umsatz um etwa 13 % bis 17 % erhöhen und die underlying EBITDA-Marge gegenüber dem Vorjahreswert von 26,5 % um rund einen Prozentpunkt steigen.

Die Sparte Lab Products & Services ist teilweise von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig. Für diese Sparte rechnet das Management unter der Annahme eines insgesamt stabilen konjunkturellen Umfelds mit einem Umsatzzuwachs von etwa 3 % bis 7 % und einer Steigerung der underlying EBITDA-Marge von 16,0 % im Vorjahr um etwa einen Prozentpunkt (Prognosen für die Sparten auf Basis konstanter Wechselkurse).