Lagebericht

Wirtschafts- und Branchenbericht

Die Branchen, in denen der Sartorius-Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitestgehend unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist.

Weltwirtschaft verzeichnet leichte Wachstumsbeschleunigung

Das Wirtschaftswachstum der OECD-Länder lag im ersten Quartal 2017 (letzte verfügbare Daten) mit etwa +2,0% etwas über dem Niveau des Vorjahresquartals von +1,7%.

Die weltgrößte Volkswirtschaft USA legte zu Jahresbeginn mit +1,9% (Vorjahr +1,6%) angesichts moderater Verbraucherausgaben etwas schwächer als erwartet zu. Im weiteren Jahresverlauf wird unter anderem mit Blick auf den robusten Arbeitsmarkt mit einer stärkeren Wachstumsdynamik gerechnet.

Die Eurozone entwickelte sich trotz der Unsicherheiten in Verbindung mit dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU mit einem Zuwachs von +1,7% insgesamt robust (Vorjahr +1,7%), insbesondere getragen durch eine starke Nachfrage privater Haushalte sowie durch Exporte.

Der asiatische Wirtschaftsraum erwies sich weiterhin als wesentlicher Wachstumstreiber. So stieg das Bruttoinlandsprodukt Chinas um +6,9% (Vorjahr +6,7%), unter anderem aufgrund höherer staatlicher Investitionen. Das Expansionstempo der indischen Wirtschaft schwächte sich bedingt durch die Bargeldreform des Landes von +8,7% im Vorjahresquartal auf +6,2% ab, blieb damit im internationalen Vergleich jedoch weiterhin auf hohem Niveau.

Quellen: OECD: Quarterly National Accounts, Mai 2017; Reuters, April 2017

Fortgesetzt positive Branchenentwicklung

Einen Großteil seines Geschäfts erzielt Sartorius mit Kunden aus der biopharmazeutischen und pharmazeutischen Industrie. Daneben gehören vor allem öffentliche Forschungseinrichtungen, die chemische Industrie und die Nahrungsmittelbranche zu den Kunden des Konzerns. Von den Entwicklungen in den jeweiligen Branchen gehen entsprechend wichtige Impulse für die Geschäftsentwicklung von Sartorius aus.

Der weltweite Pharmamarkt erzielte laut Angaben des internationalen Marktforschungsinstitutes IMS Health in den vergangenen fünf Jahren ein durchschnittliches Wachstum von rund 6% pro Jahr. Die Verfügbarkeit neuer innovativer Medikamente sowie ein verbesserter Zugang zu Gesundheitsleistungen, unter anderem aufgrund des Ausbaus staatlicher Gesundheitssysteme, stellten neben der stetig wachsenden und weiter alternden Weltbevölkerung die wesentlichen Wachstumssäulen dar.

Der Markt für biotechnologisch hergestellte Medikamente wächst bereits seit Jahren überproportional zum Weltpharmamarkt. Dies ist vor allem auf zahlreiche Neuzulassungen und die weitere Marktdurchdringung vorhandener biologischer Arzneimittel zurückzuführen. Der Umsatzanteil biologisch hergestellter Medikamente am Weltpharmamarkt stieg insgesamt von circa 20% im Jahr 2012 auf rund 25% im Jahr 2016.

Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, waren für das Wachstum innerhalb des Biotechnologiemarktes bislang noch von untergeordneter Bedeutung. Im wichtigen US-amerikanischen Markt, der sich gegenüber den Biosimilarsmärkten in Europa und Asien etwas zeitverzögert entwickelt, erzielte die Industrie zuletzt jedoch deutliche Fortschritte. So wurden bislang fünf Biosimilars durch die US amerikanische Gesundheitsbehörde FDA zugelassen, nachdem die erste Marktzulassung für ein Biosimilar auf Basis eines verkürzten Verfahrens im Jahr 2015 erfolgte.

Die Nachfrage nach Laborinstrumenten und –verbrauchsmaterialien kommt neben der biopharmazeutischen und pharmazeutischen Industrie aus der öffentlichen Forschung sowie aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche.

Der weltweite Labormarkt legte im vergangenen Jahr nach Angaben von Frost & Sullivan um etwa +2,4% zu. Dabei verzeichnete Europa angesichts des moderaten Wirtschaftswachstums sowie der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem britischen Referendum gegen die EU-Mitgliedschaft einen Zuwachs von lediglich +1,5%. Der Umsatz im größten Markt für Laborprodukte, den USA, stieg um +2,5 %. Deutliche Wachstumsimpulse gingen erneut von asiatischen Ländern wie China und Indien aus, in denen die jeweiligen Labormärkte überdurchschnittlich um +7,8% bzw. +8,4% zulegten.

Quellen: IMS Health: Outlook for Global Medicines through 2021, December 2016; EvaluatePharma: World Preview 2017, Outlook to 2022, June 2017; www.biologicsblog.com, 19.5.2017; Frost & Sullivan: 2017 Mid-year Report; May 2017.

Geschäftsentwicklung Konzern

  • Zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Ertrag
  • Lab Products & Services entwickelt sich durch organisches Wachstum und Portfolioerweiterung sehr dynamisch
  • Bioprocess Solutions mit solider Entwicklung in einem normalisierten Marktumfeld
  • Prognose für das Geschäftsjahr 2017 bestätigt

Produktportfolio durch Akquisitionen ausgebaut

Im ersten Halbjahr 2017 hat Sartorius seine Produktpalette durch zwei Akquisitionen um innovative und komplementäre Technologien ergänzt. So wurde das Portfolio der Sparte Lab Products & Services im März durch den Erwerb des Unternehmens Essen BioScience im Bereich der Bioanalytik deutlich erweitert und die Positionierung der Sparte bei Biopharmakunden und der öffentlichen Forschung weiter verstärkt. Ferner hat die Sparte Bioprocess Solutions ihr umfangreiches Angebot an Einweglösungen und Equipment im April durch den Erwerb des Datenanalysespezialisten Umetrics ausgebaut.

Weiterführende Informationen zu den Akquisitionen finden sie auf den Seiten 8 und 9.

Sartorius mit zweistelligem Umsatzwachstum im ersten Halbjahr

Der Sartorius Konzern entwickelte sich im ersten Halbjahr 2017 mit zweistelligen Zuwachsraten weiter dynamisch. Angesichts einer guten organischen Geschäftsentwicklung beider Konzernsparten sowie der Akquisitionen von Essen BioScience und Umetrics stieg der Umsatz wechselkursbereinigt um 11,5% von 625,4 Mio. € auf 704,1 Mio. €; der nominale Anstieg belief sich auf 12,6%.

Umsatz und Auftragseingang
in Mio. € 6 Mon.
2017
6 Mon.
2016
Δ in %
nominal
Δ in %
wb1
Umsatz 704,1 625,4 12,6 11,5
Auftragseingang 741,9 677,6 9,5 8,4

1 Wechselkursbereinigt

Das Wachstum des Sartorius Konzerns wurde im ersten Halbjahr 2017 durch alle Regionen getragen. Die Region Asien | Pazifik, auf die rund 24% des Konzernumsatzes entfiel, zeigte die höchste Dynamik mit einem Zuwachs von 34,8% auf 172,2 Mio. € (nominal +37,7% gegenüber 125,1 Mio. €).

1 Wechselkursbereinigt

2 Nach Sitz des Kunden

Die mit einem Umsatzanteil von rund 43% umsatzstärkste Region EMEA verbuchte gegenüber einer hohen Vergleichsbasis in der Berichtsperiode ein Plus von 5,9% auf 302,9 Mio. € (nominal +5,1% gegenüber 288,1 Mio. €).

Der Umsatz in der Region Amerika, die rund 33% des Konzernumsatzes ausmacht, lag mit 229,0 Mio. € um 4,8% über dem Vorjahr (nominal +7,9% gegenüber 212,3 Mio. €).

Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt, sofern nicht anderweitig angegeben.

Underlying EBITDA legt überproportional zu

Sartorius verwendet als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, das underlying EBITDA.

Der Sartorius Konzern steigerte sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2017 erneut überproportional zum Umsatz. Das underlying EBITDA stieg aufgrund von Skaleneffekten um 13,8% von 153,4 Mio. € auf 174,5 Mio. €. Die EBITDA-Marge erhöhte sich von 24,5% im Vorjahreszeitraum auf 24,8%.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge Konzern
in Mio. € 6 Mon.
2017
6 Mon.
2016
Δ
in %
Underlying EBITDA 174,5 153,4 13,8
Underlying EBITDA-Marge 24,8 24,5

Inklusive Sondereffekte in Höhe von –12,7 Mio. € (Vorjahr –9,9 Mio. €) und Abschreibungen lag das EBIT des Konzerns bei 113,9 Mio. € gegenüber 109,9 Mio. € im Vorjahr. Die Sondereffekte ergaben sich überwiegend aus verschiedenen spartenübergreifenden Projekten und aus Aufwendungen im Zusammenhang mit den jüngsten Akquisitionen. Die EBIT-Marge lag in der Berichtsperiode aufgrund akquisitionsbedingt gestiegener Amortisation bei 16,2% (Vorjahr: 17,6%).

Das Finanzergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2017 auf -9,0 Mio. € nach -3,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf Bewertungseinflüsse aus Fremdwährungsverbindlichkeiten und Sicherungsgeschäften sowie zu einem kleineren Teil auf akquisitionsbedingt gestiegene Zinsaufwendungen zurückzuführen.

Das Periodenergebnis der ersten 6 Monate 2017 lag bei 74,5 Mio. € gegenüber 74,2 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter belief sich auf 51,8 Mio. € nach 53,4 Mio. € im ersten Halbjahr des Vorjahres. Auf Minderheitenanteile entfielen 22,7 Mio. € (Vorjahr 20,8 Mio. €).

Maßgeblicher Jahresüberschuss steigt deutlich

Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende bereinigte Periodenergebnis erhöhte sich um 13,6% von 62,4 Mio. € auf 70,9 Mio. €. Es ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses, jeweils einschließlich entsprechender Steueranteile. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie lag bei 1,03 € (Vorjahr 0,91 €) bzw. je Vorzugsaktie bei 1,04 € (Vorjahr 0,92 €).

in Mio. € 6 Mon. 2017 6 Mon. 2016
EBIT 113,9 109,9
Sondereffekte 12,7 9,9
Amortisation 17,0 8,5
Normalisiertes Finanzergebnis1 –8,3 –6,8
Normalisierter Steueraufwand (2017: 29%, 2016: 30%)2 –39,2 –36,4
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern 96,1 85,0
Nicht beherrschende Anteile –25,1 –22,6
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern und nach nicht beherrschenden Anteilen 70,9 62,4
Bereinigtes Ergebnis je Aktie    
je Stammaktie in €
1,03 0,91
je Vorzugsaktie in €
1,04 0,92

1 Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften und periodenfremde Aufwendungen und Erträge

2 Underlying Steueraufwand, basierend auf dem bereinigten Ergebnis vor Steuern und nicht-zahlungswirksamer Amortisation

Operativer Cashflow legt zu

Der Sartorius Konzern verzeichnete in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit von 54,3 Mio. € gegenüber 43,1 Mio. € im Vorjahr. Diese Entwicklung wurde neben der Ergebnisverbesserung im Wesentlichen durch geringere Steuerzahlungen gegenüber dem Vorjahr sowie durch einen überwiegend wachstumsbedingten Anstieg der Mittelbindung im Net Working Capital beeinflusst.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag mit -79,5 Mio. € planmäßig über dem Vorjahreswert von -69,0 Mio. €. Die Investitionen in der Berichtsperiode entfielen unter anderem auf den Ausbau von Produktionskapazitäten an unserem Standort in Yauco sowie die Konsolidierung und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz lag im ersten Halbjahr bei 12,9% gegenüber 11,5% im Vorjahr.

Akquisitionsbedingt flossen im ersten Halbjahr 2017 im Zuge des Erwerbs der Unternehmen Essen BioScience und Umetrics 362,6 Mio. € ab. Der Mittelabfluss in Höhe von 79,1 Mio. € in der Vorjahresperiode spiegelt die Akquisition von IntelliCyt wider. Insgesamt betrug der Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen -442,1 Mio. € gegenüber -148,1 Mio. € im Vorjahr.

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern weiter auf gutem Niveau

Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 30. Juni 2017 auf 2.291,7 Mio. € nach 1.753,0 Mio. € per 31. Dezember 2016. Dieser Anstieg ist ganz überwiegend auf die Akquisitionen von Essen BioScience und Umetrics zurückzuführen.

Das Eigenkapital des Sartorius Konzerns erhöhte sich in der Berichtsperiode leicht von 736,8 Mio. € zum 31. Dezember 2016 auf 747,2 Mio. € zum Bilanzstichtag. Die Eigenkapitalquote lag mit 32,6% weiterhin auf einem komfortablen Niveau (31. Dezember 2016: 42,0%).

Die Bruttoverschuldung stieg insbesondere aufgrund der vorgenannten Akquisitionen auf 992,3 Mio. € gegenüber 547,9 Mio. € zum 31. Dezember 2016. Die Nettoverschuldung lag bei 919,8 Mio. € (31. Dezember 2016: 485,9 Mio. €).

In diesem Zusammenhang stieg der dynamische Verschuldungsgrad, das heißt der Quotient aus Nettoverschuldung zu underlying EBITDA der letzten 12 Monate, zum 30. Juni 2016 auf 2,7 nach 1,5 zum Jahresende 2016.

Anzahl der Beschäftigten erhöht

Der Sartorius Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2017 weltweit insgesamt 7.364 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum 31. Dezember 2016 hat sich die Beschäftigtenzahl damit um 453 Personen bzw. rund 7% erhöht. Hierin enthalten sind 208 Mitarbeiter der akquirierten Unternehmen Essen BioScience und Umetrics. Regional betrachtet verzeichnete die Region Amerika vor allem akquisitionsbedingt mit einem Zuwachs von 19% den größten Anstieg. Die Anzahl der Mitarbeiter in der Region EMEA-Region erhöhte sich in der Berichtsperiode um rund 5% auf 5.082. In Asien | Pazifik beschäftigte Sartorius zum Ende der Berichtsperiode 1.106 Personen (31.12.2016: 1.069 Mitarbeiter).

Geschäftsentwicklung Sparten

Bioprocess Solutions: Portfolio durch Erwerb des Datenanalysespezialisten Umetrics ausgebaut

Im April 2017 hat Sartorius das Portfolio der Sparte Bioprocess Solutions durch die Akquisition des schwedischen Unternehmens Umetrics ergänzt. Umetrics ist ein weltweit führender Spezialist für die Datenanalyse zur Modellierung und Optimierung von biopharmazeutischen Entwicklungs- und Produktionsprozessen, mit dem Sartorius schon seit rund fünf Jahren kooperiert hat. Umetrics plant für 2017 mit einem Gesamtjahresumsatz von rund 15 Mio. US$; etwa drei Viertel hiervon werden in diesem Jahr in den Umsatz der Sparte einbezogen werden.

Marktwachstum normalisiert sich; Sparte mit solider Entwicklung

Nach zwei stark überdurchschnittlichen Jahren hat sich das Marktwachstum im Bioprozessgeschäft erwartungsgemäß normalisiert. So verzeichnete die Sparte Bioprocess Solutions im ersten Halbjahr einen wechselkursbereinigten Umsatzzuwachs von 8,0% auf 510,9 Mio. € (nominal +8,8%). Insbesondere die Entwicklung in der Region Amerika war durch eine relativ verhaltene Kundennachfrage sowie eingeschränkte Lieferkapazitäten für Zellkulturmedien beeinflusst. Der Einbezug der akquirierten Unternehmen kSep (Erwerb im Juli 2016) und Umetrics trug in der Berichtsperiode knapp 1 Prozentpunkt nicht-organisches Wachstum bei.

Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Sparte Bioprocess Solutions regional betrachtet im ersten Halbjahr recht unterschiedlich. Die größten Zuwächse erzielte die Sparte in der Region Asien | Pazifik, in der der Umsatz unter anderem aufgrund der Auslieferung größerer Equipmentaufträge um 44,4% zulegte. Demgegenüber lag das Geschäft in der Region Amerika in der ersten Jahreshälfte aufgrund der genannten Faktoren knapp unterhalb des starken Vorjahresniveaus (-2,6%). In der Region EMEA stieg der Umsatz gegenüber einer sehr hohen Basis im ersten Halbjahr 2016 um 2,2%.

Bioprocess Solutions
in Mio. € 6 Mon.
2017
6 Mon.
2016
Δ in %
nominal
Δ in %
wb
Umsatzerlöse 510,9 469,8 8,8 8,0
– EMEA1 209,4 207,2 1,0 2,2
– Amerika1 181,3 181,1 0,1 –2,6
– Asien | Pazifik1 120,3 81,5 47,6 44,4
Auftragseingang 546,9 519,2 5,3 4,4

1 Nach Sitz des Kunden

Der Auftragseingang der Sparte stieg im ersten Halbjahr um 4,4% gegenüber einem sehr starken Vorjahreswert, der durch einige größere Equipment-Aufträge beeinflusst war.

Das underlying EBITDA der Sparte Bioprocess Solutions erhöhte sich in der Berichtsperiode um 10,0% von 128,1 Mio. € auf 140,8 Mio. €. Die entsprechende Marge stieg insbesondere aufgrund von Skaleneffekten von 27,3% auf 27,6%.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
Bioprocess Solutions
in Mio. € 6 Mon.
2017
6 Mon.
2016
Δ
in %
Underlying EBITDA 140,8 128,1 10,0
Underlying EBITDA-Marge in % 27,6 27,3

Lab Products & Services: Portfolio im Bereich der Bioanalytik deutlich erweitert

Die Sparte Lab Products & Services hat ihr Angebot an innovativen Technologien für die Arzneimittelforschung im Bereich Bioanalytik nach den Akquisitionen von IntelliCyt und ViroCyt im Sommer 2016 durch die Übernahme der US-amerikanischen Essen BioScience Inc. im März 2017 deutlich ausgebaut. Die Systeme von Essen zur zeitlich aufgelösten Untersuchung von Zellen ergänzen sich hervorragend mit den Produkten von IntelliCyt und bieten zusätzliches Wachstumspotential für die Sparte Lab Products & Services. Für Essen BioScience wird in 2017 ein Umsatz von rund 60 Mio. US-Dollar erwartet; etwa drei Viertel hiervon wird in diesem Jahr in den Umsatz der Sparte einbezogen werden.

Positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt

Die Sparte Lab Products & Services steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2017 deutlich um wechselkursbereinigt 22,1% auf 193,2 Mio. € (nominal +24,1%). Die Sparte verzeichnete aufgrund einer starken Nachfrage in allen Regionen und allen Produktbereichen ein organisches Wachstum von rund 7%. Einen Wachstumsbeitrag von rund 15 Prozentpunkten lieferte die Portfolioerweiterung im Bereich Bioanalytik.

Lab Products & Services
in Mio. € 6 Mon.
2017
6 Mon.
2016
Δ in %
nominal
Δ in %
wb
Umsatzerlöse 193,2 155,7 24,1 22,1
– EMEA1 93,5 80,8 15,7 15,1
– Amerika1 47,7 31,2 53,0 47,5
– Asien | Pazifik1 52,0 43,6 19,2 17,2
Auftragseingang 195,0 158,4 23,1 21,1

1 Nach Sitz des Kunden

Das Ergebnis der Sparte Lab Products & Services erhöhte sich im ersten Halbjahr 2017 aufgrund von Skaleneffekten im Zusammenhang mit dem guten organischen Wachstum sowie durch Akquisitionsbeiträge deutlich um 33,1% von 25,3 Mio. € auf 33,7 Mio. €. Die Ergebnismarge verbesserte sich von 16,3% im Vorjahr auf 17,5%.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
Lab Products & Services
in Mio. € 6 Mon.
2017
6 Mon.
2016
Δ
in %
Underlying EBITDA 33,7 25,3 33,1
Underlying EBITDA-Marge in % 17,5 16,3

Chancen- und Risikobericht

Die Chancen- und Risikosituation des Sartorius Konzerns hat sich seit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2016 nicht wesentlich verändert. Daher wird an dieser Stelle auf die ausführliche Beschreibung der Chancen und Risiken sowie des Risikomanagementsystems des Sartorius Konzerns auf den Seiten 52ff. und 65ff. des Geschäftsberichts 2016 verwiesen.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick leicht verbessert

Laut der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte das Wachstum der Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2017 mit +3,5% etwas besser ausfallen als zu Jahresbeginn prognostiziert (+3,4%).

Für den US-amerikanischen Markt rechnet der IWF mit einem Plus von 2,3% gegenüber +1,6% im Vorjahr weiter mit einer anziehenden Wirtschaftsdynamik. Wesentliche Wachstumstreiber sollen demnach der Wegfall des Lagerabbaus und eine Erholung der Investitionstätigkeit sein.

Für die Eurozone hat der IWF seine Wachstumserwartungen seit Jahresbeginn von +1,5% auf +1,7% aufgrund der weiterhin expansiven Fiskalpolitik und positiven Effekten der anziehenden Wirtschaftsdynamik in den USA ebenfalls leicht erhöht. In Großbritannien dürften die Einflüsse des geplanten Austritts aus der Europäischen Union kurzfristig geringer ausfallen als erwartet; daher rechnet der IWF für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von +2,0%.

Der asiatische Wirtschaftsraum soll laut Expertenmeinung sein Expansionstempo mit +6,4% unverändert gegenüber dem Vorjahr beibehalten. Für China wird auch unterstützt durch staatliche Investitionen mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um +6,6% gerechnet. Die Wirtschaftsentwicklung Indiens wird nach Ansicht des IWF im laufenden Jahr durch die Bargeldreform des Landes belastet. Entsprechend hat der IWF seine jüngste Prognose auf +7,2% für das Jahr 2017 revidiert.

Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook, April 2017

Weiterhin positives Branchenumfeld

Die im Geschäftsbericht 2016 auf den Seiten 61-63 dargestellten Trends, die die Entwicklung des Sartorius Konzerns beeinflussen, haben insgesamt unverändert Bestand.

Für den weltweiten Pharmamarkt wird in der Periode 2016 bis 2021 nach jüngsten Schätzungen mit einem durchschnittlichen Wachstum von +4% bis +7% pro Jahr gerechnet. Für das Teilsegment Biopharma erwarten Marktbeobachter weiter überproportionale Zuwächse von durchschnittlich rund +9% p.a.. Dieses Wachstum ist im Wesentlichen durch die weitere Penetration bereits zugelassener Biopharmazeutika, die Erweiterung ihrer Indikationsgebiete sowie starken Forschungs-und Entwicklungspipelines getragen.

Die weltweite Nachfrage nach Laborprodukten dürfte sich laut Frost & Sullivan weiterhin stabil entwickeln. So wird für das Jahr 2017 ein Zuwachs von +2,8% prognostiziert. Während für die Märkte in den USA und Europa mit +3,2% bzw. +1,9% moderat zulegen dürften, wird die größte Dynamik weiter für die asiatischen Länder China (+7,6%) und Indien (+8,6%) erwartet.

Quellen: IMS Health: Outlook for Global Medicines through 2021, December 2016; Frost & Sullivan; Frost & Sullivan: 2017 Midyear Report; May 2017; EvaluatePharma: World Preview 2017, Outlook to 2022, June 2017

Prognose für das Geschäftsjahr 2017 bestätigt

Die Unternehmensleitung bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr 2017.

Konzern

Auf Basis konstanter Wechselkurse soll der Umsatz des Konzerns im Gesamtjahr weiterhin um etwa 12% bis 16% steigen. Die underlying EBITDA-Marge soll im Vergleich zum Vorjahreswert von 25,0% um etwas über einen halben Prozentpunkt zulegen.

Für das Jahr 2017 plant Sartorius unverändert Investitionen in Höhe von etwa 12% bis 15% des Umsatzes. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit bleiben weiterhin der Ausbau des Standortes Yauco für die Herstellung von Einwegbeuteln und Filtern sowie die Zusammenführung und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen.

Mit Blick auf die Finanzlage dürfte der dynamische Verschuldungsgrad angesichts der jüngsten Akquisitionen zum Ende des laufenden Jahres bei etwa 2,4 liegen. Mögliche weitere Akquisitionen sind dabei nicht berücksichtigt.

Sparten

Für die Sparte Bioprocess Solutions geht die Unternehmensleitung unverändert von einem Wachstum von etwa 9% bis 13% aus. Hierin enthalten ist ein nicht-organischer Wachstumsbeitrag von gut 1 Prozentpunkt aus dem Einbezug der akquirierten Unternehmen kSep und Umetrics. In Bezug auf Lieferkapazitäten für Zellkulturmedien geht die Unternehmensleitung unverändert von einer Normalisierung der Liefersituation im dritten Quartal aus. Die underlying EBITDA-Marge soll gegenüber dem Vorjahreswert von 28,0% weiterhin um etwa einen halben Prozentpunkt steigen.

Für die Sparte Lab Products & Services rechnet die Konzernleitung unter Annahme eines insgesamt stabilen konjunkturellen Umfelds unverändert mit einem Umsatzzuwachs von etwa 20% bis 24%. Hierin enthalten ist ein nicht-organischer Beitrag der akquirierten Unternehmen IntelliCyt, ViroCyt und Essen BioScience von rund 17 Prozentpunkten. Die underlying EBITDAMarge soll um knapp zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert von 16,0% steigen.

Alle Prognosen auf Basis konstanter Wechselkurse.

Nachtragsbericht

Nach dem 30. Juni 2017 sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.