Konzernabschluss und Anhang

Gewinn- und Verlustrechnung

2. Quartal1)
2017
Mio. €
2. Quartal1)
2016
Mio. €
6 Monate
2017
Mio. €
6 Monate
2016
Mio. €
Umsatzerlöse 361,0 323,5 704,1 625,4
Kosten der umgesetzten Leistungen –184,8 -167,3 –357,0 –320,4
Bruttoergebnis 176,2 156,2 347,1 305,1
Vertriebskosten –76,0 –62,3 –146,0 –123,1
Forschungs- und Entwicklungskosten –18,5 –15,2 –35,0 –29,6
Allgemeine Verwaltungskosten –19,8 –18,5 –41,3 –36,2
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen2) –5,0 -0,3 –11,0 –6,3
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 56,8 60,0 113,9 109,9
Finanzielle Erträge 1,6 3,6 2,8 8,1
Finanzieller Aufwendungen –6,9 –6,7 –11,7 –12,0
Finanzergebnis –5,3 -3,1 –9,0 –3,9
Ergebnis vor Steuern 51,5 56,9 104,9 106,0
Ertragsteuern –14,9 –17,1 –30,4 –31,8
Periodenergebnis 36,6 39,8 74,5 74,2
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG
25,2 29,1 51,8 53,4
Nicht beherrschende Anteile
11,4 10,7 22,7 20,8
         
Ergebnis je Stammaktie (€) (unverwässert) 0,37 0,43 0,75 0,78
Ergebnis je Vorzugsaktie (€) (unverwässert) 0,37 0,43 0,76 0,79
         
Ergebnis je Stammaktie (€) (verwässert) 0,37 0,43 0,75 0,78
Ergebnis je Vorzugsaktie (€) (verwässert) 0,37 0,43 0,76 0,79

1) Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht.

2) In der Position „Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen“ sind nach sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres Sonderaufwendungen für Konzernprojekte sowie Akquisitions- und Integrationskosten in Höhe von 12,7 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) enthalten.

 

 

Gesamtergebnisrechnung

2. Quartal1)
2017
Mio. €
2. Quartal1)
2016
Mio. €
6 Monate
2017
Mio. €
6 Monate
2016
Mio. €
Periodenergebnis 36,6 39,8 74,5 74,2
Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow Hedges) 19,1 –0,3 24,8 0,5
– davon effektiver Teil der Veränderungen des beizulegenden
Zeitwertes
18,3 –0,8 22,7 –1,4
– davon umgegliedert in Gewinn oder Verlust 0,8 0,5 2,1 1,9
Ertragsteuern auf die Absicherung künftiger Zahlungsströme –5,7 0,1 –7,4 –0,2
Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
–27,3 –2,1 –25,6 0,2
Ertragsteuern auf Nettoinvestitionen in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
2,7 0,5 2,2 –0,2
Währungsumrechnungsdifferenzen –19,5 3,1 –18,1 –13,7
Posten, die möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden, nach Steuern
–30,7 1,4 –24,2 –13,2
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Versorgungsplänen
2,0 –7,4 2,0 –7,4
Ertragsteuern auf Posten die nicht in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
–0,5 2,2 –0,5 2,2
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden, nach Steuern
1,5 –5,2 1,5 –5,2
Sonstiges Ergebnis nach Steuern –29,2 –3,8 –22,7 –18,4
Gesamtergebnis 7,3 36,0 51,8 55,8
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG
–1,9 25,2 29,9 38,8
Nicht beherrschende Anteile
9,3 10,8 21,9 17,0

1) Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht.

 

 

Bilanz

AKTIVA 30. Juni 2017
Mio. €
31. Dezember 2016
Mio. €
Langfristige Vermögenswerte    
Geschäfts- oder Firmenwerte 667,6 467,8
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 467,6 267,4
Sachanlagen 443,8 394,0
Finanzielle Vermögenswerte 17,7 7,5
Sonstige Vermögenswerte 0,8 0,9
Aktive latente Steuern 26,8 27,7
  1.624,4 1.165,4
Kurzfristige Vermögenswerte    
Vorräte 241,9 222,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 271,6 241,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 27,4 15,0
Ertragsteueransprüche 16,4 21,6
Sonstige Vermögenswerte 33,0 22,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 72,4 62,0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 4,6 3,6
  667,3 587,6
Summe Aktiva 2.291,7 1.753,0
PASSIVA 30. Juni 2017
Mio. €
31. Dezember 2016
Mio. €
Eigenkapital    
Den Aktionären der Sartorius AG
zustehendes Eigenkapital
578,8 579,7
Gezeichnetes Kapital
68,4 68,4
Kapitalrücklage
39,1 38,4
Andere Rücklagen und Bilanzergebnis
471,3 472,9
Nicht beherrschende Anteile
168,4 157,1
  747,2 736,8
Langfristiges Fremdkapital    
Pensionsrückstellungen 62,4 64,1
Sonstige Rückstellungen 7,8 7,8
Finanzverbindlichkeiten 906,3 433,0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 18,2 18,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 67,9 73,7
Passive latente Steuern 130,7 54,3
  1.193,4 651,8
Kurzfristiges Fremdkapital    
Rückstellungen 17,2 18,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
127,4 120,4
Finanzverbindlichkeiten 64,9 93,0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2,8 3,0
Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern 52,3 49,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22,9 32,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten 23,7 23,6
Sonstige Verbindlichkeiten 39,9 25,0
  351,2 364,4
Summe Passiva 2.291,7 1.753,0

 

 

Kapitalflussrechnung

6 Monate
2017
Mio. €
6 Monate
2016
Mio. €
Ergebnis vor Steuern 104,9 106,0
Finanzergebnis 9,0 3,9
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 113,9 109,9
Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 48,0 33,6
Veränderung der Rückstellungen –0,9 1,1
Ertragsteuern –28,7 –32,0
Sonstige nicht zahlungswirksame Posten 1,0 0,7
Brutto-Cashflow aus operativer Tätigkeit 133,2 113,3
Veränderung der Forderungen und sonstige Vermögenswerte –35,6 –51,8
Veränderung der Vorräte –16,7 –29,8
Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) –26,6 11,5
Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 54,3 43,1
Investitionsauszahlungen –79,5 –69,4
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 0,0 0,4
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit –79,5 –69,0
Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftsbetrieben,
abzüglich erworbener Zahlungsmittel
–362,6 –79,1
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit, Akquisitionen und Desinvestitionen –442,1 –148,1
Einzahlungen für Zinsen 0,2 2,1
Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzierungsauszahlungen –4,3 –3,6
Dividendenzahlungen an:
– Aktionäre der Sartorius AG
–31,1 –25,8
– Nicht beherrschende Anteile
–10,7 –8,7
Brutto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –45,9 –36,0
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –70,8 –2,3
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 515,0 164,5
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 398,3 126,3
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10,6 21,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 62,0 52,8
Veränderung aus der Währungsumrechnung –0,2 2,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Endbestand 72,4 76,0

 

 

Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Mio. € Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Hedging-
rücklage
Pensions-
rücklage
Gewinn-
rück-
lagen und
Bilanz-
gewinn
Unterschied
aus der
Währungs-
umrechnung
Den
Aktionären
der Sartorius
AG
zustehendes
Eigenkapital
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigen-
kapital
Gesamt
Saldo zum 01.01.2016 17,1 88,4 –3,1 –15,1 406,5 24,0 517,7 127,0 644,8
Periodenergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0 53,4 0,0 53,4 20,8 74,2
Absicherung künftiger Zahlungsströme
(Cashflow Hedges)
0,0 0,0 0,3 0,0 0,0 0,0 0,3 0,3 0,5
Versicherungsmathematische Gewinne |
Verluste Pensionsrückstellungen
0,0 0,0 0,0 –6,4 0,0 0,0 –6,4 –1,0 –7,4
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –10,2 –10,2 –3,5 –13,7
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,1 0,0 –0,1 0,3 0,2
Ertragsteuern auf Posten die möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 0,0 0,0 –0,1 1,9 0,0 0,0 1,8 0,1 1,9
Sonstiges Ergebnis nach
Steuern
0,0 0,0 0,2 –4,6 –0,1 –10,2 –14,6 –3,8 –18,4
Gesamtergebnis 0,0 0,0 0,2 –4,6 53,3 –10,2 38,8 17,0 55,8
Aktienbasierte Vergütung 0,0 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7
Dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 –25,8 0,0 –25,8 –8,7 –34,5
Kapitalerhöhung1) 51,3 –51,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Put-Option Israel 0,0 0,0 0,0 0,0 –13,4 0,0 –13,4 –0,5 –13,4
Sonstige
Eigenkapitalveränderungen
0,0 0,0 0,0 0,5 0,4 0,0 1,0 –0,2 0,8
Saldo zum 30.06.2016 68,4 37,7 –2,9 –19,2 421,1 13,9 519,0 135,1 654,2
in Mio. € Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Hedging-
rücklage
Pensions-
rücklage
Gewinn-
rück-
lagen und
Bilanz-
gewinn
Unterschied
aus der
Währungs-
umrechnung
Den
Aktionären
der Sartorius
AG
zustehendes
Eigenkapital
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigen-
kapital
Gesamt
Saldo zum 01.01.2017 68,4 38,4 –7,3 –17,7 473,6 24,3 579,7 157,1 736,8
Periodenergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0 51,8 0,0 51,8 22,7 74,5
Absicherung künftiger Zahlungsströme
(Cashflow Hedges)
0,0 0,0 19,8 0,0 0,0 0,0 19,8 5,0 24,8
Versicherungsmathematische Gewinne |
Verluste Pensionsrückstellungen
0,0 0,0 0,0 1,7 0,0 0,0 1,7 0,3 2,0
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –13,6 –13,6 –4,4 –18,1
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 0,0 0,0 0,0 0,0 –25,6 0,0 –25,6 0,0 –25,6
Ertragsteuern auf Posten die möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden 0,0 0,0 –5,9 –0,4 2,2 0,0 –4,2 –1,6 –5,7
Sonstiges Ergebnis nach
Steuern
0,0 0,0 13,9 1,3 –23,4 –13,6 –21,9 –0,8 –22,7
Gesamtergebnis 0,0 0,0 13,9 1,3 28,4 –13,6 29,9 21,9 51,8
Aktienbasierte
Vergütung
0,0 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7
Dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 –31,1 0,0 –31,1 –10,7 –41,8
Sonstige
Eigenkapitalveränderungen
0,0 0,0 0,0 0,0 –0,4 0,0 –0,4 0,1 –0,3
Saldo zum 30.06.2017 68,4 39,1 6,6 –16,4 470,4 10,7 578,8 168,4 747,2

1) Zur Durchführung eines Aktiensplits wurde im Geschäftsjahr 2016 eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durchgeführt.

 

 

Segmentberichterstattung

Die Segmentabgrenzung ergibt sich gem. IFRS 8 aus dem sog. Management-Approach, d. h. die Festlegung der Segmente erfolgt in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Dementsprechend sind die Sparten Bioprocess Solutions sowie Lab Products & Services als operative Segmente anzusehen.

Die für die Beurteilung der Segmenterfolge relevante Erfolgsgröße ist für den Sartorius Konzern das sog. underlying EBITDA. Das EBITDA entspricht dem Überschuss vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen. Beim "underlying" EBITDA handelt es sich um ein um Sondereffekte bereinigtes, operatives Ergebnis. Als Sondereffekte gelten in diesem Zusammenhang Aufwendungen und Erträge, die einen außerordentlichen oder Einmalcharakter haben, dementsprechend die nachhaltige Ertragskraft des Segments verzerren und auch aus Konzernsicht einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen im Übrigen den allgemeinen Konzernbilanzierungsrichtlinien.

Umsatzerlöse Underlying EBITDA
in Mio. € 6 Mon. 2017 6 Mon. 2016 6 Mon. 2017 6 Mon. 2016
Bioprocess Solutions 510,9 469,8 140,8 128,1
Lab Products & Services 193,2 155,7 33,7 25,3
Summe fortgeführte Aktivitäten 704,1 625,4 174,5 153,4
Überleitung zum Ergebnis vor Steuern        
Abschreibungen     –48,0 –33,6
Sondereffekte     –12,7 –9,9
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT)     113,9 109,9
Finanzergebnis     –9,0 –3,9
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten     104,9 106,0

Geografische Informationen

Umsatzerlöse
in Mio. € 6 Mon. 2017 6 Mon. 2016
EMEA 302,9 288,1
Amerika 229,0 212,3
Asien | Pazifik 172,2 125,1
Konzern 704,1 625,4

Angaben zum verkürzten Zwischenabschluss

1. Allgemeine Informationen

Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts und oberstes Mutterunternehmen des Sartorius Konzerns. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen (HRB 1970) eingetragen und hat ihren Sitz in Göttingen, Bundesrepublik Deutschland, Weender Landstraße 94–108.

Der Sartorius Konzern hat sein Geschäft in zwei Sparten organisiert: Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Mit der Sparte Bioprocess Solutions ist Sartorius ein weltweit führender Anbieter von Produkten und Technologien für die Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen auf biologischer Basis, sogenannten Biopharmazeutika. Im Rahmen der Lösungsanbieter- Strategie wird der biopharmazeutischen Industrie ein Produktportfolio angeboten, das nahezu alle Prozessschritte ihrer Produktion abdeckt. Dies umfasst Zellkultur-Medien für die Anzucht der Zellen, Bioreaktoren verschiedener Größen für ihre Vermehrung sowie unterschiedliche Technologien wie Filter und Bags für ihre Ernte, Reinigung und Konzentration bis hin zur Abfüllung.

Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie auf akademische Forschungseinrichtungen. Weitere Kunden kommen aus der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie. Das Portfolio umfasst Instrumente und Verbrauchsmaterialien, die Labore zum Beispiel in der Probenvorbereitung oder bei anderen Standardapplikationen einsetzen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss der Sartorius AG zum 31. Dezember 2016 wurde in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des IASB - den International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Im vorliegenden Zwischenabschluss, der nach den Anforderungen des IAS 34, Zwischenberichterstattung, aufgestellt ist, wurden – mit Ausnahme der im Geschäftsjahr erstmalig anzuwendenden geänderten Vorschriften – grundsätzlich die selben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2016 zu Grunde lagen.

Ferner wurden sämtliche zum 30. Juni 2017 anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Einzelnen im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016 erläutert.

Eine Liste der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften befindet sich im Geschäftsbericht 2016, im laufenden Geschäftsjahr wurden die folgenden Gesellschaften erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen:

  • Essen Holdings Inc., USA
  • Essen Intermediate Holdings Inc., USA
  • Essen Instruments Inc., USA
  • Essen BioScience Ltd., Großbritannien
  • Essen BioScience K.K., Japan
  • Sartorius Stedim Data Analytics AB, Schweden

Es handelt sich um Zugänge aus Akquisitionen, Details hierzu finden sich im Abschnitt 5.

Im Hinblick auf die Berechnung des Steueraufwands wird auf den Zwischenabschluss die Regelung des IAS 34.30c) angewendet, d.h. die für das Gesamtjahr erwartete Steuerquote von 29% findet grundsätzlich Anwendung.

3. Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Erstellung des Zwischenabschlusses wendet die Konzernleitung Schätzungen und Annahmen an, die nach bestem Wissen der gegenwärtigen und künftigen Situation der Periode getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von diesen Schätzwerten abweichen.

Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen sowie die wichtigsten Quellen von Unsicherheiten sind im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 unverändert geblieben.

4. Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Der Konzern hat die folgenden neuen Rechnungslegungsvorschriften noch nicht angewendet, da deren Anwendung in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtet war:

  • Jährliche Verbesserungen der IFRS – Zyklus 2014-2016 (veröffentlicht im Dez. 2016), Änderungen an IFRS 12
  • Änderungen an IAS 12, Ansatz von Vermögenswerten aus latenten Steuern für nicht realisierte Verluste
  • Änderungen an IAS 7, Angabeninitiative

Aus der erstmaligen Anwendung dieser Standards werden sich erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben. Die folgenden Änderungen sind ab 2018 (IFRS 15, IFRS 9) bzw. 2019 (IFRS 16) anzuwenden:

IFRS 15, Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge und IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme.

Im Rahmen eines Projekts werden derzeit die Auswirkungen aus der künftigen Anwendung des neuen Standards analysiert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht der Konzern davon aus, dass sich für den überwiegenden Teil des Geschäfts keine wesentlichen Änderungen in Bezug auf Höhe und zeitlichen Anfall der Umsatzerlöse ergeben werden. Insbesondere bei derzeit nach IAS 11 bilanzierten Fertigungsaufträgen kann es hingegen aufgrund der geänderten Kriterien des IFRS 15 hinsichtlich einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisation künftig zu zeitlichen Verschiebungen kommen.

Nach bisherigem Stand der Analyse geht der Konzern davon aus, dass keine vollständige retrospektive Anwendung des Standards vorgenommen wird. Vielmehr ist geplant, den Effekt aus der erstmaligen Anwendung im Erstanwendungszeitpunkt im Eigenkapital zu erfassen. Zudem wird der Konzern IFRS 15 bei Erstanwendung voraussichtlich lediglich auf Verträge anwenden, die im Umstellungszeitpunkt nicht als abgeschlossen gelten.

IFRS 9, Finanzinstrumente ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. Im Rahmen eines Projekts werden derzeit die Auswirkungen aus der künftigen Anwendung des neuen Standards analysiert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen im Vergleich zum Konzernabschluss keine anderslautenden Erkenntnisse vor, sodass auf die Ausführungen im Konzernabschluss 2016 verwiesen wird.

IFRS 16, Leasingverhältnisse ist erstmals verpflichtend anzuwenden ab 2019. Der Standard führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse grundsätzlich in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard – das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating- Leasingverhältnisse einstufen.

Der Konzern hat mit der Analyse der Auswirkungen des neuen Standards begonnen. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant. Nach aktuellem Stand plant der Konzern, die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter in Anspruch zu nehmen und die entsprechenden Leasingzahlungen grundsätzlich linear über den jeweiligen Leasingzeitraum aufwandswirksam zu erfassen.

IFRS 16 wird voraussichtlich zu einer Erhöhung des Anlagevermögens und der finanziellen Verbindlichkeiten führen. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand erwartet der Konzern insgesamt aber keine signifikanten Auswirkungen auf die wichtigsten Kennzahlen wie Eigenkapitalquote oder Underlying EBITDA. So ergäbe sich auf Basis der zum 31. Dezember 2016 erhobenen künftigen finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Operating-Leasingverhältnissen eine Minderung der Eigenkapitalquote von etwa 1 %.

Für sämtliche der vorstehend beschriebenen Änderungen ist die Analyse der Auswirkungen noch nicht abgeschlossen. Die dargelegten Informationen stellen insoweit eine Aktualisierung des im Konzernabschluss 2016 jeweils beschriebenen Analysestands dar und sind daher im Zusammenhang mit den im Konzernabschluss 2016 gemachten Angaben zu betrachten.

5. Unternehmenserwerbe und -verkäufe

Akquisition Essen BioScience

Am 24. März 2017 hat der Konzern das USamerikanische Unternehmen Essen BioScience Inc. mit Sitz in Ann Arbor, Michigan, USA erworben. Erworben wurden 100 % der Stimmrechte an der Gesellschaft. Der Zukauf stärkt das Bioanalytik-Portfolio der Sparte Lab Products & Services.

Essen BioScience entwickelt und vermarktet neuartige, kamerabasierte Zellanalytik-Systeme für die Arzneimittelforschung, welche sich zunehmend in Pharmalaboren etablieren. Es handelt sich hierbei um eine Plattform von Instrumenten, Software und Reagenzien, die mittels hochauflösender Bilder biologische Prozesse in Echtzeit visualisiert und vollautomatisch analysiert. Mithilfe der gewonnenen Daten lassen sich neue Erkenntnisse über Wirkmechanismen in kranken und gesunden Zellen erzielen, die dazu beitragen, die oft sehr zeitintensive Entwicklung neuer Wirkstoffe deutlich zu beschleunigen.

Das 1996 gegründete Unternehmen beschäftigt aktuell etwa 150 Mitarbeiter und wird im laufenden Jahr voraussichtlich einen Umsatz von rund 60 Mio. US$ erzielen. Neben dem Hauptsitz in den USA besitzt Essen BioScience Vertriebsgesellschaften in Großbritannien und Japan.

Die Ermittlung der beizulenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden ist derzeit noch nicht abgeschlossen, die Kaufpreisallokation wurde daher vorläufig – auf Basis der verfügbaren Erkenntnisse des Managements – vorgenommen. Es wurden dabei folgende Ansätze berücksichtigt:

Vorläufige Kaufpreisallokation
in Mio. €
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 229,3
Sachanlagen 1,3
Vorräte 9,1
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 9,9
Sonstige Vermögenswerte 0,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14,9
Latente Steuern – netto –73,3
Sonstige Verbindlichkeiten –22,1
Erworbenes Nettovermögen 169,8
 
Kaufpreis 309,4
Geschäfts- oder Firmenwerte 139,6

Der Kaufpreis von umgerechnet 309,4 Mio. € wurde in Barmitteln entrichtet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Aufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. € wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Eine steuerliche Abziehbarkeit des Geschäftsoder Firmenwertes ist voraussichtlich nicht gegeben. Die anzusetzenden Immateriellen Vermögenswerte werden sich nach heutiger Erkenntnis im Wesentlichen auf Technologien, Kundenbeziehungen und Marken beziehen.

Der resultierende Geschäfts- oder Firmenwert entällt neben der Realisierung von Synergien durch den Zugang des erworbenen Unternehmens zum globalen Vertriebsnetz des Konzerns auf die Erweiterung des Produktportfolios der Laborsparte und den Ausbau der Positionierung dieser Sparte bei Biopharma-Kunden.

Akquisition Umetrics

Am 3. April 2017 hat der Konzern über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech 100 % der Stimmrechte an der schwedischen Gesellschaft MKS Instruments AB (Umetrics) mit Sitz in Umeå, Schweden, erworben. Die Gesellschaft wurde mittlerweile in "Sartorius Stedim Data Analytics AB" umbenannt. Im Zuge des Unternehmenserwerbs wurden neben den Anteilen weitere zugehörige immaterielle Vermögenswerte im Rahmen von Asset Deals erworben. Die Akquisition ergänzt das Produktportfolio der Sparte Bioprocess Solutions.

Umetrics ist ein weltweit führender Spezialist für die Datenanalyse zur Modellierung und Optimierung von biopharmazeutischen Entwicklungs- und Produktionsprozessen. Mit derzeit etwa 50 Mitarbeitern wird Umetrics 2017 voraussichtlich einen Umsatz von rund 15 Mio. US$ erzielen.

Die Ermittlung der beizulenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden ist derzeit noch nicht abgeschlossen, die Kaufpreisallokation wurde daher vorläufig – auf Basis der verfügbaren Erkenntnisse des Managements – vorgenommen. Es wurden dabei folgende Ansätze berücksichtigt:

Vorläufige Kaufpreisallokation
in Mio. €
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 30,3
Sachanlagen 0,1
Vorräte 0,0
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1,2
Sonstige Vermögenswerte 0,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6,9
Latente Steuern – netto –6,3
Sonstige Verbindlichkeiten –4,6
Erworbenes Nettovermögen 28,0
 
Kaufpreis 75,0
Geschäfts- oder Firmenwerte 47,0

Der Kaufpreis von umgerechnet 75,0 Mio. € wurde in Barmitteln entrichtet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Aufwendungen in Höhe von 0,2 Mio. € wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Eine steuerliche Abziehbarkeit des Geschäfts- Geschäftsoder Firmenwertes ist voraussichtlich nicht gegeben. Die anzusetzenden Immateriellen Vermögenswerte werden sich nach heutiger Erkenntnis im Wesentlichen auf Technologien und Kundenbeziehungen beziehen.

Der Geschäfts- oder Firmenwert entfällt auf Synergien sowie nicht separierbare immaterielle Werte, wie etwa das Know-How des Mitarbeiterstamms.

Seit der erstmaligen Einbeziehung haben die im ersten Halbjahr 2017 erworbenen Unternehmen einen Umsatz von rund 16 Mio. € (Essen BioScience) bzw. 2 Mio. € (Umetrics) beigetragen, die Auswirkungen auf das Konzernergebnis waren insgesamt unwesentlich.

Wären die Erwerbe zum 1. Januar 2017 erfolgt, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das erste Halbjahr 2017 713,5 Mio. € betragen. Ohne die Auswirkungen aus den Kaufpreisallokationen wären die Auswirkungen auf den Jahresüberschuss unwesentlich.

6. Finanzinstrumente

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte

in Mio. € Kategorien 30. Juni 2017
Buchwert
30. Juni 2017
beizulegender Zeitwert
31. Dez. 2016
Buchwert
31. Dez. 2016
beizulegender
Zeitwert
Finanzanlagen Zur Veräußerung verfügbar 5,7 5,7 3,8 3,8
Finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 3,3 3,3 3,2 3,2
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken gehalten 0,0 0,0 0,3 0,3
Derivative Finanzinstrumente in
Sicherungsbeziehung
N/A 8,7 8,7 0,2 0,2
Finanzielle Vermögenswerte
(langfristig)
17,7 17,7 7,5 7,5
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
Kredite und Forderungen 271,6 271,6 241,2 241,2
Forderungen und sonstige
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen 23,5 23,5 14,7 14,7
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken
gehalten
0,1 0,1 0,0 0,0
Derivative Finanzinstrumente in
Sicherungsbeziehung
N/A 3,9 3,9 0,3 0,3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(kurzfristig)
27,4 27,4 15,0 15,0
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
Kredite und Forderungen 72,4 72,4 62,0 62,0
           
Finanzverbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
971,2 977,4 526,0 536,2
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing
IAS 17 21,1 32,2 21,9 33,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
86,9 86,9 76,4 76,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen | erhaltene Anzahlungen
N/A 40,6 40,6 44,0 44,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
  127,4 127,4 120,4 120,4
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken
gehalten
6,2 6,2 5,6 5,6
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung N/A 1,1 1,1 13,8 13,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
63,8 69,2 66,9 73,7
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert 14,2 14,2 13,8 14,7
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 5,5 5,5 5,8 5,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   90,8 96,1 105,9 113,6


Für die zu Anschaffungskosten bilanzierten Eigenkapitalinstrumente (Finanzanlagen) sind beizulegende Zeitwerte aufgrund des Fehlens aktiver Märkte nicht ermittelbar. Dies betrifft hauptsächlich die Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um Vertriebstochtergesellschaften, eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes würde insoweit nicht zu einem zusätzlichen Nutzen im Hinblick auf wirtschaftliche Entscheidungen der Abschlussadressaten führen. Eine Veräußerungsabsicht im Hinblick auf die Anteile an verbundenen Unternehmen besteht derzeit nicht.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden grundsätzlich basierend auf den am Bilanzstichtag verfügbaren Marktinformationen ermittelt und sind einer der drei Hierarchiestufen von beizulegenden Zeitwerten gemäß IFRS 13 zuzuordnen.

Finanzinstrumente der Stufe 1 werden auf Basis quotierter Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bewertet. Innerhalb der Stufe 2 wird die Bewertung der Finanzinstrumente auf Basis von Faktoren, die aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, oder anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente durchgeführt. Finanzinstrumente der Stufe 3 werden auf Basis von Inputfaktoren, die nicht aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, bewertet.

Bei den zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich um Derivate in Form von Devisentermingeschäften, Zinsswaps und strukturierten Devisentermingeschäften. Die Bewertung erfolgte dabei jeweils auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven (Stufe 2).

Die Ermittlung der anzugebenden beizulegenden Zeitwerte für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen) sowie für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing erfolgte auf der Basis der Marktzinskurve unter Berücksichtigung aktueller (indikativer) Credit Spreads (Stufe 2).

Die Kaufpreisverbindlichkeit für die nicht beherrschenden Anteile von Sartorius Israel sowie die Verbindlichkeit aus den AllPure Phantom Units sind in Höhe des Barwerts der erwarteten künftigen Zahlungen auszuweisen. Dieser ist jeweils abzuleiten aus den erwarteten Umsätzen der betreffenden Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen im Ausübungszeitpunkt und einem risikoadjustierten Diskontierungssatz (Stufe 3).

Die anzugebenden beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden entsprechen aufgrund ihrer überwiegend kurzen Restlaufzeit annähernd ihrem Buchwert.

Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben.

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Umgliederungen zwischen den Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode erfasst, in denen die Änderung eingetreten ist. In der Berichtsperiode gab es keine Übertragungen zwischen den Stufen.

Die Bewertung der Level 3 Verbindlichkeiten wurde jeweils auf Basis eines DCF-Verfahrens vorgenommen, das die künftig erwarteten Zahlungen mit einem risikoadjustierten Zinssatz auf den Bewertungsstichtag abdiskontiert. Die künftigen Zahlungen berücksichtigen dabei verschiedene mögliche Entwicklungen sowie die Zahlungsbeträge in den jeweiligen Szenarien. Der wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktor in diesem Zusammenhang ist der künftige Umsatz, der für die AllPure Verbindlichkeit mit einer jährlichen Steigerung von durchschnittlich 15-20% angenommen wurde.

Der Buchwert dieser Verbindlichkeit hat sich wie folgt entwickelt:

2017
Mio. €
2016
Mio. €
Saldo am 1. Januar 5,8 5,4
Finanzaufwendungen 0,1 0,0
Währungseffekte –0,4 –0,1
Saldo am 30. Juni 5,5 5,4

Eine Zunahme (Abnahme) der Umsatzerwartungen um 10% in jedem der folgenden Jahre würde zu einer Erhöhung (Reduzierung) der Verbindlichkeit von 0,5 Mio. € (0,5 Mio. €) führen.

Bei der Verbindlichkeit für den Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an Sartorius Israel ist der nicht bebobachtbare Inputfaktor ebenfalls das Umsatzwachstum, das mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von ca. 15% angenommen wurde.

Der Buchwert dieser Verbindlichkeit hat sich wie folgt entwickelt:

2017
Mio. €
2016
Mio. €
Saldo am 1. Januar 13,8 0,0
Erstmaliger Ansatz 0,0 13,4
Finanzaufwendungen 0,2 0,2
Währungseffekte 0,2 –0,1
Saldo am 30. Juni 14,2 13,5

Eine Zunahme (Abnahme) der Umsatzerwartungen um 10% in jedem der folgenden Jahre würde zu einer Erhöhung (Reduzierung) der Verbindlichkeit von 1,4 Mio. € (1,4 Mio. €) führen.

7. Nahestehende Personen und Unternehmen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Konzergesellschaften stehen in Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen im Sinne von IAS 24. Dies betrifft insbesondere Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Diese Transaktionen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 4,6 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €) mit diesen Unternehmen erzielt, es bestanden Forderungen aus Darlehen sowie Lieferungen und Leistungen in Höhe von 11,9 Mio. € (10,8 Mio. €). Mit einem verbundenen Unternehmen besteht ein langfristiger Dienstleistungsvertrag, in der Berichtsperiode sind dafür im Konzernabschluss Aufwendungen in Höhe von 3,5 Mio. € (3,1 Mio. €) angefallen.

Zu weiteren Ausführungen auch im Hinblick auf nahestehende Personen wird auf den Geschäftsbericht 2016 (S. 159) verwiesen.

8. Sonstige Angaben

In der Zwischenberichtsperiode waren keine Wertminderungen von Vermögenswerten zu erfassen. Wertminderungstests sind insbesondere beim Goodwill und bei Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer durchzuführen.

Vor dem Hintergrund der Akquisitionstätigkeit im ersten Halbjahr 2017 hat Sartorius seine Finanzierungsstruktur durch die Begebung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 350 Mio. € weiter gestärkt.

Die Schuldscheindarlehen bestehen aus drei Tranchen mit Laufzeiten von 5, 7 und 10 Jahren und sind vollständig festverzinslich. In Summe stehen damit per 30. Juni Schuldscheintranchen in Höhe von 595 Mio. € aus.

Umrechnungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Rahmen der Akquisitionen der Jahre 2016 und 2017 haben sich diese Nettoinvestitionen deutlich erhöht, was zu entsprechenden Auswirkungen im sonstigen Ergebnis geführt hat.

In der Berichtsperiode hat die Sartorius AG eine Dividende in Höhe von 31,1 Mio. € gezahlt, von denen 15,4 Mio. € auf Stammaktien und 15,7 Mio. € auf Vorzugsaktien entfielen.

Eine prüferische Durchsicht des 6-Monatsberichts seitens des Konzernabschlussprüfers ist erfolgt. Die Zahlen des Einzelquartals Q2 in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung waren nicht Bestandteil dieses Reviews.

9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zur Beendigung der Aufstellung des Zwischenabschlusses haben sich keine wesentlichen Ereignisse ergeben.

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen

Wir haben den Konzern-Zwischenabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie Angaben zum Konzern-Zwischenabschluss und den Konzern- Zwischenlagebericht der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2017, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzern- Zwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzern-Zwischenlageberichts nach den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem Konzern- Zwischenabschluss und dem Konzern- Zwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des Konzern- Zwischenabschlusses und des Konzern- Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzern- Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit dem für den Konzern- Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der Konzern- Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern- Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

 

Hannover, den 20. Juli 2017

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

 

Leitz
Wirtschaftsprüfer


Thiele
Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2017 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Göttingen, den 20. Juli 2017

Sartorius AG
Der Vorstand