Verkürzter Konzernzwischenabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung

2. Quartal1)
2018
Mio. €
2. Quartal1)
2017
Mio. €
6 Monate
2018
Mio. €
6 Monate2)
2017
Mio. €
Umsatzerlöse 393,5 359,4 758,4 702,5
Kosten der umgesetzten Leistungen –192,0 –182,0 –368,5 –354,3
Bruttoergebnis 201,5 177,3 389,9 348,2
Vertriebskosten –84,5 –77,6 –162,1 –147,5
Forschungs- und Entwicklungskosten –19,5 –18,4 –41,1 –34,9
Allgemeine Verwaltungskosten –23,3 –19,8 –46,3 –41,3
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen3) –6,6 – 7,0 –16,9 –13,0
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 67,5 54,5 123,3 111,5
Finanzielle Erträge –0,4 1,6 3,1 2,8
Finanzielle Aufwendungen –6,5 –12,8 –14,1 –17,6
Finanzergebnis –6,9 –11,2 –11,0 –14,9
Ergebnis vor Steuern 60,6 43,2 112,3 96,6
Ertragsteuern –16,4 –12,5 –30,3 –28,0
Periodenergebnis 44,3 30,7 82,0 68,6
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG
30,7 19,4 57,3 46,1
Nicht beherrschende Anteile
13,6 11,3 24,7 22,6
         
Ergebnis je Stammaktie (€) (unverwässert) 0,45 0,28 0,83 0,67
Ergebnis je Vorzugsaktie (€) (unverwässert) 0,45 0,28 0,84 0,68
         
Ergebnis je Stammaktie (€) (verwässert) 0,45 0,28 0,83 0,67
Ergebnis je Vorzugsaktie (€) (verwässert) 0,45 0,28 0,84 0,68

1) Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht.

2) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

3) In der Position “Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen” sind nach sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres Sonderaufwendungen für Konzernprojekte sowie Akquisitions- und Integrationskosten in Höhe von 13,9 Mio. € (Vorjahr: 14,7 Mio. €) enthalten.

Gesamtergebnisrechnung

2. Quartal1)
2018
Mio. €
2. Quartal1)
2017
Mio. €
6 Monate
2018
Mio. €
6 Monate2)
2017
Mio. €
Periodenergebnis 44,3 30,7 82,0 68,6
Cashflow Hedges –12,3 19,1 –9,7 24,8
davon effektiver Teil der Veränderungen des beizulegenden
Zeitwertes
–8,8 18,3 –2,1 22,7
davon umgegliedert in Gewinn oder Verlust –3,5 0,8 –7,6 2,1
Ertragsteuern auf die Absicherung künftiger Zahlungsströme 3,6 –5,7 2,8 –7,4
Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
20,9 –27,3 10,7 –25,6
Ertragsteuern auf Nettoinvestitionen in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
–5,7 2,7 –2,9 2,2
Währungsumrechnungsdifferenzen 7,4 –18,4 1,2 –17,0
Posten, die möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden, nach Steuern
14,0 –29,6 2,2 –23,1
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten
Versorgungsplänen
0,2 2,0 0,2 2,0
Ertragsteuern auf Posten die nicht in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden
0,0 –0,5 0,0 –0,5
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden, nach Steuern
0,2 1,5 0,2 1,5
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 14,2 –28,2 2,4 –21,6
Gesamtergebnis 58,4 2,5 84,3 47,0
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Sartorius AG
44,3 –6,6 60,6 25,2
Nicht beherrschende Anteile
14,2 9,1 23,7 21,8

1) Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht.

2) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

 

 

Bilanz

AKTIVA 30. Juni 2018
Mio. €
31. Dezember 20171)
Mio. €
Langfristige Vermögenswerte    
Geschäfts- oder Firmenwerte 657,6 653,9
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 420,3 427,3
Sachanlagen 569,3 508,0
Finanzielle Vermögenswerte 13,7 20,1
Sonstige Vermögenswerte 0,8 0,0
Aktive latente Steuern 16,1 16,2
  1.677,9 1.625,7
Kurzfristige Vermögenswerte    
Vorräte 282,3 246,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 312,5 282,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 23,5 28,2
Ertragsteueransprüche 24,1 26,2
Sonstige Vermögenswerte 41,3 24,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 51,2 59,4
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 5,9 5,2
  740,8 672,0
Summe Aktiva 2.418,6 2.297,7
PASSIVA 30. Juni 2018
Mio. €
31. Dezember 20171)
Mio. €
Eigenkapital    
Den Aktionären der Sartorius AG
zustehendes Eigenkapital
644,4 617,8
Gezeichnetes Kapital
68,4 68,4
Kapitalrücklage
39,9 39,7
Andere Rücklagen und Bilanzergebnis
536,1 509,7
Nicht beherrschende Anteile
200,8 188,8
  845,2 806,6
Langfristiges Fremdkapital    
Pensionsrückstellungen 65,1 64,9
Sonstige Rückstellungen 7,9 7,7
Finanzverbindlichkeiten 894,0 869,8
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 16,8 17,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 50,8 51,4
Passive latente Steuern 82,1 86,0
  1.116,6 1.097,5
Kurzfristiges Fremdkapital    
Rückstellungen 10,7 13,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
167,8 139,2
Finanzverbindlichkeiten 92,9 64,6
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2,7 3,0
Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern 57,3 53,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 39,5 44,1
Ertragsteuerverbindlichkeiten 34,3 35,4
Sonstige Verbindlichkeiten 51,5 40,1
  456,8 393,7
Summe Passiva 2.418,6 2.297,7

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

Kapitalflussrechnung

6 Monate
2018
Mio. €
6 Monate1)
2017
Mio. €
Ergebnis vor Steuern 112,3 106,0
Finanzergebnis 11,0 3,9
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 123,3 109,9
Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 52,3 33,6
Veränderung der Rückstellungen –2,8 1,1
Gewinne | Verluste aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens –2,0 0,0
Ertragsteuern –34,0 –28,7
Sonstige nicht zahlungswirksame Posten 1,1 1,0
Brutto-Cashflow aus operativer Tätigkeit 138,0 129,6
Veränderung der Forderungen und sonstige Vermögenswerte –44,1 –35,6
Veränderung der Vorräte –34,8 –14,6
Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) 32,9 –25,0
Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 92,0 54,3
Investitionsauszahlungen –99,0 –79,5
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 2,0 0,0
Sonstige Zahlungen –0,3 0,0
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit –97,4 –79,5
Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftsbetrieben,
abzüglich erworbener Zahlungsmittel
0,0 –356,6
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit, Akquisitionen und Desinvestitionen –97,4 –436,1
Einzahlungen für Zinsen 0,1 0,2
Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzierungsauszahlungen
–6,9 –10,2
Dividendenzahlungen an:
– Aktionäre der Sartorius AG
–34,5 –31,1
– Nicht beherrschende Anteile
–11,7 –10,7
Brutto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –53,0 –51,9
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –19,6 –70,8
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 71,1 515,0
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –1,4 392,4
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –6,9 10,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 59,4 62,0
Veränderung aus der Währungsumrechnung –1,3 –0,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Endbestand 51,2 72,4

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

Eigenkapitalveränderungsrechnung

in Mio. € Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Hedging-
rücklage
Pensions-
rücklage
Gewinn-
rück-
lagen und
Bilanz-
gewinn
Unterschied
aus der
Währungs-
umrechnung
Aktio­nären der Sartorius AG zustehen­des Eigen­kapital Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigen-
kapital
Gesamt
Saldo zum 01.01.2017 68,4 38,4 –7,3 –17,7 473,6 24,3 579,7 157,1 736,8
Periodenergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0 46,1 0,0 46,1 22,6 68,6
Cashflow Hedges 0,0 0,0 19,8 0,0 0,0 0,0 19,8 5,0 24,8
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 0,0 0,0 0,0 1,7 0,0 0,0 1,7 0,3 2,0
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –12,5 –12,5 –4,4 –17,0
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 0,0 0,0 0,0 0,0 –25,6 0,0 –25,6 0,0 –25,6
Steuereffekt 0,0 0,0 –5,9 –0,4 2,2 0,0 –4,2 –1,6 –5,7
Sonstiges Ergebnis nach
Steuern
0,0 0,0 13,9 1,3 –23,4 –12,5 –20,9 –0,7 –21,6
Gesamtergebnis 0,0 0,0 13,9 1,3 22,6 –12,5 25,2 21,8 47,0
Aktienbasierte Vergütung 0,0 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 0,0 0,7
Dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 –31,1 0,0 –31,1 –10,7 –41,8
Sonstige
Eigenkapitalveränderungen
0,0 0,0 0,0 0,0 –0,4 0,0 –0,4 0,1 –0,3
Saldo zum 30.06.20171) 68,4 39,1 6,6 –16,4 464,7 11,7 574,1 168,3 742,4
                   
Saldo zum 31.12.2017 68,4 39,7 11,4 –19,1 513,3 4,1 617,8 188,8 806,6
Anpassung aufgrund der Einführung von IFRS 9         0,4   0,4   0,4
Saldo zum 01.01.2018                  
Periodenergebnis 0,0 0,0 0,0 0,0 57,3 0,0 57,3 24,7 82,0
Cashflow Hedges 0,0 0,0 –7,9 0,0 0,0 0,0 –7,9 –1,8 –9,7
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 0,0 0,0 0,0 0,2 0,0 0,0 0,2 0,0 0,2
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0 1,0 0,2 1,2
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 0,0 0,0 0,0 0,0 10,7 0,0 10,7 0,0 10,7
Steuereffekt 0,0 0,0 2,4 –0,1 –2,9 0,0 –0,6 0,5 0,0
Sonstiges Ergebnis nach
Steuern
0,0 0,0 –5,5 0,1 7,8 1,0 3,4 –1,0 2,4
Gesamtergebnis 0,0 0,0 –5,5 0,1 65,1 1,0 60,6 23,7 84,3
Aktienbasierte
Vergütung
0,0 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3 0,0 0,3
Dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 –34,5 0,0 – 34,5 –11,7 –46,2
Sonstige
Eigenkapitalveränderungen
0,0 0,0 0,0 0,0 –0,2 0,0 –0,2 0,1 –0,1
Saldo zum 30.06.2018 68,4 39,9 5,9 –18,9 544,1 5,1 644,4 200,8 845,2

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

Segmentberichterstattung

Die Segmentabgrenzung ergibt sich gem. IFRS 8 aus dem sog. Management-Approach, d. h. die Festlegung der Segmente erfolgt in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Dementsprechend sind die Sparten Bioprocess Solutions sowie Lab Products & Services als operative Segmente anzusehen.

Die für die Beurteilung der Segmenterfolge relevante Erfolgsgröße ist für den Sartorius Konzern das sog. underlying EBITDA. Das EBITDA entspricht dem Überschuss vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen. Beim "underlying" EBITDA handelt es sich um ein um Sondereffekte bereinigtes, operatives Ergebnis. Als Sondereffekte gelten in diesem Zusammenhang Aufwendungen und Erträge, die einen außerordentlichen oder Einmalcharakter haben, dementsprechend die nachhaltige Ertragskraft des Segments verzerren und auch aus Konzernsicht einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen im Übrigen den allgemeinen Konzernbilanzierungsrichtlinien.

Umsatzerlöse Underlying EBITDA
in Mio. € 6 Mon. 2018 6 Mon. 20171) 6 Mon. 2018 6 Mon. 20171)
Bioprocess Solutions 550,3 510,1 153,9 140,0
Lab Products & Services 208,1 192,4 35,5 33,0
Summe fortgeführte Aktivitäten 758,4 702,5 189,5 172,9
Überleitung zum Ergebnis vor Steuern        
Abschreibungen     –52,3 –46,7
Sondereffekte     –13,9 –14,7
Überschuss vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT)     123,3 111,5
Finanzergebnis     –11,0 –14,9
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten     112,3 96,6

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

Aufgliederung der Umsatzerlöse: Geografische Informationen nach Segmenten

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gem. IFRS 15 sind nach den beiden Kategorien „Art der Produkte und Art der Kunden“ sowie „geographische Regionen“ aufgegliedert und in nachfolgender Tabelle dargestellt. Die Kategorisierung nach „Art der Produkte und Art der Kunden“ entspricht den berichtspflichtigen Segmenten, da die Abgrenzung der berichteten Segmente insbesondere auf den unterschiedlichen vertriebenen Produkten und Kundengruppen basiert. Die regionale Zuordnung der Umsatzerlöse erfolgt nach dem Sitz des Kunden.

6 Mon. 2018 6 Mon. 20171)
in Mio. € Konzern Bioprocess Solutions Lab Products & Services Konzern Bioprocess Solutions Lab Products & Services
Umsatz 758,4 550,3 208,1 702,5 510,1 192,4
- EMEA 324,4 229,5 94,9 301,8 208,5 93,3
- Amerika 249,6 195,8 53,9 228,5 181,3 47,2
-  Asien | Pazifik 184,4 125,1 59,3 172,2 120,3 51,9

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

Angaben zum verkürzten Zwischenabschluss

1. Allgemeine Informationen

Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts und oberstes Mutterunternehmen des Sartorius Konzerns. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen (HRB 1970) eingetragen und hat ihren Sitz in Göttingen, Bundesrepublik Deutschland, Otto-Brenner-Str. 20.

Der Sartorius Konzern hat sein Geschäft in zwei Sparten organisiert: Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Mit der Sparte Bioprocess Solutions ist Sartorius ein weltweit führender Anbieter von Produkten und Technologien für die Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen auf biologischer Basis, sogenannten Biopharmazeutika. Im Rahmen der Lösungsanbieter-Strategie wird der biopharmazeutischen Industrie ein Produktportfolio angeboten, das nahezu alle Prozessschritte ihrer Produktion abdeckt. Dies umfasst Zellkultur-Medien für die Anzucht der Zellen, Bioreaktoren verschiedener Größen für ihre Vermehrung sowie unterschiedliche Technologien wie Filter und Bags für ihre Ernte, Reinigung und Konzentration bis hin zur Abfüllung.

Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie auf akademische Forschungseinrichtungen. Weitere Kunden kommen aus der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie. Das Portfolio umfasst Instrumente und Verbrauchsmaterialien, die Labore zum Beispiel in der Probenvorbereitung oder bei anderen Standardapplikationen einsetzen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss der Sartorius AG zum 31. Dezember 2017 wurde in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsstandards des IASB - den International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Im vorliegenden Zwischenabschluss, der nach den Anforderungen des IAS 34, Zwischenberichterstattung, aufgestellt ist, wurden – mit Ausnahme der im Geschäftsjahr erstmalig anzuwendenden geänderten Vorschriften - grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungs­methoden angewandt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2017 zu Grunde lagen.

Ferner wurden sämtliche zum 30. Juni 2018 anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Einzelnen im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2017 erläutert. Die wesentlichen erstmalig angewendeten Standards bzw. die geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden in Abschnitt 4 erläutert.

Eine Liste der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften befindet sich im Geschäftsbericht 2017. Im laufenden Geschäftsjahr wurde die neu gegründete Sartorius Ventures GmbH erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.

Im Vorjahr wurde das US-amerikanische Unternehmen Essen BioScience Inc. mit Sitz in Ann Arbor, Michigan, USA erworben. Die Kaufpreisallokation wurde in der Berichtsperiode finalisiert. Details hierzu finden sich im Abschnitt 5.

Im Hinblick auf die Berechnung des Steueraufwands wird auf den Zwischenabschluss die Regelung des IAS 34.30c) angewendet, d. h. die für das Gesamtjahr erwartete Steuerquote von 27 % findet grundsätzlich Anwendung.

3. Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Erstellung des Zwischenabschlusses wendet die Konzernleitung Schätzungen und Annahmen an, die nach bestem Wissen der gegenwärtigen und künftigen Situation der Periode getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von diesen Schätzwerten abweichen. Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen sowie die wichtigsten Quellen von Unsicherheiten sind im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 unverändert geblieben.

4. Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Erstmalig in 2018 anzuwendende Standards

Der Konzern wendet die folgenden neuen Rechnungslegungsvorschriften erstmals in der Berichtsperiode an:

  • Jährliche Verbesserungen der IFRS: Zyklus 2014 - 2016 (veröffentlicht im Dez. 2016), Änderungen an IFRS 1, IFRS 12 und IAS 28
  • Änderungen an IFRS 2, Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung
  • IFRS 9, Finanzinstrumente
  • IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  • Klarstellungen von IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  • Änderungen an IAS 40, Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien
  • IFRIC 22, Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen

Erstmalige Anwendung des IFRS 9, Finanzinstrumente

Zeitpunkt der Erstanwendung des IFRS 9, Finanzinstrumente ist der 1. Januar 2018. Der Konzern wendet IFRS 9 retrospektiv ohne Änderungen der Vorjahreszahlen an. Die Darstellung der Vergleichsperiode erfolgt somit in Übereinstimmung mit den bisherigen Regelungen. Der Umstellungseffekt wurde kumulativ im Eigenkapital, d. h. in den Gewinnrücklagen zum Erstanwendungszeitpunkt, erfasst. Der Effekt aus der Erstanwendung des IFRS 9 in Höhe von etwa 0,4 Mio. € resultiert aus der Umstellung des Wertminderungsansatzes für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und erhöht die Gewinnrücklagen von 513,3 Mio. € zum 31. Dezember 2017 auf 513,7 Mio. € zum 1. Januar 2018.

IFRS 9 ersetzt die bisherigen Leitlinien in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39.

Der neue Ansatz zur Klassifizierung und Bewertung für finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS 9 spiegelt das Geschäftsmodell (held-to-collect, held-to-collect-and-sell, other), in dessen Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden, sowie die Eigenschaften ihrer Cashflows (SPPI Kriterium) wider. Die folgende Tabelle stellt für sämtliche Klassen der Finanzinstrumente des Konzerns die Bewertungskategorien nach IAS 39 und nach IFRS 9 sowie die jeweils zugehörigen Buchwerte zum Zeitpunkt der Erstanwendung des IFRS 9 dar.

 

 

Überleitung der Buchwerte der Finanzinstrumente zum Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 Kategorie gem. IAS 39 Buchwert gem. IAS 39 31. Dez. 2017 in Mio. € Umgliede-rungen in Mio. € Bewertungs-effekte
in Mio. €
Buchwert gem. IFRS 9 1. Jan. 2018 in Mio. € Kategorie gem. IFRS 9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kredite und Forderungen 59,4     59,4

Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet

Forderungen und sonstige Vermögenswerte Kredite und Forderungen 19,3     19,3

Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet

Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung N/A 9,0     9,0

N/A

Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig)   28,2     28,2  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen 275,2 0,4 275,7 Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
Aktivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen N/A 7,0   0,07,0

N/A

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   282,2   0,4 282,6  
Finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 6,5 –2,3 4,2 Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet
Finanzanlagen Zur Veräußerung verfügbar 1,7 1,9 3,6 Schuldtitel zum beizulegenden
Zeitwert bewertet (erfolgswirksam)
Finanzanlagen Zur Veräußerung verfügbar 2,1 2,1 Eigenkapitaltitel zum beizulegenden
Zeitwert bewertet (erfolgswirksam)
Finanzanlagen (Beteiligungen an nicht-konsolidierten Tochterunternehmen) N/A 1,3     1,3 N/A (Beteiligungen an nicht-
konsolidierten Tochterunternehmen)
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung N/A 8,6     8,6 N/A
Finanzielle Vermögenswerte (langfristig)   20,1 –0,4   19,8  


Für die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns haben sich keine Auswirkungen ergeben. Die wenigen Umgliederungen der finanziellen Vermögenswerte erfolgten auf Basis individueller Beurteilungen der Finanzinstrumente, insbesondere der vertraglichen Zahlungsströme. Für zum Erstanwendungszeitpunkt bestehende Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, hat der Konzern das Wahlrecht unwiderruflich einheitlich dahingehend ausgeübt, künftige Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Hierbei handelt es sich um ein grundsätzlich auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts bei dessen Zugang auszuübendes Wahlrecht. Aus den Umgliederungen ergaben sich keine Bewertungseffekte. Die dargestellten Bewertungseffekte resultieren aus der Umstellung des Wertminderungsansatzes für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

IFRS 9 ersetzt für die Ermittlung von Wertminderungen das Modell der Berücksichtigung eingetretener Verluste (incurred loss model) durch das Modell der Berücksichtigung erwarteter Verluste (expected loss model). Finanzielle Vermögenswerte gelten grundsätzlich als wertgemindert, sofern die volle Einbringlichkeit aufgrund objektiver Indizien zweifelhaft erscheint. Im Sartorius Konzern kommt insbesondere der vereinfachte Wertminderungsansatz für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Tragen. Ausgangspunkt des neuen Wertminderungsmodells ist eine Analyse der tatsächlichen historischen Ausfallraten. Diese historischen Ausfallraten werden bei gegebener Relevanz unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen, um die Einflüsse aktueller Veränderungen im makroökonomischen Umfeld angepasst. Aufgrund lediglich unwesentlicher historischer bonitätsbedingter Forderungsausfälle wird der erwartete Kreditverlust derzeit für das Gesamtportfolio an Forderungen des Konzerns ermittelt. Historische Ausfallraten werden differenzierter analysiert, um bei Bedarf unterschiedliche Ausfallraten für unterschiedliche Portfolios anzuwenden. Im Zeitpunkt der Erstanwendung des IFRS 9 ergab sich lediglich eine Vorsorge für erwartete Kreditverluste in Höhe von etwa 0,1 Mio. €. Der Betrag umfasst den erwarteten Kreditverlust, der auf Vertragsvermögenswerte im Sinne des IFRS 15 entfällt, welche keine Finanzierungskomponente enthalten. Im Zuge des Übergangs wurde auch die Methodik zur Erfassung von eingetretenen Verlusten analysiert und in Anbetracht der geringen historischen Ausfälle adjustiert. Ausfälle werden im Rahmen individueller Würdigungen bestimmt. Ein wesentliches Kriterium ist in diesem Zusammenhang die Überfälligkeit. Der resultierende gegenläufige Effekt im Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 führte zu einem Gesamteffekt in Höhe von etwa 0,4 Mio. €, welcher die Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2018 erhöht. Die Effekte aus der Umstellung des Wertminderungsansatzes für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:

Überleitung der Wertminderungen zum Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 Kategorie gem. IAS 39 Wertberichti-gungen gem. IAS 39 31. Dez. 2017 in Mio. € Umbewertungen im Zuge der Erstanwendung des IFRS 9 in Mio. € Wertberichti-gungen gem. IFRS 9 1. Jan. 2018 in Mio. €Kategorie gem. IFRS 9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen –5,5 0,4 –5,1Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten bewertet
Aktivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen N/A 0,0 0,0 0,0N/A
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   –5,5 0,4 –5,1 


Neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen zum Erstanwendungszeitpunkt sowie zum Stichtag 30. Juni 2018 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Blick auf die Konzernbilanz die bedeutsamsten finanziellen Vermögenswerte dar. Angesichts der hohen Bonität der Vertragspartner sowie der definitionsgemäß kurzfristigen Verfügbarkeiten bzw. Vertragslaufzeiten ist die für diese Vermögenswerte theoretisch zu erfassende Wertminderung von unwesentlicher Höhe, sodass eine Abwertung des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten unterbleibt.

Für die übrigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte ergibt sich angesichts der unwesentlichen historischen Kreditausfälle zum Erstanwendungszeitpunkt sowie zum 30. Juni 2018 keine zu erfassende Wertminderung für die erwarteten Ausfälle in den nächsten 12 Monaten. Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos, welche grundsätzlich angenommen wird, wenn eine Zahlung mehr als 30 Tage überfällig ist, werden die über die Laufzeit des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts erwarteten Kreditausfälle berücksichtigt. Ein Ausfall gilt grundsätzlich als eingetreten, wenn keine vernünftige Erwartung auf Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme mehr besteht. Dies wird grundsätzlich bei einer Überfälligkeit von 90 Tagen angenommen.

Im Rahmen des Hedge Accounting wendet der Konzern die neuen Anforderungen des IFRS 9 prospektiv an. Der Konzern verwendet Devisentermingeschäfte zur Absicherung der Schwankungen der Zahlungsströme im Zusammenhang mit Änderungen der Wechselkurse aus der Produktveräußerung sowie der Beschaffung von Produktionsmitteln und designiert hierbei lediglich die Kassakomponente der Sicherungsinstrumente. Es ergaben sich keine Umstellungseffekte.

Erstmalige Anwendung des IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden

IFRS 15, Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge und IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme.

Der Sartorius Konzern wendet IFRS 15 erstmals zum 1. Januar 2018 an. Die Erstanwendung erfolgt auf Grundlage der modifizierten retrospektiven Methode. Die Vorjahreszahlen wurden dementsprechend nicht angepasst und werden im Einklang mit den bisherigen Regelungen berichtet. Etwaige Umstellungseffekte werden bei dieser Vorgehensweise in den Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2018 erfasst. In Übereinstimmung mit dem vom Standard eröffneten Wahlrecht wird IFRS 15 zum Erstanwendungszeitpunkt ausschließlich auf Verträge angewendet, die zu diesem Zeitpunkt nicht als erfüllte Verträge gelten. Überdies wurden die Erleichterungen bezüglich bereits vor dem Erstanwendungszeitpunkt erfolgter Vertragsmodifikationen in Anspruch genommen, d. h. etwaige derartige Modifikationen wurden nicht retrospektiv angepasst. Aufgrund der überschaubaren Auswirkungen des Standards auf den Sartorius Konzern wird davon ausgegangen, dass die Inanspruchnahme dieser Erleichterungsvorschrift keine wesentlichen Auswirkungen hat.

Der Konzern nimmt die Erleichterungsmöglichkeiten des IFRS 15 in Zusammenhang mit sog. Finanzierungskomponenten in Anspruch, d. h. Finanzierungskomponenten werden lediglich dann berücksichtigt, wenn die Zeitspanne zwischen Übertragung der Güter bzw. Dienstleistungen auf den Kunden und dem Erhalt der Gegenleistung erwartungsgemäß mehr als ein Jahr beträgt und der Effekt wesentlich ist. Die Umsatzrealisierung erfolgt wenn die Verfügungsgewalt über die Waren und Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Sofern Umsatzerlöse zeitraumbezogen realisiert werden erfolgt die Fortschrittsmessung grundsätzlich nach Maßgabe des tatsächlichen Kostenanfalls im Verhältnis zu den geplanten Gesamtkosten, es sei denn eine andere Methode spiegelt die Übertragung der Güter bzw. Dienstleistungen auf den Kunden angemessener wider.

Für den weit überwiegenden Teil des Geschäfts des Sartorius Konzerns ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen aufgrund der Einführung des neuen Standards. Zum Erstanwendungszeitpunkt sind indes Anpassungen im Zusammenhang mit nicht abgeschlossenen Fertigungsaufträgen im Projektgeschäft vorzunehmen. In der Vergangenheit realisierte Umsatzerlöse in Höhe von etwa 5 Mio. € sind gemäß IFRS 15 nicht mehr zeitraum- sondern zeitpunktbezogen zu realisieren, da die neuen Kriterien für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung bei Aufträgen über die Fertigung kundenspezifischer Güter nicht erfüllt sind. Im Ergebnis führen die Anpassungen zum Erstanwendungszeitpunkt zu einer Bilanzverlängerung um etwa 2 Mio. €. Es ergaben sich keine im Eigenkapital zu erfassenden Auswirkungen. Die aus der Anwendung der modifizierten retrospektiven Methode resultierenden Auswirkungen auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2018 sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Auswirkungen aufgrund IFRS 15 auf die Positionen der Eröffnungsbilanz zum 1. Jan. 2018 Buchwert 31. Dez. 2017 in Mio. € Änderungen aufgrund IFRS 15 in Mio. € Buchwert 1. Jan. 2018 in Mio. €3)
Vorräte 246,1 4,1 250,3
Aktivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen1) 7,0 –1,9 5,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 275,2 275,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 282,2 –1,9 280,3
       
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | erhaltene Anzahlungen2) 47,5 2,2 49,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 91,7 91,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 139,2 2,2 141,4

1) Es handelt sich um Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15.

2) Es handelt sich um Vertragsverbindlichkeiten gemäß IFRS 15.

3) Buchwerte ohne Berücksichtigung des neuen Wertminderungsmodells gemäß IFRS 9.

Hätte der Konzern in der Berichtsperiode auf Basis der bisherigen Regelungen gemäß IAS 18 bzw. IAS 11 bilanziert, wären die Umsatzerlöse sowie die Kosten der umgesetzten Leistungen um etwa 0,5 Mio. € höher ausgefallen. Ein Ergebniseffekt hätte sich nicht ergeben. Die Bilanzsumme wäre in diesem Fall um etwa 2 Mio. € geringer. Die Auswirkungen ergeben sich – wie diejenigen aus der Erstanwendung des IFRS 15 – aus den geänderten Kriterien für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung, wodurch bisher zeitraumbezogen realisierte Umsatzerlöse bei einzelnen Projekten nun zeitpunktbezogen zu realisieren sind. Die nachfolgende Tabelle stellt die Auswirkungen auf die Konzernbilanz zum 30. Juni 2018 dar, wie sie sich bei fortgesetzter Anwendung der bisherigen Regelungen im Vergleich zu IFRS 15 in der Berichtsperiode ergeben würden.


Auswirkungen aufgrund IFRS 15 auf die Positionen der Konzernbilanz zum 30.  Juni 2018 Buchwert 30. Juni 2018 (IFRS 15) in Mio. € Änderungen aufgrund IFRS 15 in Mio. € Buchwert 30. Juni 2018 (IAS 11, IAS 18) in Mio. €
Vorräte 282,3 –4,9 277,3
Aktivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen1) 2,5 2,7 5,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 310,0 310,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 312,5 2,7 315,2
       
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | erhaltene Anzahlungen2) 55,8 –2,2 53,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 112,0 112,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 167,8 –2,2 165,6

1) Es handelt sich um Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15.

2) Es handelt sich um Vertragsverbindlichkeiten gemäß IFRS 15.

Wesentliche neue Standards, die noch nicht angewendet wurden

IFRS 16, Leasingverhältnisse

Der Konzern hat IFRS 16, Leasingverhältnisse noch nicht angewendet, da die Anwendung des Standards in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtend war. Der Standard ist erstmals verpflichtend anzuwenden ab 2019. IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse grundsätzlich in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard – das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen.

Der Konzern analysiert derzeit die Auswirkungen des neuen Standards auf den Konzernabschluss. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant. Gegenwärtig ist geplant, den Effekt aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zum Erstanwendungszeitpunkt im Eigenkapital zu erfassen und den Standard nicht retrospektiv gemäß IAS 8 anzuwenden. Nach aktuellem Stand plant der Konzern, die Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter in Anspruch zu nehmen und die entsprechenden Leasingzahlungen grundsätzlich linear über den jeweiligen Leasingzeitraum aufwandswirksam zu erfassen.

IFRS 16 wird voraussichtlich zu einer Erhöhung des Anlagevermögens und der finanziellen Verbindlichkeiten führen. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand erwartet der Konzern insgesamt aber keine signifikanten Auswirkungen auf die wichtigsten Kennzahlen wie Eigenkapitalquote oder Underlying EBITDA. Auf Basis einer im ersten Halbjahr 2018 konzernweit durchgeführten Erhebung der relevanten Leasingverhältnisse ergäbe sich zum 30. Juni 2018 eine Bilanzverlängerung um etwa 55 Mio. €. Dies entspräche einer Minderung der Eigenkapitalquote von etwa 1 %. Auf dieser Grundlage ergäbe sich auf Jahresbasis eine näherungsweise ermittelte Erhöhung der EBITDA-Marge um etwa 1 %. Die Analyse der Auswirkungen ist noch nicht abgeschlossen. Die dargelegten Informationen stellen insoweit eine Aktualisierung des im Konzernabschluss 2017 beschriebenen Analysestands dar und sind daher im Zusammenhang mit den im Konzernabschluss 2017 dargelegten Informationen zu betrachten.

5. Unternehmenserwerbe und -verkäufe im Vorjahr

Am 24. März 2017 hat der Konzern das US-amerikanische Unternehmen Essen Inc. mit Sitz in Ann Arbor, Michigan, USA erworben. Erworben wurden 100 % der Stimmrechte an der Gesellschaft. Der Zukauf stärkt das Bioanalytik-Portfolio der Sparte Lab Products & Services, führt aber auch zu deutlich erhöhten Synergien zwischen den beiden Sparten.

Essen entwickelt und vermarktet neuartige, kamerabasierte Zellanalytik-Systeme für die Arzneimittel-forschung, welche sich zunehmend in Pharmalaboren etablieren. Es handelt sich hierbei um eine Plattform von Instrumenten, Software und Reagenzien, die mittels hochauflösender Bilder biologische Prozesse in Echtzeit visualisiert und vollautomatisch analysiert. Mithilfe der gewonnenen Daten lassen sich neue Erkenntnisse über Wirkmechanismen in kranken und gesunden Zellen erzielen, die dazu beitragen, die oft sehr zeitintensive Entwicklung neuer Wirkstoffe deutlich zu beschleunigen.

Das 1996 gegründete Unternehmen beschäftigt aktuell etwa 200 Mitarbeiter und besitzt neben dem Hauptsitz in den USA Vertriebsgesellschaften in Großbritannien und Japan.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden war zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses 2017 noch nicht abgeschlossen, die Kaufpreisallokation wurde daher zunächst vorläufig vorgenommen. Die Kaufpreisallokation wurde in der Berichtsperiode finalisiert. Die finalen Wertansätze stellen sich wie folgt dar:

Finale Kaufpreisallokation in Mio. €
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte 173,1
Sachanlagen 1,3
Vorräte 12,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9,9
Sonstige Vermögenswerte 0,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14,9
Latente Steuern – netto –50,4
Sonstige Verbindlichkeiten –18,5
Erworbenes Nettovermögen 143,6
   
Kaufpreis 312,2
Geschäfts- oder Firmenwerte 168,6

Auf Basis der finalen Bewertung ergeben sich um etwa 9,4 Mio. € geringere latente Steuerverbindlichkeiten. Daneben war im Erwerbszeitpunkt eine zusätzliche Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von etwa 9,4 Mio. € enthalten, welche erst in Perioden nach dem Erwerb zu begleichen ist. Nach Berücksichtigung der Ende 2017 erfolgten US-Steuerreform ergeben sich im Vergleich zur Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017 um etwa 6 Mio. € niedrigere passive latente Steuern sowie höhere sonstige finanziellen Verbindlichkeiten. Die Finalisierung der Kaufpreisallokation war ohne Einfluss auf das Konzernergebnis 2017.

Der überwiegend in Barmitteln entrichtete Kaufpreis beträgt nunmehr insgesamt umgerechnet 312,2 Mio. €. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Aufwendungen in Höhe von 1,1 Mio. € wurden im Vorjahr in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Aus der Sicherung des mit der Kaufpreiszahlung verbundenen Fremdwährungsrisikos resultierten Aufwendungen von 5,9 Mio. €, welche im Vorjahr im Finanzergebnis erfasst wurden. Eine steuerliche Abziehbarkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes ist nicht gegeben. Die anzusetzenden immateriellen Vermögenswerte beziehen sich im Wesentlichen auf Technologien, Kundenbeziehungen und Marken.

Der resultierende Geschäfts- oder Firmenwert entfällt neben der Realisierung von Synergien durch den Zugang des erworbenen Unternehmens zum globalen Vertriebsnetz des Konzerns auf die Erweiterung des Produktportfolios der Laborsparte sowie insbesondere den Ausbau der Positionierung des Konzerns bei Biopharma-Kunden. Erwartungsgemäß wird diese Positionierung des Konzerns im frühen Stadium der bio-pharmazeutischen Entwicklung vor allem dem Geschäft der Bioprozess Sparte zugutekommen.

6. Finanzinstrumente

Die beiden folgenden Tabellen stellen die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns zum 30. Juni 2018 nach IFRS 9 und zum 31. Dezember 2017 nach IAS 39 dar.

Kategorie gem. IFRS 9 Buchwert 30. Juni 2018 in Mio. € Beizulegender Zeitwert 30. Juni 2018 in Mio. €
Beteiligungen an nicht-konsolidierten Tochterunternehmen N/A 1,6 1,6
Finanzanlagen Eigenkapitaltitel zum beizulegenden Zeitwert bewertet (erfolgswirksam) 2,1 2,1
Finanzanlagen Schuldtitel zum beizulegenden Zeitwert bewertet (erfolgswirksam) 3,6 3,6
Finanzielle Vermögenswerte Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 3,6 3,6
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung1) N/A 2,8 2,8
Finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 13,7 13,7
Aktivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen N/A 2,5 2,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 310,0 310,0
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
312,5 312,5
Forderungen und sonstige
Vermögenswerte
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 18,0 18,0
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung1) N/A 5,5 5,5
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(kurzfristig)
23,5 23,5
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 51,2 51,2
       
Finanzverbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
986,9 1.000,8
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing
IAS 17 19,6 29,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
112,0 112,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen | erhaltene Anzahlungen
N/A 55,8 55,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
  167,8 167,8
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung1) N/A 2,1 2,1
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken gehalten 0,8 0,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
87,2 92,1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   90,2 95,0

1) Die Beträge enthalten jeweils auch den nicht designierten Teil der Derivate in Höhe von insgesamt 3,5 Mio. €.

Kategorie gem. IFRS 9 Buchwert 31. Dez. 20171) in Mio. € Beizulegender Zeitwert 31. Dez. 20171) in Mio. €
Finanzanlagen Zur Veräußerung verfügbar 5,0 5,0
Finanzielle Vermögenswerte Kredite und Forderungen 6,5 6,5
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung2) N/A 8,6 8,6
Finanzielle Vermögenswerte (langfristig) 20,1 20,1
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
Kredite und Forderungen 282,2 282,2
Forderungen und sonstige
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen 19,3 19,3
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung2) N/A 9,0 9,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(kurzfristig)
28,2 28,2
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
Kredite und Forderungen 59,4 59,4
       
Finanzverbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
934,4 945,1
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing
IAS 17 20,6 31,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
91,7 91,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen | erhaltene Anzahlungen
N/A 47,5 47,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
  139,2 139,2
Derivative Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehung2) N/A 1,4 1,4
Derivative Finanzinstrumente Zu Handelszwecken gehalten 1,7 1,7
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle
Verbindlichkeiten zu
Anschaffungskosten
92,4 97,6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   95,5 100,7

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst.

2) Die Beträge enthalten jeweils auch den nicht designierten Teil der Derivate in Höhe von insgesamt –4 Mio. €.

Der beizulegende Zeitwert ist definiert als der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden grundsätzlich basierend auf den am Bilanzstichtag verfügbaren Marktinformationen ermittelt und sind einer der drei Hierarchiestufen von beizulegenden Zeitwerten gemäß IFRS 13 zuzuordnen.

Finanzinstrumente der Stufe 1 werden auf Basis quotierter Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bewertet. Innerhalb der Stufe 2 wird die Bewertung der Finanzinstrumente auf Basis von Faktoren, die aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, oder anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente durchgeführt. Finanzinstrumente der Stufe 3 werden auf Basis von Inputfaktoren, die nicht aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, bewertet.

Bei den zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich insbesondere um Derivate in Form von Devisentermingeschäften und Zinsswaps. Die Bewertung erfolgte dabei jeweils auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven (Stufe 2).

Die Ermittlung der anzugebenden beizulegenden Zeitwerte für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen) sowie für Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing erfolgte auf der Basis der Marktzinskurve unter Berücksichtigung aktueller (indikativer) Credit Spreads (Stufe 2).

Die anzugebenden beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden entsprechen aufgrund ihrer überwiegend kurzen Restlaufzeit annähernd ihrem Buchwert.

Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben.

Umgliederungen zwischen den Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode erfasst, in denen die Änderung eingetreten ist. In der Berichtsperiode gab es keine Übertragungen zwischen den Stufen.

7. Nahestehende Personen und Unternehmen

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften stehen in Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen im Sinne von IAS 24. Dies betrifft insbesondere Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Diese Transaktionen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 5,0 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €) mit diesen Unternehmen erzielt, es bestanden Forderungen aus Darlehen sowie Lieferungen und Leistungen in Höhe von 14,9 Mio. € (11,9 Mio. €). Mit einem verbundenen Unternehmen besteht ein langfristiger Dienstleistungsvertrag, in der Berichtsperiode sind dafür im Konzernabschluss Aufwendungen in Höhe von 3,8 Mio. € (3,5 Mio. €) angefallen.

Zu weiteren Ausführungen auch im Hinblick auf nahestehende Personen wird auf den Geschäftsbericht 2017 (S. 172) verwiesen.

8. Sonstige Angaben

In der Zwischenberichtsperiode waren keine Wertminderungen von Vermögenswerten zu erfassen. Wertminderungstests sind insbesondere beim Goodwill und bei Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer durchzuführen.

Umrechnungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Rahmen der Akquisitionen des Jahres 2017 hatten sich diese Nettoinvestitionen deutlich erhöht, was zu entsprechenden Auswirkungen im sonstigen Ergebnis führte.

In der Berichtsperiode hat die Sartorius AG eine Dividende in Höhe von 34,5 Mio. € gezahlt, von denen 17,1 Mio. € auf Stammaktien und 17,4 Mio. € auf Vorzugsaktien entfielen.

Eine prüferische Durchsicht des 6-Monatsberichts seitens des Konzernabschlussprüfers ist erfolgt. Die Zahlen des Einzelquartals Q2 in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung waren nicht Bestandteil dieses Reviews.

9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zur Beendigung der Aufstellung des Zwischenabschlusses haben sich keine wesentlichen Ereignisse ergeben.

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen

Wir haben den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss – bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie Angaben zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss – und den Konzern-Zwischenlagebericht der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2018, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzern-Zwischenlageberichts nach den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzern-Zwischenabschluss und dem Konzern-Zwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses und des Konzern-Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 „Zwischenberichterstattung“, wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für den Konzern-Zwischenlagebericht anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 „Zwischenberichterstattung“, wie er in der EU anzuwenden ist oder dass der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

 

Hannover, den 24. Juli 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

 

Thiele
Wirtschaftsprüfer


Jacob
Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung zum 30. Juni 2018 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Göttingen, den 20. Juli 2018

Sartorius Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Dr. Joachim Kreuzburg

Rainer Lehmann

Reinhard Vogt