Zwischenlagebericht

Wirtschafts- und Branchenbericht

Die Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitestgehend unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist.

Weltwirtschaft entwickelt sich weiter robust

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im ersten Quartal 2018 (letzte verfügbare Daten der OECD) auf hohem Niveau fortgesetzt.

In der Europäischen Union belief sich der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 2,4 % (Vorjahr: 2,3 %). Insbesondere die französische Volkswirtschaft entwickelte sich mit einem Plus von 2,2 % deutlich schneller (Vorjahr: 1,4 %) und auch in Deutschland lag das Wachstum auf Jahressicht mit 2,3 % leicht über dem Vorjahreswert von 2,1 %. Das Wachstumstempo der britischen Wirtschaft fiel mit 1,2 % etwas niedriger aus (Vorjahr: 2,1 %).

Die weltgrößte Volkswirtschaft USA legte im ersten Quartal mit 2,8 % (Vorjahr: 2,0 %) insbesondere aufgrund positiver Impulse aus der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Steuerreform deutlich stärker zu. Höhere Unternehmensinvestitionen und eine gute Binnennachfrage wirkten sich wachstumsfördernd aus.

Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum erwies sich weiter als wesentlicher Wachstumstreiber. So stieg das Bruttoinlandsprodukt Chinas um 6,7 % (Vorjahr: 6,9 %). Signifikante Umsatzanteile erzielt Sartorius zudem in Südkorea, Indien und Japan. Während die südkoreanische Wirtschaftsleistung um 2,8 % (Vorjahr: 2,9 %) zulegen konnte, erhöhte sich das Expansionstempo der indischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr von 6,0 % auf rund 7,4 %. Japan verzeichnete einen Anstieg von 1,1 % (Vorjahr: 1,3 %).

Quellen: OECD: Quarterly National Accounts, Juni 2018; Reuters, April 2018

Fortgesetzt positive Branchenentwicklung

Zu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Zudem gehören Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung von Sartorius aus.

Der weltweite Pharmamarkt erzielte laut Angaben des internationalen Marktforschungsinstitutes IQVIA (ehemals IMS Health) in den vergangenen fünf Jahren ein durchschnittliches Wachstum von rund 6 % pro Jahr. Wesentliche Wachstumstreiber waren ein verbesserter Zugang zu Gesundheitsleistungen in den Entwicklungsländern sowie eine im Durchschnitt alternde Bevölkerung in den Industrieländern, die zu einer steigenden Medikamentennachfrage führen. Demgegenüber dämpften staatliche Maßnahmen zur Senkung der Gesundheitsausgaben sowie auslaufende Patente für umsatzstarke Pharmazeutika das Wachstum des Pharmamarktes.

Für das Wachstum von Sartorius ist die Entwicklung des Marktes für biotechnologisch hergestellte Medikamente besonders relevant. Dieser wächst bereits seit Jahren überproportional zum Weltpharmamarkt. Zurückzuführen ist dies vor allem auf Neuzulassungen, Indikationserweiterungen und die weitere Marktdurchdringung vorhandener biologischer Arzneimittel. Der Umsatzanteil biologisch hergestellter Medikamente am Weltpharmamarkt stieg insgesamt von circa 21 % im Jahr 2013 auf rund 25 % im Jahr 2017.

Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, waren für das Wachstum innerhalb des Biotechnologiemarktes aufgrund der verhältnismäßig geringen Marktgröße 2017 noch von untergeordneter Bedeutung. In den nächsten Jahren dürfte der Biosimilarmarkt aufgrund des Auslaufens einer Reihe von Patenten für umsatzstarke Biopharmazeutika sowie weiterer Zulassungen und Markteinführungen jedoch wachsen. Regulatorische, patentrechtliche und vermarktungsseitige Herausforderungen, die eine schnellere Marktdurchdringung von Biosimilars bislang begrenzen, dürften weiter abnehmen.

Die Nachfrage nach Laborinstrumenten und –verbrauchsmaterialien kommt außer aus der biopharmazeutischen und pharmazeutischen Industrie aus der öffentlichen Forschung sowie aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche.

Der weltweite Labormarkt legte im vergangenen Jahr nach Angaben von Frost & Sullivan um etwa 3,4 % zu. Dabei verzeichnete Europa angesichts eines über den Erwartungen liegenden Wirtschaftswachstums einen Zuwachs von 3,5 %. Der Umsatz im größten Markt für Laborprodukte, den USA, stieg ebenfalls solide um 3,1 %. Deutliche Wachstumsimpulse gingen erneut von asiatischen Ländern wie China und Indien aus, in denen die jeweiligen Labormärkte überdurchschnittlich um 7,8 % bzw. 8,0 % zulegten.

Quellen: IQVIA Institute: 2018 and Beyond: Outlook and Turning Points, März 2018; EvaluatePharma: World Preview 2018, Outlook to 2024; Juni 2018; Frost & Sullivan: 2018 Mid-year Report, Mai 2018.

Geschäftsentwicklung Konzern

  • Deutliches Wachstum bei Umsatz und Gewinn
  • Beide Sparten mit dynamischer Geschäftsentwicklung
  • Umsatzprognose für das Jahr 2018 angehoben

Sartorius mit zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Auftragseingang

Der Sartorius Konzern ist im ersten Halbjahr 2018 mit deutlichen Steigerungen bei Umsatz und Gewinn dynamisch gewachsen. So stiegen die Erlöse auf Basis konstanter Wechselkurse um 11,9 % von 702,5 Mio. € auf 758,4 Mio. €; der nominale Anstieg belief sich auf 8,0 %. Das Umsatzwachstum war im Wesentlichen auf die gute organische Geschäftsentwicklung beider Konzernsparten zurückzuführen, während der Beitrag aus Akquisitionen bei rund 2 Prozentpunkten lag.

Noch etwas stärker als der Umsatz nahm der Auftragseingang mit einem Plus von wechselkursbereinigt 12,7 % auf 807,6 Mio. € zu. Nominal belief sich das Plus auf 8,9 %.

Umsatz und Auftragseingang
in Mio. € 6 Mon.
2018
6 Mon.
20171)
Δ in %
nominal
Δ in %
wb2)
Umsatz 758,4 702,5 8,0 11,9
Auftragseingang 807,6 741,9 8,9 12,7

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

2) Wechselkursbereinigt

Das Wachstum des Sartorius Konzerns wurde im ersten Halbjahr 2018 durch alle Regionen getragen. Gegenüber einer moderaten Vorjahresbasis zeigte die Region Amerika, die rund 33 % des Konzernumsatzes ausmacht, die höchste Dynamik mit einem Zuwachs von 16,6 % auf 249,6 Mio. € (nominal + 9,3 % gegenüber 228,5 Mio. €).

1 ) Wechselkursbereinigt

2 ) Nach Sitz des Kunden

Die mit einem Umsatzanteil von rund 43 % umsatzstärkste Region EMEA verbuchte ein Plus von 8,4 % auf 324,4 Mio. € (nominal + 7,5 % gegenüber 301,8 Mio. €).

Die Region Asien | Pazifik, auf die rund 24 % des Konzernumsatzes entfiel, entwickelte sich nach dem außerordentlich starken Vorjahreswachstum mit einem Umsatzanstieg von 12,2 % auf 184,4 Mio. € ebenfalls positiv (nominal + 7,1 % gegenüber 172,2 Mio. €).

Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt, sofern nicht anderweitig angegeben.

Underlying EBITDA legt zu

Sartorius verwendet als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, das underlying EBITDA.

Der Sartorius Konzern steigerte sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2018 deutlich. Trotz negativer Währungseffekte stieg das operative EBITDA um 9,6 % von 172,9 Mio. € auf 189,5 Mio. €. Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 25,0 % nach 24,6 % im Vorjahr. Das Gewinnwachstum war insbesondere im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres durch die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro gedämpft.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge Konzern
in Mio. € 6 Mon.
2018
6 Mon.
20171)
Δ
in %
Underlying EBITDA 189,5 172,9 9,6
Underlying EBITDA-Marge 25,0 24,6

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

Inklusive Sondereffekte in Höhe von -13,9 Mio. € (Vorjahr: -14,7 Mio. €) und Abschreibungen lag das EBIT des Konzerns bei 123,3 Mio. € gegenüber 111,5 Mio. € im Vorjahr. Die Sondereffekte ergaben sich überwiegend aus verschiedenen spartenübergreifenden Projekten und aus Aufwendungen im Zusammenhang mit den Akquisitionen der Vorjahre. Die EBIT-Marge verbesserte sich in der Berichtsperiode trotz akquisitionsbedingt gestiegener Amortisation auf 16,3 % (Vorjahr: 15,9 %).

Das Finanzergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf -11,0 Mio. € nach -14,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf positive Bewertungseinflüsse aus Fremdwährungsverbindlichkeiten und Sicherungsgeschäften zurückzuführen.

In der Berichtsperiode lag der Steueraufwand bei - 30,3 Mio. € nach - 28,0 Mio. € im ersten Halbjahr 2017. Die Steuerquote des Sartorius Konzerns verringerte sich von 29,0 % im Vorjahr auf 27,0 %.

Das Periodenergebnis der ersten 6 Monate 2018 lag mit 82,0 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 68,6 Mio. €. Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter belief sich auf 57,3 Mio. € nach 46,1 Mio. € im Vergleichszeitraum. Auf Minderheitenanteile entfielen 24,7 Mio. € (Vorjahr: 22,6 Mio. €).

Maßgeblicher Jahresüberschuss steigt deutlich

Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende bereinigte Periodenergebnis erhöhte sich um 14,1 % von 69,9 Mio. € auf 79,8 Mio. €. Es ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses, jeweils einschließlich entsprechender Steueranteile. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie lag bei 1,16 € (Vorjahr: 1,02 €) bzw. je Vorzugsaktie bei 1,17 € (Vorjahr: 1,03 €).

in Mio. € 6 Mon. 2018 6 Mon. 20171)
EBIT 123,3 111,5
Sondereffekte 13,9 14,7
Amortisation 18,4 15,7
Normalisiertes Finanzergebnis2) –8,3 –8,3
Normalisierter Steueraufwand (2018: 27%, 2017: 29%)3) –39,8 –38,8
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern 107,5 94,9
Nicht beherrschende Anteile –27,8 –25,0
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern und nach nicht beherrschenden Anteilen 79,8 69,9
Bereinigtes Ergebnis je Aktie    
je Stammaktie in €
1,16 1,02
je Vorzugsaktie in €
1,17 1,03

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

2) Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften und periodenfremde Aufwendungen und Erträge

3) Steueraufwand unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Konzernsteuersatzes, basierend auf dem bereinigten Ergebnis vor Steuern

Operativer Cashflow signifikant erhöht

Der Sartorius Konzern verzeichnete in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Netto-Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit von 92,0 Mio. € gegenüber 54,3 Mio. € im Vorjahr. Diese Entwicklung spiegelt überwiegend die Steigerung des underlying EBITDA wider.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag mit - 97,4 Mio. € planmäßig über dem Vorjahreswert von - 79,5 Mio. €. Die Investitionen in der Berichtsperiode entfielen unter anderem auf den Ausbau von Produktionskapazitäten am Standort in Puerto Rico sowie die Zusammenführung und Erweiterung der Konzernzentrale und von Produktionskapazitäten in Göttingen. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz lag im ersten Halbjahr bei 13,2 % gegenüber 12,9 % im Vorjahr.

Der Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen belief sich ebenfalls auf - 97,4 Mio. € gegenüber - 436,1 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der wesentlich höhere Mittelabfluss im Vorjahr war durch die Akquisitionen der Unternehmen Essen BioScience und Umetrics bedingt, während im ersten Halbjahr 2018 keine Akquisitionen durchgeführt worden sind.

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern weiter auf robustem Niveau

Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 30. Juni 2018 auf 2.418,6 Mio. € nach 2.297,7 Mio. € per 31. Dezember 2017. Der Anstieg ist größtenteils auf höhere Sachanlagen sowie auf wachstumsbedingt höhere Vorratsbestände und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.

Das Eigenkapital des Sartorius Konzerns erhöhte sich in der Berichtsperiode von 806,6 Mio. € zum 31. Dezember 2017 auf 845,2 Mio. € zum Bilanzstichtag. Mit 34,9 % lag die Eigenkapitalquote weiterhin auf einem robusten Niveau (31. Dezember 2017: 35,1 %).

Während die Bruttoverschuldung von 955,0 Mio. € zum 31. Dezember 2017 auf 1.006,5 Mio. € stieg, lag die Nettoverschuldung zum Ende des Berichtszeitraums bei 955,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 895,5 Mio. €).

Der dynamische Verschuldungsgrad, das heißt der Quotient aus Nettoverschuldung zu underlying EBITDA der letzten 12 Monate, lag zum 30. Juni 2018 bei 2,6 nach 2,5 zum Jahresende 2017.

Anzahl der Beschäftigten erhöht

Der Sartorius Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2018 weltweit insgesamt 7.738 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum 31. Dezember 2017 hat sich die Beschäftigtenzahl damit um 237 Personen bzw. rund 3,2 % erhöht. Regional betrachtet verzeichnete die Region EMEA mit einem Zuwachs von 4,6 % den größten Anstieg. Die Anzahl der Mitarbeiter in der Amerika-Region erhöhte sich in der Berichtsperiode um rund 3,6 % auf 1.225. In Asien | Pazifik beschäftigte Sartorius zum Ende der Berichtsperiode nach der Konsolidierung lokaler Produktionsaktivitäten 1.096 Personen (31.12.2017: 1.140).

Geschäftsentwicklung Sparten

Bioprocess Solutions-Sparte wächst weiterhin dynamisch

Die Sparte Bioprocess Solutions konnte im ersten Halbjahr 2018 bei Umsatz und Gewinn zweistellig zulegen. Nach der verhältnismäßig moderaten Entwicklung im Vorjahr, die durch einige temporäre Effekte beeinflusst war, zog die Wachstumsdynamik in der Berichtsperiode wieder deutlich an. Der Spartenumsatz stieg wechselkursbereinigt um 11,9 % auf 550,3 Mio. € (nominal + 7,9 %), angetrieben durch eine starke Nachfrage nach Einwegtechnologien und Equipment; des Weiteren trug das Geschäft mit Zellkulturmedien zum Wachstum bei. Der Einbezug des im April 2017 akquirierten Unternehmens Umetrics trug knapp einen Prozentpunkt nicht-organisches Wachstum bei.

Insbesondere die Region Amerika legte gegenüber einer niedrigen Vorjahresbasis mit einem Plus von 15,4 % deutlich zu. Auch die Region EMEA erzielte einen sehr soliden Umsatzanstieg von 10,7 %. In der Region Asien | Pazifik belief sich der Anstieg nach dem hohen Wachstum im Vorjahr auf 8,9 %. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung wechselkursbereinigt).

Bioprocess Solutions
in Mio. € 6 Mon.
2018
6 Mon.
20171)
Δ in %
nominal
Δ in %
wb2)
Umsatzerlöse 550,3 510,1 7,9 11,9
– EMEA3) 229,5 208,5 10,0 10,7
– Amerika3) 195,8 181,3 8,0 15,4
– Asien | Pazifik3) 125,1 120,3 4,0 8,9
Auftragseingang 594,6 546,9 8,7 12,6

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

2) Wechselkursbereinigt

3) Nach Sitz des Kunden

Der Auftragseingang der Sparte legte, auch wegen größerer Equipment-Projekte, ebenfalls deutlich und etwas stärker als erwartet zu. Der Zuwachs lag in der ersten Jahreshälfte 2018 bei wechselkursbereinigt 12,6 % auf 594,6 Mio. €.

Der operative Ertrag der Sparte erhöhte sich trotz negativer Wechselkurseffekte aufgrund von Skaleneffekten um 10,0% auf 153,9 Mio. Euro, die entsprechende Marge lag bei 28,0% nach 27,4% in der Vorperiode.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
Bioprocess Solutions
in Mio. € 6 Mon.
2018
6 Mon.
20171)
Δ
in %
Underlying EBITDA 153,9 140,0 10,0
Underlying EBITDA-Marge in % 28,0 27,4

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

Lab Products & Services setzt positive Geschäftsentwicklung fort

Die Sparte Lab Products & Services steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2018 im Rahmen der Erwartungen um wechselkursbereinigt 12,0 % auf 208,1 Mio. € (nominal + 8,1 %). Während das organische Wachstum bei etwa 7% lag, steuerte die Akquisition des Zellanalyse-Spezialisten Essen BioScience aus dem Vorjahr einen nicht-organischen Wachstumsbeitrag von etwa 5 Prozentpunkten bei.

Lab Products & Services
in Mio. € 6 Mon.
2018
6 Mon.
20171)
Δ in %
nominal
Δ in %
wb2)
Umsatzerlöse 208,1 192,4 8,1 12,0
– EMEA3) 94,9 93,3 1,8 3,3
– Amerika3) 53,9 47,2 14,1 20,9
– Asien | Pazifik3) 59,3 51,9 14,2 19,9
Auftragseingang 213,0 195,0 9,2 13,1

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

2) Wechselkursbereinigt

3) Nach Sitz des Kunden

Die Regionen Amerika und Asien | Pazifik zeigten bedingt durch die Akquisition des Vorjahres und deutliches organisches Wachstum die höchste Wachstumsdynamik mit einem deutlich zweistelligen Plus von 20,9 % bzw. 19,9 %. In der Region EMEA stiegen die Umsätze relativ verhalten um 3,3 %. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung wechselkursbereinigt).

Der Auftragseingang stieg mit einem Plus von wechselkursbereinigt 12,6% (nominal +8,7%) ebenfalls im Rahmen der Erwartungen.

Der operative Ertrag der Sparte Lab Products & Services erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2018 um 7,8 % von 33,0 Mio. € auf 35,5 Mio. €. Die Marge blieb trotz positiver Skaleneffekte im Zusammenhang mit dem ungünstigeren Währungsumfeld auf dem Vorjahreswert von 17,1%.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
Lab Products & Services
in Mio. € 6 Mon.
2018
6 Mon.
20171)
Δ
in %
Underlying EBITDA 35,5 33,0 7,8
Underlying EBITDA-Marge in % 17,1 17,1

1) Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden aufgrund der Finalisierung der Kaufpreisallokationen für die in 2017 durchgeführten Unternehmenserwerbe angepasst

Chancen- und Risikobericht

Die Chancen- und Risikosituation des Sartorius Konzerns hat sich seit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2017 nicht wesentlich verändert. Daher wird an dieser Stelle auf die ausführliche Beschreibung der Chancen und Risiken sowie des Risikomanagementsystems des Sartorius Konzerns auf den Seiten 54ff. und 68 ff. des Geschäftsberichts 2017 verwiesen.

Prognosebericht

Weltwirtschaft weiter auf Expansionskurs

Auf Basis der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom April 2018 setzt sich die Expansion der Weltwirtschaft in diesem Jahr auf hohem Niveau fort. Das Wachstum dürfte mit einem Plus von 3,9% geringfügig besser als im Vorjahr ausfallen (3,8%).

In der Europäischen Union sollte sich das Wachstumstempo etwas verlangsamen. Der Zuwachs wird auf 2,5% gegenüber 2,7% im Jahr 2017 geschätzt. Während das Wirtschaftswachstum Großbritanniens aufgrund geringerer Unternehmensinvestitionen auf 1,6% zurückgehen dürfte (Vorjahr: 1,8%), wird für Frankreich angesichts einer steigenden Binnennachfrage ein solider Anstieg von 2,1% erwartet (Vorjahr: 1,8%). In Europas größter Volkswirtschaft Deutschland dürfte sich der Aufschwung mit einem Wachstum von 2,5% (Vorjahr: 2,5%) fortsetzen.

Für den US-amerikanischen Markt rechnet der IWF mit einem deutlichen Plus von 2,9% gegenüber 2,3% im Vorjahr. Die anziehende Wirtschaftsdynamik ist insbesondere auf die zu Jahresanfang in Kraft getretene Steuerreform, steigende Unternehmensinvestitionen sowie eine gute Binnennachfrage zurückzuführen.

Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum dürfte in diesem Jahr um rund 5,6% zulegen. Das erwartete Wachstum bewegt sich damit in etwa auf Vorjahresniveau und wird insbesondere von der Expansion der indischen Wirtschaft getragen. Der Anstieg dürfte hier mit 7,4% den Vorjahreswert von 6,7% deutlich übertreffen. Auch China bleibt trotz eines leichten Rückgangs um 0,3 Prozentpunkte auf 6,6% weiterhin ein Wachstumsmotor der Region. Für Japan wird hingegen eine Abschwächung von 1,7% im Vorjahr auf 1,2% erwartet.

Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook, April 2018

Weiterhin positives Branchenumfeld

Die im Geschäftsbericht 2017 auf den Seiten 63 - 65 dargestellten Trends, die die Entwicklung des Sartorius Konzerns beeinflussen, haben insgesamt unverändert Bestand.

Für den weltweiten Pharmamarkt wird in der Periode 2017 bis 2022 nach jüngsten Schätzungen mit einem durchschnittlichen Wachstum von 4% bis 7% pro Jahr gerechnet. Für das Teilsegment Biopharma erwarten Marktbeobachter weiter überproportionale Zuwächse von durchschnittlich rund 9% p.a. Dieses Wachstum ist im Wesentlichen durch die anhaltende Penetration bereits zugelassener Biopharmazeutika, die Erweiterung ihrer Indikationsgebiete sowie starke Forschungs- und Entwicklungspipelines getragen.

Die weltweite Nachfrage nach Laborprodukten dürfte sich laut Frost & Sullivan in den nächsten Jahren äußerst positiv entwickeln. So wird für das Jahr 2018 ein Zuwachs von 3,6% prognostiziert. Während die Märkte in den USA und Europa mit 3,3% bzw. 3,1% solide zulegen dürften, wird die größte Dynamik wie bisher für die asiatischen Länder China (7,5%) und Indien (8,5%) erwartet.

Quellen: IQVIA Institute: 2018 and Beyond: Outlook and Turning Points, März 2018; EvaluatePharma: World Preview 2018, Outlook to 2024, Juni 2018; Frost & Sullivan: 2018 Mid-year Report; May 2018.

Prognose für das Geschäftsjahr 2018 angehoben

Vor dem Hintergrund der guten Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2018 und eines starken Auftragseingangs hebt die Unternehmensleitung ihre Umsatzprognose für die Sparte Bioprocess Solutions und damit auch für den Gesamtkonzern wie folgt an:

Konzern

Auf Basis konstanter Wechselkurse soll der Umsatz des Konzerns im Gesamtjahr nunmehr um etwa 12 % bis 15 % steigen. Nach der bisherigen Prognose wurde ein Wachstum von etwa 9 % bis 12 % erwartet. Für die underlying EBITDA-Marge wird unverändert eine Steigerung von etwa 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreswert von 25,1 % erwartet.

Für das Jahr 2018 plant Sartorius weiterhin Investitionen in Höhe von etwa 15 % des Umsatzes.

Mit Blick auf die Finanzlage dürfte der dynamische Verschuldungsgrad zum Ende des laufenden Jahres, wie bislang erwartet, leicht unterhalb des Vorjahreswertes von 2,5 liegen. Mögliche weitere Akquisitionen sind dabei nicht berücksichtigt.

Sparten

Für die Sparte Bioprocess Solutions erhöht die Unternehmensleitung aufgrund der über den Erwartungen liegenden Wachstumsdynamik ihre Umsatzprognose von bisher etwa 8 % bis 11 % auf etwa 12 % bis 15 %. Die underlying EBITDA-Marge soll weiterhin um etwa einen halben Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahreswert von 28,0 % steigen.

Für die Sparte Lab Products & Services bleibt der Ausblick unverändert. Unter der Annahme eines insgesamt stabilen konjunkturellen Umfelds wird ein Umsatzzuwachs von etwa 12 % bis 15 % erwartet. Die underlying EBITDA-Marge soll um etwa einen Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert von 18,0 % steigen.

Alle Prognosen sind auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere zwischen dem US-Dollar und dem Euro, sind diese Angaben im Verlauf des Jahres ggf. zu überprüfen.

Nachtragsbericht

Nach dem 30. Juni 2018 sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.