Bericht des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Ertrag hat sich Sartorius im Jahr 2018 dynamisch entwickelt. Der Umsatz erhöhte sich währungsbereinigt um 13,2 % auf annähernd 1,6 Milliarden Euro, die Ertragsmarge stieg um 0,8 Prozentpunkte auf 25,9 %. Damit haben wir unsere ursprünglichen Erwartungen übertroffen und die zum Halbjahr 2018 deutlich angehobene Prognose erreicht. Gleichzeitig haben wir wichtige Weichen gestellt, um unsere Position als international führender Technologiepartner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie zu festigen und auszubauen. Den Großteil unseres mehrjährigen Investitionsprogramms zur Erweiterung der Produktionskapazitäten und zum Ausbau der Konzernzentrale werden wir 2019 abschließen können. Damit sind wir gut gerüstet, den steigenden Bedarf eines stark expandierenden Marktes auch künftig optimal zu bedienen.

Am Erfolg der Gesellschaft wollen wir unsere Aktionäre auch in diesem Jahr wieder angemessen beteiligen. Daher werden Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung am 28. März 2019 vorschlagen, die Dividende zum neunten Mal in Folge zu erhöhen und 0,62 Euro je Vorzugsaktie bzw. 0,61 Euro je Stammaktie auszuschütten.

Der Wachstumskurs unseres Konzerns spiegelt sich auch in den Kursen der Sartorius-Aktien wider. Sie verzeichneten in einem volatilen und insgesamt schwierigen Börsenumfeld deutliche Zuwächse: Die Vorzugsaktie stieg um 36,9 % und beendete das Börsenjahr 2018 mit einem Schlusskurs von 108,9 Euro; die Stammaktie schloss bei 96,0 Euro und lag damit 27,3 % über dem Wert zum Jahresende 2017. Erfreulich ist zudem, dass die Sartorius-Vorzugsaktie im Zuge der Neuordnung der deutschen Indexlandschaft 2018 zusätzlich zum TecDAX auch in den MDAX aufgenommen worden ist. Dies dürfte ihre Attraktivität insbesondere bei internationalen Investoren weiter erhöhen.

Lassen Sie uns einen Blick auf unsere Sparten werfen, die beide zur positiven Entwicklung des Konzerns beigetragen haben.

Die Sparte Bioprocess Solutions, die ein Produkt- und Dienstleistungsportfolio für alle Produktionsstufen der biopharmazeutischen Industrie anbietet, ist nach einer moderaten Vorjahresentwicklung sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag sehr dynamisch gewachsen. Dabei zeichnete sich bereits zur Jahresmitte ab, dass wir unsere ursprünglichen Ziele übertreffen würden. Aufgrund einer starken Nachfrage über sämtliche Produktkategorien und Regionen hinweg, haben wir deshalb unsere Prognose zum Halbjahr 2018 deutlich nach oben angepasst. Mit einer Erhöhung des Spartenumsatzes um wechselkursbereinigt 14,8 % und einem Anstieg der Ertragsmarge um 0,6 Prozentpunkte auf 28,6 % haben wir das obere Ende dieser Prognose erreicht.

Über die Steigerung unserer Finanzkennzahlen hinaus sind wir auch operativ wichtige Schritte vorangekommen. So konnte die Datenanalysesoftware des im März 2017 übernommenen Unternehmens Umetrics erfolgreich in die Sartorius-Produktpalette integriert werden. Die bislang auf gegenseitiger Exklusivität basierende Vereinbarung mit dem Lonza-Konzern auf dem Gebiet der Zellkultur-Medien wurde im beiderseitigen Einverständnis modifiziert. Dadurch wird das Umsatzwachstum der Sparte 2019 zwar etwas geringer ausfallen; allerdings verschafft sich Sartorius mit diesem Schritt die nötige strategische Flexibilität, um sich mittel- bis langfristig weiterführende Chancen im Bereich Zellkultur-Medien zu erschließen.

Die Sparte Lab Products & Services, die Produkte und Dienstleistungen für Forschungs- und Qualitätssicherungslabore vorrangig der Pharma- und Biopharmaindustrie sowie weiterer Segmente anbietet, zeigte nach dem äußerst starken Wachstum im Jahr 2017 eine solide Entwicklung. Unsere ursprünglichen Erwartungen konnten wir dabei aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes nicht erreichen: Nach einem zufriedenstellenden ersten Halbjahr dämpfte eine konjunkturell bedingt schwächere Nachfrage aus Europa das Spartenwachstum in den Folgemonaten. Die im zweiten Halbjahr korrigierte Prognose haben wir mit einem Umsatzanstieg von 9,1 % auf 423,0 Millionen Euro und einer Erhöhung der Ertragsmarge um einen halben Prozentpunkt auf 18,5 % erreicht.

Durch die Akquisition der Bioanalytik-Gesellschaften IntelliCyt und Essen BioScience in den Jahren 2016 und 2017 verfügen wir heute über ein sehr attraktives und innovatives Zellanalytik-Portfolio. Damit haben wir die Position unserer Laborsparte bei Biopharmakunden und Forschungseinrichtungen im Segment Life Science deutlich gestärkt: Mit zunehmender Ausdifferenzierung des Marktes für Biologika steht die Entwicklung neuer Wirkstoffe zunehmend unter einem hohen Zeit- und Kostendruck. Effizienz wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Unsere innovativen Lösungen unterstützen unsere Kunden dabei, neue Wirkstoffe schneller auf den Markt zu bringen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bedeutung von Bioanalytik zunehmen wird und werden die Durchdringung des Labormarktes mit unseren Technologien konsequent weiter vorantreiben.

Welche Ziele haben wir uns für die Zukunft gesetzt?

Vor dem Hintergrund weltweiter Trends, die nach unserer Einschätzung zu einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach biopharmazeutisch hergestellten Medikamenten führen werden, stehen die Zeichen für Sartorius weiterhin auf Wachstum. In Ergänzung zu unseren Zielen 2020, die unverändert bestehen bleiben, haben wir uns im Februar des Berichtsjahres daher eine neue, anspruchsvolle Mittelfrist-Prognose für Umsatz und Profitabilität gesetzt: In den Jahren 2020 bis 2025 wollen wir unseren Umsatz auf 4 Milliarden Euro verdoppeln und die Ertragsmarge auf etwa 28 % steigern. Zwei Drittel des Wachstums sollen organisch erzielt werden, ein Drittel durch Akquisitionen hinzukommen. Dieses Wachstum dürfte auch mit einer erheblichen Schaffung von Arbeitsplätzen einhergehen; wir rechnen damit, die Zahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von derzeit rund 8.000 auf etwa 15.000 fast zu verdoppeln.

Auch für das laufende Jahr gehen wir von weiterem profitablem Wachstum aus. Der Konzernumsatz wird sich währungsbereinigt voraussichtlich um etwa 7 % bis 11 % erhöhen, wobei wir die Veränderung der vertrieblichen Zusammenarbeit mit dem Lonza-Konzern in dieser Prognose bereits berücksichtigt haben. Ohne sie würde das Umsatzwachstum um voraussichtlich rund 2 Prozentpunkte höher ausfallen. Bei der EBITDA-Marge erwarten wir einen Anstieg um etwa einen Prozentpunkt auf etwas über 27,0 %. Die operative Steigerung wird dabei circa einen halben Prozentpunkt betragen, der übrige Anstieg wird aus einer verpflichtend anzuwendenden Änderung der Bilanzierungsregeln resultieren. Unsere Investitionsquote wird mit voraussichtlich etwa 12 % unter dem Vorjahresniveau von rund 15 % liegen.

Bei Sartorius macht das Team den Unterschied. Ohne die Kompetenz unserer weltweit rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre uneingeschränkte Kundenorientierung und - wenn nötig - auch ihren Kampfgeist wäre der Erfolg unseres Unternehmens nicht denkbar. Für ihre Bereitschaft, sich nicht mit dem Status Quo zufriedenzugeben und so zur permanenten Weiterentwicklung unserer Produkte und Services sowie unserer Geschäftsprozesse beizutragen, danke ich ihnen im Namen des gesamten Vorstands sehr herzlich.

Ebenso gilt mein Dank Ihnen, unseren geschätzten Aktionärinnen und Aktionären, Kunden und Geschäfts-partnern. Sie haben uns auch im vergangenen Jahr ihr Vertrauen entgegengebracht und damit auf ganz unterschiedliche Art und Weise die positive Entwicklung von Sartorius befördert.

 

Ihr

Dr. Joachim Kreuzburg
Vorstandsvorsitzender