Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

erneut blicken wir auf ein sehr wachstumsstarkes Geschäftsjahr bei Sartorius zurück. Das Unternehmen hat sich in beiden Sparten und allen Regionen gut entwickelt und seine unterjährig angehobenen Finanzziele vollumfänglich erreicht. Um die schnelle Expansion zu unterstützen, wurde an mehren Standorten in zusätzliche Produktionskapazitäten und die IT-Infrastruktur investiert. Mit Blick auf das Geschäftsportfolio gelangen zur Jahresmitte zwei strategisch wichtige Akquisitionen in der Laborsparte, weiterhin wurde ein kleinerer Zukauf in der Bioprozess-Sparte vorgenommen.

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2016 intensiv mit der Lage und den Perspektiven der Gesellschaft befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und die uns nach Gesetz und Unternehmenssatzung zugewiesenen Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand informierte uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der strategischen Weiterentwicklung und den Gang der Geschäfte in den Sparten, über die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage, über das Risikomanagement, die internen Kontrollsysteme sowie die Compliance. Die bedeutenden Geschäftsvorgänge der Gesellschaft wurden sowohl im jeweils zuständigen Ausschuss als auch im Plenum auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Soweit unser Votum erforderlich war, haben wir dies nach gründlicher Prüfung der Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands abgegeben.

Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von Offenheit, konstruktivem Dialog und Vertrauen geprägt.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat trat im Berichtsjahr zu vier ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen zusammen. An diesen Sitzungen nahm auch der Vorstand teil, sofern es nicht um dessen Angelegenheiten ging. Wir haben regelmäßig über die Umsatz-, Ertrags- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns beraten, uns mit der finanziellen Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften befasst sowie strategische Projekte diskutiert.

In der Bilanzsitzung am 25. Februar 2016 billigten wir nach umfassender Beratung und auf Basis des Berichts des Auditausschusses sowie der bei diesem Tagesordnungspunkt anwesenden Abschlussprüfer den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015. Darüber hinaus wurden die Tagesordnung mit den Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung 2016 und der Gewinnverwendungsvorschlag eingehend besprochen und verabschiedet. In diesem Zusammenhang beschloss der Aufsichtsrat auch, der Hauptversammlung vorzuschlagen, eine Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln zur Durchführung eines Aktiensplits vorzunehmen, der dann im Juni 2016 plangemäß durchgeführt wurde. Weiterhin wurde die Anpassung der Vorstandsvergütung für das Berichtsjahr festgelegt. Überdies informierte uns der Vorstand über den Verhandlungsstand bei verschiedenen Akquisitionsprojekten und gab einen Fortschrittsbericht zu Investitionsmaßnahmen und IT-Projekten.

In der Sitzung am 7. April 2016 befassten wir uns eingehend mit dem geplanten Erwerb des amerikanischen Unternehmens kSep Systems, eine sehr gute Ergänzung des Bioprozess-Portfolios, und gaben unsere Zustimmung zu dieser Transaktion. Zudem berichtete der Vorstand über die laufenden Investitionsvorhaben.

Im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 20. Mai 2016 informierte der Vorstand eingehend über den Sachstand und aktuelle Entwicklungen bei verschiedenen Akquisitionsprojekten.

Mögliche Zukäufe standen auch im Mittelpunkt einer weiteren außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 6. Juni 2016. Nach eingehender Befassung billigte der Aufsichtsrat die Akquisitionen der beiden Firmen IntelliCyt und ViroCyt, die beide das Produktportfolio der Sparte Lab Products & Services komplementär ergänzen.

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am 1. September 2016 befassten wir uns im Schwerpunkt mit dem Umsetzungsstand und der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie sowie der Strategie beider Sparten. Auf Basis einer ausführlichen Präsentation wurden Optionen erörtert, die das Kerngeschäft der Bioprozess-Sparte weiter stärken und die Laborsparte noch stärker auf das attraktive Pharmasegment ausrichten. Ein weiteres Thema war eine Überprüfung der administrativen Funktionen des Unternehmens. Zudem gab der Vorstand einen Überblick über die Erweiterung der Konzernzentrale auf dem Sartorius Campus, die damit einhergehende Aufgabe des ehemaligen Stammwerks sowie Überlegungen zur Nachnutzung dieses Areals unter einem neuen Eigentümer. In diesem Zusammenhang beschloss der Aufsichtsrat die Veräußerung des entsprechenden Grundstücks. Auf der Grundlage eines Berichts des Nominierungsausschusses befassten wir uns weiterhin mit den Wahlvorschlägen für die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat und beschlossen die entsprechenden Personalvorschläge an die Hauptversammlung 2017. Ein weiteres Thema war die Überprüfung der Vorstandsvergütung mit Blick auf deren Marktüblichkeit sowie die Gehaltsstruktur innerhalb des Unternehmens.

In der Sitzung am 8. Dezember 2016 standen Themen der Corporate Governance auf der Agenda, die eingehend diskutiert wurden. Nach Beratung verabschiedeten wir die Entsprechenserklärung gemäß Corporate Governance Kodex, die bestätigt, dass Sartorius den Empfehlungen des aktuellen Kodexes vollumfänglich nachkommt. Überdies gab der Aufsichtsratsvorsitzende einen Überblick über die aktuellen Regelungen der Marktmissbrauchsverordnung, und wir diskutierten die Ergebnisse der Effizienzprüfung der Aufsichtsratsarbeit. In einem weiteren Tagesordnungspunkt informierten wir uns über den Stand der Implementierung des neuen konzernweiten ERP-Systems und weiteren Projekten, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung verschiedener Geschäftsprozesse stehen. Zudem beschlossen wir das vom Vorstand vorgelegte Budget für das Jahr 2017.

Die Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit im Aufsichtsrat wird durch vier Ausschüsse unterstützt. Die Ausschüsse bereiten Themen vor, die anschließend im Aufsichtsratsplenum behandelt werden, und treffen, soweit zulässig, im Einzelfall Entscheidungen an Stelle des Plenums. Die Ausschussvorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen.

Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr zu acht Sitzungen zusammen. Gegenstand der Beratungen waren verschiedene strategische Maßnahmen der Gesellschaft. Weiterhin befasste sich der Ausschuss mit Vorstands- und Personalangelegenheiten, insbesondere wurden die für das Jahr 2017 anstehende Neubesetzung einer Vorstandsposition sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung vorbereitet. Zudem informierte sich der Ausschuss über die Fortschritte bei verschiedenen Konzernprojekten. Überdies befasste sich das Gremium eingehend mit der Nachfolgeplanung für die oberen Führungskräfte sowie den Änderungen des Corporate Governance Kodex in Vorbereitung auf die Beschlüsse im Aufsichtsratsplenum.

Der Auditausschuss hielt im Berichtsjahr vier Sitzungen ab. Der Ausschuss bereitete die Entscheidungen des Plenums über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses des Jahres 2015 vor und behandelte die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte 2016. Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung der Wirksamkeit der internen Revision, des konzernweiten Risikomanagement- und internen Kontrollsystems sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Compliance. Zudem erörterte der Ausschuss Themen der Konzernfinanzierung.

Der Ausschuss beschäftigte sich darüber hinaus mit dem Bericht der internen Revision, der keine wesentlichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsabläufen aufzeigte, sowie mit den Planungen der Revision für die Folgemonate. Im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2016 überzeugte er sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich mit der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte.

Mit Blick auf die in der Hauptversammlung 2017 anstehenden Aufsichtsratswahlen konkretisierte der Nominierungsausschuss seine bereits im Vorjahr angestellten Überlegungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Nach intensiver Befassung wurden die entsprechenden Wahlvorschläge im Rahmen einer Sitzung vorbereitet. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz musste nicht einberufen werden.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 und der Lagebericht der Sartorius AG wurden von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Auditausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 7. April 2016 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. An den Sitzungen des Auditausschusses am 20. Februar 2017 sowie des Aufsichtsrats am 21. Februar 2017 nahmen die Abschlussprüfer teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfungen. Es bestand ausreichend Zeit, etwaige Fragen ausführlich mit den Abschlussprüfern zu erörtern. Die Unterlagen sowie die Prüfungsberichte waren allen Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht zugesandt worden und wurden in den genannten Sitzungen ausführlich besprochen. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 21. Februar 2017 gemäß der Empfehlung des Auditausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 6. April 2017 vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 0,46 € je Vorzugsaktie und von 0,45 € je Stammaktie an die Anteilseigner auszuschütten.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2016 gab es weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand personelle Veränderungen. Allerdings hatte Vorstandsmitglied Jörg Pfirrmann im Oktober 2016 angekündigt, nicht für eine Verlängerung seines bis Juli 2017 laufenden Vorstandsvertrags zur Verfügung zu stehen. Als Nachfolger berief der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 21.2.2017 Rainer Lehmann in den Vorstand, der dieses Amt zum 1. März 2017 antreten wird. Herrn Pfirrmann, der sein Mandat im besten gegenseitigen Einvernehmen zum 28.2.2017 niederlegt, dankt der Aufsichtsrat für seine Leistungen und seinen maßgeblichen Beitrag zur strategischen und operativen Weiterentwicklung des Konzerns und wünscht für die persönliche und berufliche Zukunft alles Gute.

Der Aufsichtsrat dankt weiterhin dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement und die außerordentlich erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Er dankt allen Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen, das sie dem Unternehmen erneut entgegengebracht haben.

 

München, im Februar 2017

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot

Vorsitzender