Konzernabschluss und Anhang

Gewinn- und Verlustrechnung

2. Quartal1)
2016
Mio. €
2. Quartal1)
2015
Mio. €
1. Halbjahr
2016
Mio. €
1. Halbjahr
2016
Mio. €
Umsatzerlöse 323,5 277,3 625,4 535,3
Kosten der umgesetzten Leistungen –167,3 -137,0 –320,4 –270,5
Bruttoergebnis 156,2 140,3 305,1 264,8
Vertriebskosten –62,3 -55,7 –123,1 –109,7
Forschungs- und Entwicklungskosten –15,2 –12,6 –29,6 –25,3
Allgemeine Verwaltungskosten –18,5 –16,1 –36,2 –31,7
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen2) –0,3 -7,7 –6,3 –7,5
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 60,0 48,2 109,9 90,6
Finanzielle Erträge 3,6 0,3 8,1 5,0
Finanzieller Aufwendungen –6,7 –0,8 –12,0 –20,1
Finanzergebnis –3,1 -0,5 –3,9 –15,2
Ergebnis vor Steuern 56,9 47,7 106,0 75,5
Ertragsteuern –17,1 -14,3 –31,8 –22,7
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 39,8 33,4 74,2 52,8
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten 0,0 2,9 0,0 38,9
Jahresüberschuss 39,8 36,3 74,2 91,7
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG
29,1 27,1 53,4 76,9
Nicht beherrschende Anteile
10,7 9,2 20,8 14,8
         
Ergebnis je Stammaktie (€) (unverwässert) 0,43 0,40 0,78 1,12
davon aus fortgeführten Aktivitäten 0,43 0,35 0,78 0,55
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten 0,00 0,04 0,00 0,57
Ergebnis je Vorzugsaktie (€) (unverwässert) 0,43 0,40 0,79 1,13
davon aus fortgeführten Aktivitäten 0,43 0,35 0,79 0,56
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten 0,00 0,04 0,00 0,57
         
Ergebnis je Stammaktie (€) (verwässert) 0,43 0,40 0,78 1,12
davon aus fortgeführten Aktivitäten 0,43 0,35 0,78 0,55
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten 0,00 0,04 0,00 0,57
Ergebnis je Vorzugsaktie (€) (verwässert) 0,43 0,40 0,79 1,13
davon aus fortgeführten Aktivitäten 0,43 0,35 0,79 0,56
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten 0,00 0,04 0,00 0,57

1) Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht.

2) In der Position „Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen“ sind nach sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres Sonderaufwendungen in Höhe von 9,9 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) enthalten.

 

Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechung des Vorjahres wurde angepasst. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 2,5 Mio. € werden nun in den Kosten der umgesetzten Leitungen gezeigt (vorher: Forschungs- und Entwicklungskosten). Auswirkungen auf das EBIT und den Jahresüberschuss ergeben sich hieraus nicht. Die Vorjahreszahlen wurden zudem aufgrund der finalen Kaufpreisallokation von BioOutsource leicht angepasst.

Gesamtergebnisrechnung

2. Quartal1)
2016
Mio. €
2. Quartal1)
2015
Mio. €
1.Halbjahr
2016
Mio. €
1.Halbjahr
2015
Mio. €
Jahresüberschuss 39,8 36,3 74,2 91,7
Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedges) –0,3 9,0 0,5 –1,6
davon effektiver Teil der Veränderungen des beizulegenden
Zeitwertes
–0,8 7,6 –1,4 –6,5
davon umgegliedert in Gewinn oder Verlust 0,5 1,3 1,9 4,9
Ertragsteuern auf die Absicherung künftiger Zahlungsströme 0,1 –2,7 –0,2 0,5
Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
–2,1 2,1 0,2 –4,1
Ertragsteuern auf Nettoinvestitionen in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
0,5 –0,5 –0,2 1,4
Umrechnungsdifferenzen aus der Währungsumrechnung 3,1 –11,1 –13,7 22,3
Posten, die möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden, nach Steuern
1,4 –3,3 –13,2 18,6
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Versorgungsplänen
–7,4 5,3 –7,4 5,2
Ertragsteuern auf Posten, die nicht in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
2,2 –1,6 2,2 –1,6
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden, nach Steuern
–5,2 3,8 –5,2 3,7
Sonstiges Ergebnis nach Steuern –3,8 0,5 –18,4 22,2
Gesamtergebnis 36,0 36,8 55,8 113,9
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG
25,2 27,5 38,8 94,0
Nicht beherrschende Anteile
10,8 9,3 17,0 20,0

1) Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht.

Bilanz

AKTIVA 30. Juni 2016
Mio. €
31. Dezember 2015
Mio. €
Langfristige Vermögenswerte    
Geschäfts- oder Firmenwerte 444,7 405,4
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 258,4 209,3
Sachanlagen 356,1 317,4
Finanzielle Vermögenswerte 6,2 8,1
Sonstige Vermögenswerte 0,9 0,8
Aktive latente Steuern 20,9 18,9
  1.087,2 959,9
Kurzfristige Vermögenswerte    
Vorräte 220,5 189,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 238,0 193,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15,8 11,8
Ertragsteueransprüche 11,0 12,0
Sonstige Vermögenswerte 25,2 17,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 76,0 52,8
  586,6 477,4
Summe Aktiva 1.673,8 1.437,2


PASSIVA 30. Juni 2016
Mio. €
31. Dezember 2015
Mio. €
Eigenkapital    
Den Aktionären der Sartorius AG
zustehendes Eigenkapital
519,0 517,7
Gezeichnetes Kapital
68,4 17,1
Kapitalrücklage
37,7 88,4
Andere Rücklagen und Bilanzergebnis
412,9 412,3
Nicht beherrschende Anteile
135,1 127,0
  654,2 644,8
Langfristiges Fremdkapital    
Pensionsrückstellungen 66,6 59,8
Sonstige Rückstellungen 7,9 7,7
Finanzverbindlichkeiten 500,7 346,8
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 19,2 19,3
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 70,3 54,5
Passive latente Steuern 54,8 33,4
  719,5 521,5
Kurzfristiges Fremdkapital    
Rückstellungen 19,8 18,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
131,1 113,2
Finanzverbindlichkeiten 37,5 28,2
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2,6 2,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 67,3 66,9
Ertragsteuerverbindlichkeiten 20,4 20,7
Sonstige Verbindlichkeiten 21,4 21,4
  300,1 271,0
Summe Passiva 1.673,8 1.437,2


Kapitalflussrechnung

6 Monate
2016
Mio. €
6 Monate
2015
Mio. €
Ergebnis vor Steuern 106,0 115,0
Finanzergebnis 3,9 14,9
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 109,9 129,8
Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 33,6 26,9
Veränderung der Rückstellungen 1,1 11,6
Gewinne | Verluste aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 0,0 –38,5
Ertragsteuern –32,0 –23,2
Sonstige nicht zahlungswirksame Posten 0,7 0,9
Brutto-Cashflow aus operativer Tätigkeit 113,3 107,6
Veränderung der Forderungen und sonstige Vermögenswerte –51,8 –26,8
Veränderung der Vorräte –29,8 –31,0
Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) 11,5 6,5
Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 43,1 56,2
Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten 43,1 54,8
Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit – nicht fortgeführte Aktivitäten 0,0 1,4
Investitionsauszahlungen –69,4 –40,6
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 0,4 0,3
Sonstige Zahlungen 0,0 –0,3
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit –69,0 –40,6
Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftsbetrieben,
abzüglich erworbener Zahlungsmittel
–79,1 –29,3
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen,
abzüglich abgehender Zahlungsmittel
0,0 72,9
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit, Akquisitionen und Desinvestitionen –148,1 3,1
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen – fortgeführte Aktivitäten –148,1 –69,7
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen – nicht fortgeführte Aktivitäten 0,0 72,7
Einzahlungen für Zinsen 2,1 0,2
Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzierungsauszahlungen –3,6 –4,4
Dividendenzahlungen an:
– Aktionäre der Sartorius AG
–25,8 –18,2
– Nicht beherrschende Anteile
–8,7 –5,6
Brutto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –36,0 –28,1
Veränderung der nicht beherrschenden Anteile 0,0 –1,4
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –2,3 –130,7
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 164,5 90,0
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 126,3 –70,2
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – fortgeführte Aktivitäten 126,3 –70,2
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – nicht fortgeführte Aktivitäten 0,0 0,0
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 21,3 –10,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 52,8 56,4
Veränderung aus der Währungsumrechnung 2,0 3,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Endbestand 76,0 48,8

Die dargestellten Cashflows in 2015 enthalten grundsätzlich auch die des nicht fortgeführten Bereichs. Eine Aufteilung erfolgt dann jeweils als davon-Vermerk bei den Netto-Cashflows aus operativer Tätigkeit bzw. Investition und Finanzierung.

Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Mio. € Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Hedging-
rücklage
Pensions-
rücklage
Gewinn-
rück-
lagen und
Bilanz-
gewinn
Unterschied
aus der
Währungs-
umrechnung
Den
Aktionären
der Sartorius
AG
zustehendes
Eigenkapital
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigen-
kapital
Gesamt
Saldo zum 01.01.2015 17,1 87,0 –2,2 –19,4 307,6 7,8 397,9 99,7 497,7
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 0,0 76,9 0,0 76,9 14,8 91,7
Sonstiges Ergebnis nach
Steuern
0,0 0,0 –0,9 3,2 –2,0 16,8 17,1 5,2 22,2
Gesamtergebnis 0,0 0,0 –0,9 3,2 74,9 16,8 94,0 20,0 113,9
Aktienbasierte Vergütung 0,0 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7
Dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 –18,2 0,0 –18,2 –5,6 –23,8
Umgliederung Pensionsrücklage Intec 0,0 0,0 0,0 2,7 –2,7 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Veränderung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 0,0 0,0 0,0 0,0 0,5 0,0 0,5 –0,5 0,0
Sonstige
Eigenkapitalveränderungen
0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 0,1 0,0 0,1
Saldo zum 30.06.2015 17,0 87,0 –5,3 –13,5 362,1 4,4 391,1 113,7 588,5


in Mio. € Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Hedging-
rücklage
Pensions-
rücklage
Gewinn-
rück-
lagen und
Bilanz-
gewinn
Unterschied
aus der
Währungs-
umrechnung
Den
Aktionären
der Sartorius
AG
zustehendes
Eigenkapital
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigen-
kapital
Gesamt
Saldo zum 01.01.2016

17,0

1

88,4 –3,1 –15,1 406,5 24,0 517,7 127,0 644,8
Jahresüberschuss 0,0 0,0 0,0 0,0 53,4 0,0 53,4 20,8 74,2
Sonstiges Ergebnis nach
Steuern
0,0 0,0 0,2 –4,6 –0,1 –10,2 –14,6 –3,8 –18,4
Gesamtergebnis 0,0 0,0 0,2 –4,6 53,3 –10,2 38,8 17,0 55,8
Aktienbasierte
Vergütung
0,0 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7
Dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 –25,8 0,0 –25,8 –8,7 –34,5
Kapitalerhöhung1) 51,3 –51,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umgliederung Pensionsrücklage Japan 0,0 0,0 0,0 0,5 –0,5 0,0 0,0 0,0 0,0
Put-Option Israel 0,0 0,0 0,0 0,0 13,4 0,0 –13,4 0,0 –13,4
Sonstige Veränderungen der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 0,0 0,0 0,0 0,0 0,2 0,0 0,2 –0,2 0,0
Sonstige
Eigenkapitalveränderungen
0,0 0,0 0,0 0,0 0,8 0,0 0,8 0,0 0,8
Saldo zum 30.06.2016 68,4 37,7 –2,9 –19,2 421,1 13,9 519,0 135,1 654,2

1) Zur Durchführung eines Aktiensplits wurde im Geschäftsjahr 2016 eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durchgeführt. Vgl. dazu Abschnitt 6.

Segmentberichterstattung

Die Segmentabgrenzung ergibt sich gem. IFRS 8 aus dem sog. Management-Approach, d. h. die Festlegung der Segmente erfolgt in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Infolge des erfolgten Verkaufs der Intec-Aktivität sind die Sparten Bioprocess Solutions sowie Lab Products & Services als operative Segmente anzusehen.

Die für die Beurteilung der Segmenterfolge relevante Erfolgsgröße ist für den Sartorius Konzern das sog. underlying EBITDA. Das EBITDA entspricht dem Überschuss vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen. Beim "underlying" EBITDA handelt es sich um ein um Sondereffekte bereinigtes, operatives Ergebnis. Als Sondereffekte gelten in diesem Zusammenhang Aufwendungen und Erträge, die einen außerordentlichen oder Einmalcharakter haben, dementsprechend die nachhaltige Ertragskraft des Segments verzerren und auch aus Konzernsicht einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen im Übrigen den allgemeinen Konzernbilanzierungsrichtlinien.

Umsatzerlöse Underlying EBITDA
in Mio. € 6 Mon. 2016 6 Mon. 2015 6 Mon. 2016 6 Mon. 2015
Bioprocess Solutions 469,8 384,9 128,1 97,8
Lab Products & Services 155,7 150,5 25,3 23,4
Summe fortgeführte Aktivitäten 625,4 535,3 153,4 121,1
Überleitung zum Ergebnis vor Steuern        
Abschreibungen     –33,6 –26,7
Sondereffekte     –9,9 –3,8
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT)     109,9 90,6
Finanzergebnis     –3,9 –15,2
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten     106,0 75,5

Geografische Informationen

Umsatz
in Mio. € 6 Mon. 2016 6 Mon. 2015
EMEA 288,1 245,9
Amerika 212,3 172,4
Asien | Pazifik 125,1 117,0
Konzern 625,4 535,3

Angaben zum verkürzten Zwischenabschluss

1. Allgemeine Informationen

Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts und oberstes Mutterunternehmen des Sartorius Konzerns. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen (HRB 1970) eingetragen und hat ihren Sitz in Göttingen, Bundesrepublik Deutschland, Weender Landstraße 94-108.

Der Sartorius Konzern hat sein Geschäft in zwei Sparten organisiert: Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Mit der Sparte Bioprocess Solutions ist Sartorius ein weltweit führender Anbieter von Produkten und Technologien für die Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen auf biologischer Basis, sogenannten Biopharmazeutika. Im Rahmen der Lösungsanbieter-Strategie wird der biopharmazeutischen Industrie ein Produktportfolio angeboten, das nahezu alle Prozessschritte ihrer Produktion abdeckt. Dies umfasst Zellkultur-Medien für die Anzucht der Zellen, Bioreaktoren verschiedener Größen für ihre Vermehrung sowie unterschiedliche Technologien wie Filter und Bags für ihre Ernte, Reinigung und Konzentration bis hin zur Abfüllung.

Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie auf akademische Forschungseinrichtungen. Weitere Kunden kommen aus der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie. Das Portfolio umfasst Instrumente und Verbrauchsmaterialien, die Labore zum Beispiel in der Probenvorbereitung oder bei anderen Standardapplikationen einsetzen. Der Bereich Industrial Technologies (vormals Industrial Weighing) wurde im ersten Quartal 2015 veräußert.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss der Sartorius AG zum 31. Dezember 2015 wurde in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des IASB – den International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Im vorliegenden Zwischenabschluss, der nach den Anforderungen des IAS 34, Zwischenberichterstattung, aufgestellt ist, wurden – mit Ausnahme der im Geschäftsjahr erstmalig anzuwendenden geänderten Vorschriften – grundsätzlich die selben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2015 zu Grunde lagen.

Ferner wurden sämtliche zum 30. Juni 2016 anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Einzelnen im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2015 erläutert.

Eine Liste der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften befindet sich im Geschäftsbericht 2015, im laufenden Geschäftsjahr wurden die folgenden Gesellschaften erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen:

  • OOO Sartorius Stedim RUS
  • OOO Sartogosm
  • Sartorius Israel Ltd.
  • IntelliCyt Corporation (siehe auch Abschnitt 5)

Im Hinblick auf die Berechnung des Steueraufwands wird auf den Zwischenabschluss die Regelung des IAS 34.30c) angewendet, d.h. die für das Gesamtjahr erwartete Steuerquote von 30% findet grundsätzlich Anwendung.

3. Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Erstellung des Zwischenabschlusses wendet die Konzernleitung Schätzungen und Annahmen an, die nach bestem Wissen der gegenwärtigen und künftigen Situation der Periode getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von diesen Schätzwerten abweichen.

Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen sowie die wichtigsten Quellen von Unsic herheiten sind im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 unverändert geblieben.

4. Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Die folgenden neuen Rechnungslegungsvorschriften waren auf den Zwischenabschluss erstmalig anzuwenden und hatten keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder auf das Ergebnis je Aktie:

  • Änderungen an IAS 19, Arbeitnehmerbeiträge
  • Jährliche Verbesserungen der IFRS – Zyklus 2010-2012 (veröffentlicht im Dez. 2013), diverse Standards
  • Änderungen an IAS 1, Angabeninitiative
  • Änderungen an IAS 16 und IAS 41, Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen
  • Änderungen an IAS 16 und IAS 38, Klarstellung akzeptabler Methoden zur Abschreibung und Amortisation
  • Änderungen an IAS 27, Equity-Methode im Einzelabschluss
  • Jährliche Verbesserungen der IFRS – Zyklus 2012-2014 (veröffentlicht im Sep. 2014) – diverse Standards

Es wurden keine Standards oder Interpretationen vorzeitig berücksichtigt, deren Anwendung zum 30. Juni 2016 nicht verpflichtend war. Derzeit ist die erstmalige Anwendung jeweils für die Periode geplant, in der die Standards, Interpretationen oder Ergänzungen in Kraft treten. Die folgenden Änderungen sind ab 2018 bzw. 2019 anzuwenden:

IFRS 15, Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden.

IFRS 15 wird sich u.a. auf die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen im Sinne von IAS 11 auswirken. Die Umsatzrealisierung erfolgt derzeit nach dem Fertigstellungsgrad (PoC-Methode), wobei der Projektfortschritt nach Maßgabe des Kostenanfalls gemessen wird (Cost-to-Cost-Methode). Nach IFRS 15 ist die Kontrolle das maßgebliche Kriterium für die Umsatzrealisierung. Verglichen mit der bisherigen Bilanzierung nach IAS 11 kann es daher künftig zu Verschiebungen bei der Umsatzrealisierung kommen.

In dem neuen Standard zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen, IFRS 16, wird die Unterscheidung in operative Leasingverhältnisse einerseits und Finanzierungsleasing andererseits, aufgegeben. Künftig werden alle Leasingverhältnisse ähnlich der bisherigen Behandlung von Finanzierungsleasingverhältnissen behandelt. Gemietete Vermögenswerte werden in der Bilanz des Leasingnehmers zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen aktiviert. Dabei besteht das Wahlrecht des Ausweises als Nutzungsrecht ("right-of-use") oder in der jeweiligen Kategorie des Anlagevermögens.

IFRS 16 wird zu einer Erhöhung des Anlagevermögens und der finanziellen Verbindlichkeiten führen. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand erwartet der Konzern insgesamt aber keine signifkanten Auswirkungen auf die wichtigsten Kennzahlen wie Eigenkapitalquote oder Underlying EBITDA.

IFRS 9 ändert schließlich die Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung und zur Behandlung von Wertminderungen von Finanzinstrumenten sowie die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting).

Die Auswirkungen dieser und anderer künftiger Änderungen werden derzeit noch analysiert. Nach gegenwärtigem Prüfungsstand erwartet das Unternehmen insgesamt keine wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung neuer bzw. geänderter Standards auf den Konzernabschluss.

5. Unternehmenserwerbe und -verkäufe

Akquisition IntelliCyt Corporation

Am 28. Juni 2016 hat der Konzern das US-amerikanische Unternehmen IntelliCyt Corporation mit Sitz in Albuquerque, New Mexico, USA erworben. Dieser Zukauf erweitert das Produktportfolio der Sparte Lab Products & Services insbesondere im Hinblick auf die Kunden aus den Entwicklungslaboren der biopharmazeutischen Industrie und der öffentlichen Forschung.

Die 2006 gegründete Gesellschaft hat eine neuartige Plattform für die Zellanalyse entwickelt, die ein Instrument, Software sowie Reagenzien umfasst und eine besonders schnelle Hochdurchsatzanalyse von Zellen ermöglicht, bei der zahlreiche Zellparameter bestimmt werden.

IntelliCyt ist in den letzten Jahren um durchschnittlich mehr als 50% pro Jahr gewachsen und wird 2016 mit 55 Mitarbeitern einen Umsatz von voraussichtlich mehr als 18 Mio. US$ erzielen.

Aufgrund der zeitlichen Nähe des Erwerbs zum Bilanzstichtag, konnte die Kaufpreisallokation nur sehr vorläufig vorgenommen werden. Die Aufteilung zwischen Goodwill und Sonstigen Immateriellen Vermögenswerten wurde dabei auf Basis der verfügbaren Erkenntnisse des Managements geschätzt. Es wurden dabei folgende Ansätze vorgenommen:

Vorläufige Kaufpreisallokation
Mio. €
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 56,9
Sachanlagen 0,5
Vorräte 2,1
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7,4
Rückstellungen und Verbindlichkeiten –5,6
Latente Steuern –22,7
Erworbenes Nettovermögen 41,9
Kaufpreis 86,5
Geschäfts- oder Firmenwerte 44,5

Der Kaufpreis von umgerechnet 86,5 Mio. € wurde in Barmitteln entrichtet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Aufwendungen in Höhe von 0,1 Mio. € wurden in den sonstigen bertrieblichen Aufwendungen erfasst. Eine steuerliche Abziehbarkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes ist voraussichtlich nicht gegeben. Die anzusetzenden Immateriellen Vermögenswerte werden sich nach heutiger Erkenntnis im Wesentlichen auf Technologien, Kundenbeziehungen und Marken beziehen.

6. Kapitalerhöhung

Gem. Beschluss der Hauptversammlung vom 7. April 2016 wurde im ersten Halbjahr eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zur Durchführung eines so genannten Aktiensplits im Verhältnis 1:4 durchgeführt. Dabei wurde durch die Umwandlung von Kapitalrücklagen das Grundkapital um 51,3 Mio. € erhöht. Jeder Stammaktionär erhielt je gehaltener Sartorius-Stammaktie ohne Zuzahlung drei weitere Stammaktien. Ebenso erhielt jeder Vorzugsaktionär je gehaltener Sartorius-Vorzugsaktie ohne Zuzahlung drei weitere Vorzugsaktien.

Im Zuge der Erhöhung des Grundkapitals wurde auch der Vorzugsgewinnanteil (Mehr- und Mindestdividende) der Vorzugsaktionäre angepasst. Die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten aus dem jährlichen Bilanzgewinn einen erhöhten Gewinnanteil (Mehrdividende) von 0,01 Euro je Vorzugsaktie, mindestens jedoch einen Gewinnanteil (Mindestdividende) in Höhe von 0,02 Euro je Vorzugsaktie. Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde für laufende Rechnung sowie das Vorjahr entsprechend angepasst.

7. Finanzinstrumente

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte

in Mio. € Kategorien 30. Juni 2016
Buchwert
30. Juni 2016
beizulegender Zeitwert
31. Dez. 2015
Buchwert
31. Dez. 2015
beizulegender
Zeitwert
Finanzanlagen Zur Veräußerung verfügbar 3,4 3,4 4,8 4,8
Finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 2,6 2,6 3,3 3,3
Finanzielle Vermögenswerte
(langfristig)
6,1 6,1 8,1 8,1
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
Kredite und Forderungen 238,0 238,0 193,0 193,0
Forderungen und sonstige
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen 15,5 15,5 11,8 11,8
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken
gehalten
0,0 0,0 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente in
Sicherungsbeziehung
N/A 0,4 0,4 0,0 0,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(kurzfristig)
15,9 15,9 11,8 11,8
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
Kredite und Forderungen 76,0 76,0 52,8 52,8
           
Finanzverbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
538,2 554,3 375,0 389,2
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing
IAS 17 21,7 33,3 21,8 28,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
77,8 77,8 70,9 70,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
N/A 53,3 53,3 42,2 42,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
  131,1 131,1 113,2 113,2
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken
gehalten
7,4 7,4 6,4 6,4
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung N/A 5,8 5,8 6,0 6,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
72,7 82,3 59,4 67,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
5,4 5,4 5,4 5,4
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten N/A 46,3 46,3 44,1 44,1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   137,6 147,2 121,4 129,0


Für die zu Anschaffungskosten bilanzierten Eigenkapitalinstrumente (Finanzanlagen) sind beizulegende Zeitwerte aufgrund des Fehlens aktiver Märkte nicht ermittelbar. Dies betrifft hauptsächlich die Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um Vertriebstochtergesellschaften, eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes würde insoweit nicht zu einem zusätzlichen Nutzen im Hinblick auf wirtschaftliche Entscheidungen der Abschlussadressaten führen. Eine Veräußerungsabsicht im Hinblick auf die Anteile an verbundenen Unternehmen besteht derzeit nicht.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden grundsätzlich basierend auf den am Bilanzstichtag verfügbaren Marktinformationen ermittelt und sind einer der drei Hierarchiestufen von beizulegenden Zeitwerten gemäß IFRS 13 zuzuordnen.

Finanzinstrumente der Stufe 1 werden auf Basis quotierter Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bewertet. Innerhalb der Stufe 2 wird die Bewertung der Finanzinstrumente auf Basis von Faktoren, die aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, oder anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente durchgeführt. Finanzinstrumente der Stufe 3 werden auf Basis von Inputfaktoren, die nicht aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, bewertet.

Bei den zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Derivate in Form von Devisentermingeschäften und Zinsswaps. Die Bewertung erfolgte dabei jeweils auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven (Stufe 2).

Die Ermittlung der anzugebenden beizulegenden Zeitwerte für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen) sowie für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing erfolgte auf der Basis der Marktzinskurve unter Berücksichtigung aktueller (indikativer) Credit Spreads (Stufe 2).

Im Hinblick auf den potenziellen Erwerb nicht beherrschender Anteile an AllPure sowie Sartorius Israel bestehen Forwards bzw. Optionen. Die entsprechenden Verbindlichkeiten wurden in in Höhe des Barwerts der erwarteten künftigen Kaufpreiszahlungen für diese Anteile ausgewiesen. Die Höhe der Zahlungen ist in beiden Fällen abzuleiten aus den erwarteten Umsätzen im Ausübungszeitpunkt und dem oben dargestellten risikoadjustierten Diskontierungssatz (Stufe 3).

Die anzugebenden beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden entsprechen aufgrund ihrer überwiegend kurzen Restlaufzeit annähernd ihrem Buchwert.

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Umgliederungen zwischen den Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode erfasst, in denen die Änderung eingetreten ist. In der Berichtsperiode gab es keine Übertragungen zwischen den Stufen.

Die Bewertung der Level 3 Verbindlichkeit en wurde auf Basis eines DCF-Verfahrens vorgenommen, das die künftig erwarteten Zahlungen mit einem risikoadjustierten Zinssatz auf den Bewertungsstichtag abdiskontiert. Die künftigen Zahlungen berücksichtigen dabei verschiedene mögliche Entwicklungen sowie die Zahlungsbeträge in den jeweiligen Szenarien. Der wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktor in diesem Zusammenhang ist der künftige Umsatz, der für die AllPure Verbindlichkeit mit einer jährlichen Steigerung von ca. 3 Mio. € angenommen wurde.

Der Buchwert dieser Verbindlichkeit hat sich wie folgt entwickelt:

2016
Mio. €
2015
Mio. €
Saldo am 1. Januar 5,4 6,2
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts 0,0 0,0
Finanzaufwendungen 0,0 0,1
Zahlungen 0,0 –1,5
Währungseffekte –0,1 0,5
Saldo am 30. Juni 5,4 5,2

Eine Zunahme (Abnahme) der Umsatzerwartungen um 10% in jedem der folgenden Jahre würde zu einer Erhöhung (Reduzierung) der Verbindlichkeit von 0,5 Mio. € (0,5 Mio. €) führen.

Bei der Verbindlichkeit für den Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an Sartorius Israel ist der nicht bebobachtbare Inputfaktor ebenfalls das Umsatzwachstum, das mit einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von ca. 1,6 Mio. € angenommen wurde.

Der Buchwert dieser Verbindlichkeit hat sich wie folgt entwickelt:

2016
Mio. €
Saldo am 1. Januar 0,0
Erstmaliger Ansatz 13,4
Finanzaufwendungen 0,2
Zahlungen 0,0
Währungseffekte –0,1
Saldo am 30. Juni 13,5

Eine Zunahme (Abnahme) der Umsatzerwartungen um 10% in jedem der folgenden Jahre würde zu einer Erhöhung (Reduzierung) der Verbindlichkeit von 1,4 Mio. € (1,4 Mio. €) führen.

8. Nahestehende Personen und Unternehmen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Konzergesellschaften stehen in Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen im Sinne von IAS 24. Dies betrifft insbesondere Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen.

In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 4,2 Mio. € (Vorjahr: 7,3 Mio. €) mit diesen Unternehmen erzielt, es bestanden Forderungen aus Darlehen sowie Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10,8 Mio. € (Vorjahr: 11,2 Mio. €). Mit einem verbundenen Unternehmen besteht ein langfristiger Dienstleistungsvertrag, in der Berichtsperiode sind dafür im Konzernabschluss Aufwendungen in Höhe von 3,1 Mio. € (2,9 Mio. €) angefallen.

Zu weiteren Ausführungen auch im Hinblick auf nahestehende Personen wird auf den Geschäftsbericht 2015 (S. 151) verwiesen.

9. Sonstige Angaben

In der Zwischenberichtsperiode waren keine Wertminderungen von Vermögenswerten zu erfassen. Wertminderungstests sind insbesondere beim Goodwill und bei Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer durchzuführen.

In der Berichtsperiode hat die Sartorius AG eine Dividende in Höhe von Mio. 25,8 Mio. € gezahlt, von denen 12,8 Mio. € auf Stammaktien und 13,0 Mio. € auf Vorzugsaktien entfielen.

Eine prüferische Durchsicht des 6-Monatsberichts seitens des Konzernabschlussprüfers ist erfolgt. Die Zahlen des Einzelquartals Q2 in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung waren nicht Bestandteil dieses Reviews.

10. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Sartorius hat über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech am 6. Juli 2016 einen Vertrag zum Erwerb des Zentrifugen-Spezialisten kSep Holdings, Inc. mit Sitz in Morrisville, North Carolina, unterzeichnet. Für das Geschäftsjahr 2016 wird ein Umsatz von etwa 7 Mio. US$ und eine deutlich zweistellige EBITDA-Marge erwartet. Dem Kaufpreis liegt ein Unternehmenswert von ca. 28 Mio. US$ zugrunde. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende Juli 2016 erwartet.

Am 14. Juli hat der Konzern ViroCyt Incorporated mit Sitz in Broomfield, Colorado, USA erworben. Für das Start-up-Unternehmen wird im laufenden Jahr ein deutlich zweistelliges Wachstum und ein Umsatz von mehr als 3 Mio. US$ erwartet. Das Erreichen der Gewinnschwelle auf Basis des underlying EBITDA ist für Ende 2018 geplant. Der Kaufpreis liegt bei rund 16 Mio. US$.

Zu den Hauptkunden von ViroCyt zählen Forschungs- und Entwicklungslabore von Pharma- und Biopharmaunternehmen, Impfstoffhersteller sowie Forschungseinrichtungen mit einem Schwerpunkt auf Virologie. Die Akquisition ergänzt das Produktportfolio der Sparte Lab Products & Services zusammen mit dem Erwerb von IntelliCyt im Bereich Bioanalytik.

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen

Wir haben den Konzern-Zwischenabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie Angaben zum Konzern-Zwischenabschluss und den Konzern-Zwischenlagebericht der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzern-Zwischenlageberichts nach den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem Konzern-Zwischenabschluss und dem Konzern-Zwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des Konzern-Zwischenabschlusses und des Konzern-Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gew issen Sicherheit ausschließen können, dass der Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit dem für den Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Hannover, den 22. Juli 2016

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

 

Ufer
Wirtschaftsprüfer

Thiele
Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2016 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Göttingen, den 22. Juli 2016

Sartorius AG
Der Vorstand