Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

zum ersten Mal darf ich Ihnen an dieser Stelle als Aufsichtsratsvorsitzender über die Arbeit des Gremiums im Jahr 2017 berichten. Der Wechsel im Amt des Vorsitzenden war nach dem unerwarteten Tod meines Vorgängers, Herrn Professor Dr. Arnold Picot, im Juli 2017 erforderlich geworden. Arnold Picot hat die Entwicklung von Sartorius über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg geprägt und die Transformation des Unternehmens zu einem der weltweit innovativsten Partner der Biopharma-Branche nachhaltig begleitet. Es ist mir eine große Ehre und Verpflichtung zugleich, Herrn Picot sowohl als Verwalter des Nachlasses von Horst Sartorius als auch als Aufsichtsratsvorsitzender nachzufolgen.

Erneut blicken wir auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr bei Sartorius zurück. Das Unternehmen hat seine im Vorjahr begonnene strategische Neuausrichtung in der Laborsparte eindrucksvoll fortgesetzt und durch eine weitere vielversprechende Akquisition untermauert. Auch die Sparte Bioprocess Solutions hat sich robust entwickelt, bei normalisiertem Wachstum nach den beiden überdurchschnittlich wachstumsstarken Jahren 2015/2016 und trotz einiger temporär dämpfender Effekte. Die strategische Positionierung konnte in dieser Sparte ebenfalls durch einen kleineren Zukauf gestärkt werden.

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2017 intensiv mit der Lage und den Perspektiven der Gesellschaft befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und die uns nach Gesetz und Unternehmenssatzung zugewiesenen Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand informierte uns regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der strategischen Weiterentwicklung und den Gang der Geschäfte in den Sparten, über die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage, über das Risikomanagement, die internen Kontrollsysteme sowie die Compliance. Die bedeutenden Geschäftsvorgänge der Gesellschaft wurden sowohl im jeweils zuständigen Ausschuss, als auch im Plenum auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Soweit unser Votum erforderlich war, haben wir dies nach gründlicher Prüfung der Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands abgegeben.

Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von Offenheit, konstruktivem Dialog und Vertrauen geprägt.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat trat im Berichtsjahr zu vier ordentlichen und drei außerordentlichen Sitzungen zusammen. An diesen Sitzungen nahm auch der Vorstand teil, sofern es nicht um dessen Angelegenheiten ging. Wir haben regelmäßig über die Umsatz-, Ertrags- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns beraten, uns mit der finanziellen Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften befasst sowie strategische Projekte diskutiert.

Eine erste außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats fand am 30. Januar 2017 statt, in deren Mittelpunkt die Vorstellung und Erörterung verschiedener Akquisitionsprojekte stand.

In unserer Bilanzsitzung am 21. Februar 2017 billigten wir nach umfassender Beratung und auf Basis des Berichts des Auditausschusses sowie der bei diesem Tagesordnungspunkt anwesenden Abschlussprüfer den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016. Darüber hinaus wurden die Tagesordnung mit den Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung 2017 und der Gewinnverwendungsvorschlag eingehend besprochen und verabschiedet. Weiterhin berichtete uns der Vorstand über den Fortgang der Verhandlungen bei den Akquisitionsprojekten. Überdies befassten wir uns sehr eingehend mit Vorstandspersonalien und Fragen der Vorstandsvergütung; beide Themen waren zuvor im Präsidialausschuss vorbereitet worden. Als Nachfolger von Vorstandsmitglied Jörg Pfirrmann, der bereits Ende 2016 angekündigt hatte, nicht für eine Verlängerung seines Mandats zur Verfügung zu stehen, berief der Aufsichtsrat Rainer Lehmann zum 1. März 2017 in den Vorstand. Weiterhin wurde die Ressortverteilung innerhalb des Vorstands etwas verändert und der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg mit Wirkung zum 1. März zum Arbeitsdirektor bestellt. Der Aufsichtsrat legte weiterhin nach ausführlicher Befassung die Vergütung des Vorstands für das Jahr 2017 fest.

Thema einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 27. Februar waren der geplante Erwerb des amerikanischen Unternehmens Essen BioScience sowie der Kauf des Software-Unternehmens Umetrics mit Sitz in Schweden. Der Aufsichtsrat gab seine Zustimmung zu beiden Transaktionen.

Nach den vorausgegangenen turnusgemäßen Neuwahlen der Arbeitnehmervertreter und der Anteilseigner in den Monaten März und April 2017 konstituierte sich der neue Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 6. April 2017 und wählte den Vorsitzenden, dessen Stellvertreter sowie die Mitglieder der Ausschüsse. Überdies befassten wir uns mit Fragen der Konzernfinanzierung und gaben unsere Zustimmung zum Abschluss eines Schuldscheindarlehensvertrages.

Zu einer weiteren außerordentlichen Sitzung trat der Aufsichtsrat nach dem Tod des Aufsichtsratsvorsitzenden Professor Dr. Arnold Picot zusammen. Als Nachfolger im Amt des Vorsitzenden wurde ich gewählt, ebenfalls wurden die notwendigen Ergänzungswahlen in den Ausschüssen vorgenommen.

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am 29. August berichtete uns der Vorstand zu den verschiedenen laufenden Investitionsvorhaben, Digitalisierungsinitiativen sowie weiteren Konzernprojekten. Überdies befassten wir uns mit Fragen der Vielfalt, insbesondere mit der Entwicklung der Frauenanteile auf den verschiedenen Hierarchieebenen des Unternehmens. Ein weiterer Gegenstand der Diskussion war die Umsetzung des neuen Gesetzes zur Nachhaltigkeitsberichterstattung bei Sartorius. In diesem Zusammenhang beschlossen wir, uns bei der erforderlichen Prüfung der nichtfinanziellen Angaben durch einen externen Prüfer unterstützen zu lassen.

In der Sitzung am 7. Dezember 2017 standen Themen der Corporate Governance und Compliance auf der Agenda, die wir eingehend diskutierten. Nach Beratung verabschiedete das Gremium die Entsprechenserklärung gemäß Corporate Governance Kodex, die bestätigt, dass Sartorius den Empfehlungen des aktuellen Kodexes vollumfänglich nachkommt. Weiterhin befasste sich der Aufsichtsrat mit der Effizienz seiner Arbeit, legte eine Geschlechterquote für den Vorstand fest und verabschiedete gemäß neuer Regelungen nun auch formal ein Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat, das über die für notwendig befundenen Kenntnisse und Erfahrungen Auskunft gibt und bereits vor seiner Verschriftlichung angewendet worden war. In weiteren Tagesordnungspunkten befassten wir uns mit der nichtfinanziellen Konzernerklärung und gaben unsere Zustimmung zu dem vom Vorstand vorgelegten Budget für das Jahr 2018.

Die Arbeit der Ausschüsse

Die Arbeit im Aufsichtsrat wird durch vier Ausschüsse unterstützt. Die Ausschüsse bereiten Themen vor, die anschließend im Aufsichtsratsplenum behandelt werden, und treffen, soweit zulässig, im Einzelfall Entscheidungen an Stelle des Plenums. Die Ausschussvorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen.

Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr zu drei Sitzungen zusammen. Gegenstand der Beratungen waren verschiedene strategische Maßnahmen der Gesellschaft. Weiterhin befasste sich der Ausschuss mit Vorstands- und Personalangelegenheiten, insbesondere wurden die Neubesetzung einer Vorstandsposition sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung vorbereitet. Zudem informierte sich der Ausschuss über die Fortschritte bei verschiedenen Konzernprojekten. Überdies befasste sich das Gremium eingehend mit der Nachfolgeplanung für die oberen Führungskräfte sowie den Änderungen des Corporate Governance Kodex in Vorbereitung auf die Beschlüsse im Aufsichtsratsplenum.

Der Auditausschuss hielt im Berichtsjahr vier Sitzungen ab. Der Ausschuss bereitete die Entscheidungen des Plenums über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses des Jahres 2016 vor und behandelte die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte 2017. Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung der Wirksamkeit der internen Revision, des konzernweiten Risikomanagement- und internen Kontrollsystems sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Compliance. Zudem erörterte der Ausschuss Themen der Konzernfinanzierung.

Der Ausschuss beschäftigte sich darüber hinaus mit dem Bericht der internen Revision, der keine wesentlichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsabläufen aufzeigte, sowie mit den Planungen der Revision für die Folgemonate. Im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2017 überzeugte er sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich mit der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte.

Der Nominierungsausschuss, der die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat vorbereitet, trat im Berichtsjahr vier Mal zusammen. Mit Blick auf die durch den Tod von Professor Picot erforderlich gewordene Nachbesetzung bereitete der Ausschuss den entsprechenden Besetzungsvorschlag für eine gerichtliche Bestellung vor.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung; Prüfung der nichtfinanziellen Konzernerklärung

Der vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 und der Lagebericht der Sartorius AG wurden von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Auditausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 6. April 2017 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

An den Sitzungen des Auditausschusses am 19. Februar 2018 sowie des Aufsichtsrats am 20. Februar 2018 nahmen die Abschlussprüfer teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfungen. Es bestand ausreichend Zeit, etwaige Fragen ausführlich mit den Abschlussprüfern zu erörtern. Die Unterlagen sowie die Prüfungsberichte waren allen Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht zugesandt worden und wurden in den genannten Sitzungen ausführlich besprochen. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 20. Februar 2018 gemäß der Empfehlung des Auditausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 5. April 2018 vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 0,50 € je Vorzugsaktie und von 0,51 € je Stammaktie an die Anteilseigner auszuschütten.

Weiterhin hat der Vorstand aufgrund des Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) im Berichtsjahr den Konzernlagebericht erstmals um eine nichtfinanzielle Konzernerklärung erweitert. Diese wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer freiwilligen inhaltlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Auf Basis dieser Prüfung erteilte die KPMG ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. An der Aufsichtsratssitzung vom 20. Februar nahm der Prüfer teil und berichtete über die Ergebnisse seiner Prüfung. Nach intensiver Diskussion und Prüfung wurde der nichtfinanzielle Konzernbericht von den Aufsichtsratsmitgliedern gebilligt.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Geschäftsjahr 2017 fanden Neuwahlen der Anteilseigner- und der Arbeitnehmervertreter für den Aufsichtsrat statt. Auf Seiten der Anteilseigner schieden Dr. Dirk Basting und Professor Dr. Gerd Krieger mit Ablauf der Hauptversammlung vom 6. April 2017 aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken Herrn Dr. Basting und Herrn Professor Krieger für ihre langjährige und engagierte Mitarbeit in diesem Gremium. Als Nachfolgerinnen konnten Dr. Daniela Favoccia und Ilke Hildegard Panzer gewonnen werden, die ihre Ämter mit der Aufsichtsratssitzung vom 6. April antraten. Die übrigen Anteilseignervertreter wurden ebenso wie alle Arbeitnehmervertreter bestätigt. Weiterhin wurde nach dem Tod von Herrn Professor Dr. Picot Herr Dr. Guido Oelkers mit Wirkung zum 6. November gerichtlich als Aufsichtsratsmitglied bestellt. Sein Mandat läuft bis zum Ende der Hauptversammlung im Jahr 2018.

Auf Seiten des Vorstands hat Vorstandsmitglied Jörg Pfirrmann im besten gegenseitigen Einvernehmen sein Mandat zum 28.2.2017 niedergelegt. Als Nachfolger berief der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 21.2.2017 Rainer Lehmann in den Vorstand, der dieses Amt zum 1. März 2017 antrat. Weiterhin wurde der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg zum 1. März als Arbeitsdirektor bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement und die erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Er dankt allen Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen, das sie dem Unternehmen erneut entgegengebracht haben.

 

Hamburg, im Februar 2018

Der Aufsichtsrat

Dr. Lothar Kappich

Vorsitzender