Bericht des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

2016 war erneut ein sehr erfolgreiches Jahr für Sartorius, in finanzieller und in strategischer Hinsicht. Mit einem Umsatzplus von 18,2 % auf 1,3 Mrd. Euro und einem Anstieg des operativen Gewinns um knapp ein Viertel sind wir noch stärker und profitabler gewachsen, als wir vor Jahresfrist prognostiziert hatten, und haben unsere zur Jahresmitte recht deutlich angehobenen Ziele erreicht.

Beide Sparten haben sich im Berichtsjahr sehr gut entwickelt. Weiterhin schneller als geplant expandierte die Sparte Bioprocess Solutions, die auf Einwegprodukte für die Herstellung von Biopharmazeutika konzentriert ist, und die nunmehr im sechsten Jahr in Folge zweistellig zulegen konnte. Sie verzeichnete einen Umsatzanstieg von 22,1 % auf 975,0 Mio. Euro und eine Ertragsmarge von 28,0 %. Das Wachstum war ganz überwiegend organisch, regional kam die größte Dynamik aus Asien sowie aus den USA, einem Markt, in dem wir abermals Marktanteile hinzugewinnen konnten.

Unser Portfolio haben wir zur Jahresmitte durch die Akquisition des US-amerikanischen Start up-Unternehmens kSep Systems um ein weiteres innovatives Einwegprodukt erweitert. Insgesamt haben die letzten Jahre gezeigt, dass wir auch mit kleineren bis mittleren Zukäufen in dieser Sparte sehr werthaltig wachsen. Alle in den letzten Jahren hinzugekommenen Unternehmen boten nicht nur für sich betrachtet attraktive Wachstumsperspektiven, sondern zeigen auch große Synergiepotenziale mit unseren bestehenden Produkten und Dienstleistungen.

Auch die Sparte Lab Products & Services, Anbieter von Laborinstrumenten und –verbrauchsmaterialien, entwickelte sich gut und erreichte ihre Ziele. Der Spartenumsatz stieg um 7,9 % auf 325,3 Mio. Euro, die Ertragsmarge lag bei 16,0 %. Mit IntelliCyt und ViroCyt haben wir zwei Unternehmen mit starken Alleinstellungsmerkmalen akquiriert, die die strategische Positionierung dieser Sparte geschärft haben. Beide Zukäufe stärken uns im Bereich Bioanalytik, einem besonders wachstumsstarken Segment des Labormarktes für Biopharma. Kunden sind insbesondere F&E-Labore der Pharmaindustrie, die in der Molekülentwicklung tätig sind. Hier sind wir schon heute vertreten und wollen uns in Zukunft noch breiter aufstellen. Die Laborsparte konnte zudem weitere Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Vertriebsinitiativen und ein dementsprechend gutes organisches Wachstum erzielen.

Ebenfalls vorangekommen sind wir mit der Umsetzung unseres umfangreichen, mehrjährigen Investitionsprogramms. Konsolidierung und Ausbau der Konzernzentrale in Göttingen verlaufen wie geplant, bis Jahresende werden wir unser ehemaliges Göttinger Hauptwerk geräumt und einen Großteil unserer Aktivitäten auf dem erweiterten Campus gebündelt haben. In England haben wir im April einen Neubau für Labor-Einwegprodukte in Betrieb genommen und in Frankreich unser Werk für Bags erweitert. Ein Investitionsschwerpunkt des laufenden Jahres liegt auf der Erweiterung der Filter- und Bag-Produktion in Yauco, Puerto Rico, die wir 2016 begonnen haben. Vor dem Hintergrund unseres starken Wachstums in Nordamerika haben wir diese Maßnahme im Vergleich zur ursprünglichen Planung nicht nur zeitlich vorgezogen, sondern auch größer dimensioniert.

Wie in den Vorjahren wollen wir unsere Aktionäre angemessen am Erfolg des Unternehmens partizipieren lassen. Entsprechend werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung am 6. April 2017 vorschlagen, die Dividende auf 0,46 Euro je Vorzugsaktie und 0,45 Euro je Stammaktie anzuheben.

Wie geht es mittelfristig bei Sartorius weiter und was haben wir uns konkret für das Jahr 2017 vorgenommen? Im Mittelpunkt unserer Strategie steht weiterhin profitables Wachstum, das wir in beiden Sparten erreichen wollen.

Mit Bioprocess Solutions sind wir als Lieferant und Partner der Biopharmaindustrie in einer expandierenden und innovativen Branche exzellent positioniert. Viele unserer Kunden haben in den letzten Jahren die Zulassung für neue Biopharmazeutika erhalten, die sie jetzt mithilfe unserer Produktionstechnologien, vor allem Verbrauchsmaterialien, in größeren Mengen herstellen. Weiterhin bildet sich zusehends ein Markt für Nachahmerprodukte von Biologika heraus, sog. Biosimilars. Dieser Trend dürfte mittelfristig zu einer Erhöhung der produzierten Mengen biopharmazeutischer Produkte führen und damit zu einer Vergrößerung des von uns adressierten Marktes.

Bei Lab Products & Services konzentrieren wir uns auf die F&E- und Qualitätssicherungslabore der Pharmaindustrie und der Öffentlichen Forschung. Neben unserem Premiumportfolio für die Probenvorbereitung, das Laborinstrumente, -verbrauchsmaterial sowie Service umfasst, spielen innovative Technologien für die Molekülentwicklung eine zunehmend wichtige Rolle. Dieses Marktsegment wächst überdurchschnittlich, ist von hoher Innovationsdynamik geprägt, und wir profitieren zusätzlich von den sehr guten Kundenbeziehungen unserer Bioprozess-Sparte.

Vor dem Hintergrund der Wachstumsperspektiven in beiden Sparten sehen wir uns mit Blick auf unsere mittelfristigen Ziele auf Kurs: Bis 2020 wollen wir einen Konzernumsatz von 2 Mrd. Euro erreichen bei einer operativen Ertragsmarge von 26 % bis 27 %.

Für das Jahr 2017 planen wir, den Konzernumsatz währungsbereinigt um etwa 8 % bis 12 % zu steigern und unsere operative Gewinnmarge um etwa einen halben Prozentpunkt zu erhöhen. Unser Investitionsprogramm werden wir weiter umsetzen und rechnen auch für die Jahre 2017 und 2018 mit einer Investitionsquote, die über dem langjährigen Durchschnitt liegt.

Ich möchte an dieser Stelle unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu diesem sehr erfolgreichen Jahr gratulieren und ihnen für ihren außerordentlichen Einsatz und persönlichen Beitrag zu diesem Erfolg danken. Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Kunden und Geschäftspartner, danke ich für Ihr Vertrauen, das Sie uns oft schon über viele Jahre entgegenbringen. Wir laden Sie herzlich ein, uns weiterhin auf unserem Weg als innovativer und ertragsstarker Technologiekonzern zu begleiten.

 

Ihr

Dr. Joachim Kreuzburg
Vorstandsvorsitzender