Zwischenlagebericht

Wirtschafts- und Branchenbericht

Die Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitgehend unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist.

Wirtschaftswachstum verliert an Schwung

Die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft hat sich im ersten Quartal 2019 (letzte verfügbare Daten der OECD) abgeschwächt.

Vor allem in den europäischen Kernmärkten von Sartorius lagen die Wachstumsraten unter den entsprechenden Vorjahreswerten. Während der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland bei schätzungsweise 0,7 % lag (Vorjahr: 2,1 %), expandierte die französische Volkswirtschaft um 1,2 % (Vorjahr: 2,4 %). In Italien blieb die Wirtschaftsleistung in etwa auf dem Vorjahresniveau, Großbritannien verzeichnete eine Beschleunigung des Wachstums auf 1,8 % (Vorjahr: 1,2 %). Das BIP der gesamten Europäischen Union legte um 1,5 % zu (Vorjahr: 2,4 %).

Die weltgrößte Volkswirtschaft USA konnte im ersten Quartal 2019 weiter deutlich wachsen. Trotz des andauernden Handelsstreits mit China belief sich das Plus auf 3,2 % (Vorjahr: 2,6 %).

Im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum verringerte sich das Expansionstempo hingegen etwas. In China betrug das Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal 6,4 % (Vorjahr: 6,8 %). Indien verzeichnete ein Zuwachs von 6,0 % (Vorjahr: 7,8 %). Signifikante Umsatzanteile erzielt Sartorius zudem in Südkorea und Japan. Während das südkoreanische BIP um 1,8 % zulegte (Vorjahr: 2,8 %), betrug der Anstieg in Japan 0,8 % (Vorjahr: 1,4 %).

Quellen: OECD: Quarterly National Accounts, Juni 2019.

Anhaltend positive Branchenentwicklung

Zu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Zudem gehören Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung von Sartorius aus.

Der weltweite Pharmamarkt erzielte laut Angaben des internationalen Marktforschungsinstitutes IQVIA in den vergangenen fünf Jahren ein durchschnittliches Wachstum von rund 6 % pro Jahr. Innerhalb des Pharmamarktes wächst das Segment für biotechnologisch hergestellte Arzneimittel und Impfstoffe überproportional. Das Marktvolumen belief sich 2018 auf rund 217 Mrd. €, rund 8 % bis 9 % mehr als im Vorjahr. Die steigende Bedeutung und Akzeptanz biopharmazeutischer Wirkstoffe spiegelt sich in einem wachsenden Umsatzanteil am Weltpharmamarkt sowie den Entwicklungsaktivitäten der Pharmaindustrie wider. So liegt der Anteil biopharmazeutischer Präparate an der F&E-Pipeline bei über 40 %.

Das Marktwachstum für Biopharmazeutika hängt grundsätzlich stärker von mittel- bis langfristigen Trends als von kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Wesentlicher Treiber für den weltweiten Ausbau der Biopharma-Produktionskapazitäten ist der steigende Medikamentenbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung sowie der im Durchschnitt alternden Bevölkerung in den Industrieländern. Zudem führen höhere Einkommen in den Schwellenländern zu einem verbesserten Zugang zu Gesundheitsleistungen. Wachstumsimpulse gehen darüber hinaus von der Entwicklung und Zulassung neuer Biopharmaka aus, zu denen auch immer mehr Wirkstoffe für die Behandlung seltener, bislang nicht therapierbarer Erkrankungen gehören. Fortschritte wurden zuletzt etwa im Bereich Zell- und Gentherapien erzielt. Auch Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Originalpräparaten, deren Patentschutz ausläuft, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für den Biotechnologiemarkt.

Die Nachfrage nach Laborinstrumenten und verbrauchsmaterialien kommt außer aus der biopharmazeutischen und pharmazeutischen Industrie aus der öffentlichen Forschung sowie aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche.

Der weltweite Labormarkt legte im vergangenen Jahr nach Angaben von Frost & Sullivan um etwa 3,6 % auf 39 Mrd. € zu. Während Europa einen Zuwachs von 2,4 % verzeichnete, konnte der größte Markt für Laborprodukte, die USA, um 4,2 % wachsen. Deutliche Wachstumsimpulse gingen erneut von asiatischen Ländern wie China und Indien aus, in denen der Labormarkt überdurchschnittlich um 7,0 % bzw. 8,2 % expandierte. Makroökonomische Indikatoren für das erste Halbjahr 2019 legen nahe, dass sich das Wachstum des Labormarkts im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verlangsamt haben dürfte.

Quellen: IQVIA Institute: The Global Use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023, Januar 2019; EvaluatePharma: World Preview 2019, Outlook to 2025; Juni 2019; Frost & Sullivan: 2018 Annual Report, Mai 2018; BioPlan: 15th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2018; Daedal Research: Global Biologics Market: Size, Trends & Forecasts, Februar 2018.

Geschäftsentwicklung Konzern

  • Deutliches Wachstum bei Umsatz, Auftragseingang und Ertrag
  • Bioprocess Solutions mit hoher Wachstumsdynamik, moderate Entwicklung der Laborsparte
  • Prognose für das Jahr 2019 angehoben

Sartorius mit zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Auftragseingang

Sartorius ist im ersten Halbjahr 2019 dynamisch gewachsen: Auf Basis konstanter Wechselkurse stieg der Konzernumsatz um 15,9 % auf 894,7 Mio. €; die nominale Steigerung belief sich auf 18,0 %. Der Auftragseingang erhöhte sich mit einem Plus von wechselkursbereinigt 18,7 % auf 974,3 Mio. € noch etwas stärker (nominal wuchs er um 20,7 %). Das Wachstum wurde vollständig organisch erzielt und ist überwiegend auf eine sehr starke Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions zurückzuführen. Der Umsatzanstieg der Laborsparte fiel moderater aus, da sich das schwächere konjunkturelle Umfeld hier insbesondere zum Ende des zweiten Quartals dämpfend auf die Nachfrage auswirkte.

Umsatz und Auftragseingang
in Mio. € 6 Mon.
2019
6 Mon.
2018
Δ in %
nominal
Δ in %
wb1)
Umsatz 894,7 758,4 18,0 15,9
Auftragseingang 974,3 807,6 20,7 18,7

1) Wechselkursbereinigt

Regional hat Sartorius seine Umsätze in allen Geschäftsregionen zweistellig gesteigert. In der mit einem Anteil von rund 41 % umsatzstärksten Region EMEA stiegen die Erlöse um wechselkursbereinigt 11,4 % auf 362,0 Mio. € (nominal + 11,6 %).

Die Region Amerika, auf die etwa 34 % des Konzernumsatzes entfiel, verbuchte gegenüber einer bereits guten Vorjahresbasis einen kräftigen Zuwachs von wechselkursbereinigt 18,9 % auf 308,2 Mio. € (nominal + 23,5 %).

1 ) Wechselkursbereinigt

2 ) Nach Sitz des Kunden

Die höchste Dynamik zeigte die Region Asien | Pazifik, die rund 25 % des Konzernumsatzes ausmachte. Die Erlöse erhöhten sich wechselkursbereinigt um 19,9 % auf 224,5 Mio. € (nominal + 21,8 %).

Underlying EBITDA steigt überproportional

Der Sartorius Konzern verwendet als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (underlying EBITDA).

Sartorius steigerte sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2019 überproportional. Das underlying EBITDA erhöhte sich um 25,4 % von 189,5 Mio. € auf 237,6 Mio. €, die entsprechende Marge lag mit 26,6 % ebenfalls über dem Vorjahreswert von 25,0 %. Etwa ein Prozentpunkt dieses Anstiegs entfiel erwartungsgemäß auf den im Jahr 2019 erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge Konzern
in Mio. € 6 Mon.
2019
6 Mon.
2018
Δ
in %
Underlying EBITDA 237,6 189,5 25,4
Underlying EBITDA-Marge 26,6 25,0

Inklusive Sondereffekten in Höhe von –10,6 Mio. € (Vorjahr: –13,9 Mio. €) und Abschreibungen lag das EBIT des Konzerns bei 166,6 Mio. € gegenüber 123,3 Mio. € im Vorjahr. Die Sondereffekte ergaben sich überwiegend aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende Projekte, unter anderem die Einführung von IT-Systemen sowie im Zusammenhang mit der Integration von Akquisitionen der Vorjahre. Die EBIT-Marge stieg trotz höherer Abschreibungen auf 18,6 % (Vorjahr: 16,3 %).

Das Finanzergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf –9,9 Mio. € nach –11,0 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf Bewertungseinflüsse aus Fremdwährungsverbindlichkeiten und Sicherungsgeschäften zurückzuführen.

Das Periodenergebnis der ersten 6 Monate 2019 stieg signifikant um 39,5 % auf 114,4 Mio. € (Vorjahr: 82,0 Mio. €). Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter belief sich auf 82,3 Mio. € nach 57,3 Mio. € im Vergleichszeitraum. Auf Minderheitenanteile entfielen 32,1 Mio. € (Vorjahr: 24,7 Mio. €). Die Steuerquote des Sartorius Konzerns blieb konstant bei 27,0 %.

Maßgebliches Periodenergebnis deutlich über Vorjahr

Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende, bereinigte Periodenergebnis erhöhte sich um 27,3 % von 79,8 Mio. € auf 101,5 Mio. €. Es ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses, jeweils einschließlich entsprechender Steueranteile. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie lag bei 1,48 € (Vorjahr: 1,16 €) bzw. je Vorzugsaktie bei 1,49 € (Vorjahr: 1,17 €).

in Mio. € 6 Mon. 2019 6 Mon. 2018
EBIT 166,6 123,3
Sondereffekte 10,6 13,9
Amortisation 17,1 18,4
Normalisiertes Finanzergebnis1) –7,7 –8,3
Normalisierter Steueraufwand (2019: 27 %, 2018: 27 %)2) –50,4 –39,8
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern 136,2 107,5
Nicht beherrschende Anteile –34,7 –27,8
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern und nach nicht beherrschenden Anteilen 101,5 79,8
Bereinigtes Ergebnis je Aktie    
je Stammaktie in €
1,48 1,16
je Vorzugsaktie in €
1,49 1,17

1) Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften und periodenfremde Aufwendungen und Erträge

2) Steueraufwand unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Konzernsteuersatzes, basierend auf dem bereinigten Ergebnis vor Steuern

Operativer Cashflow deutlich erhöht

Sartorius hat seinen Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres gesteigert. Er belief sich auf 165,1 Mio. € gegenüber 92,0 Mio. € im Vorjahr, was einer Erhöhung von 79,6 % entspricht. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Ergebnisanstieg zurückzuführen.

Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit stiegen in der Berichtsperiode um 19,1 % auf –116,0 Mio. €. Investitionen entfielen unter anderem auf die Konsolidierung und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen. Am Standort in Yauco investierte Sartorius in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten für Filter und Einwegbeutel. Im Berichtszeitraum wurden an beiden Standorten neue Produktionsgebäude fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz lag im ersten Halbjahr im Rahmen der Erwartungen bei 12,8 % gegenüber 13,2 % im Vorjahr.1)

1) Seit 2019 basiert die Berechnung der Investitionsausgaben auf dem Cashflow anstelle der Bilanz; angepasste Investitionsquote: 13,1 % H1 2018 bzw. 14,9 % Gesamtjahr 2018.

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern weiter auf robustem Niveau

Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 30. Juni 2019 auf 2.716,6 Mio. € und lag damit 189,7 Mio. € über dem Wert vom 31. Dezember 2018 (2.526,9 Mio. €). Der Anstieg ist größtenteils auf höhere Sachanlagen, auf wachstumsbedingt höhere Vorratsbestände und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf den im Jahr 2019 erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16 zurückzuführen.

Das Eigenkapital des Sartorius Konzerns erhöhte sich in der Berichtsperiode von 973,4 Mio. € zum 31. Dezember 2018 auf 1.020,3 Mio. €. Mit 37,6 % war die Eigenkapitalquote weiterhin sehr solide (31. Dezember 2018: 38,5 %). Der leichte Rückgang ergibt sich aus der durch IFRS 16 resultierenden Bilanzverlängerung.

Während die Bruttoverschuldung von 1.004,6 Mio. € zum 31. Dezember 2018 auf 1.090,4 Mio. € stieg, lag die Nettoverschuldung zum Ende des Berichtszeitraums bei 1.036,6 Mio. € (31. Dezember 2018: 959,5 Mio. €).

Der dynamische Verschuldungsgrad, das heißt der Quotient aus Nettoverschuldung zu underlying EBITDA, verringerte sich zum 30. Juni 2019 leicht auf 2,3 nach 2,4 zum Jahresende 2018.

Anzahl der Beschäftigten erhöht

Der Sartorius Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2019 weltweit insgesamt 8.711 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum 31. Dezember 2018 hat sich die Beschäftigtenzahl damit um 586 Personen bzw. rund 7,2 % erhöht. Regional betrachtet verzeichnete die Region Amerika mit einem Zuwachs von 19,7 % auf 1.513 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den größten Zuwachs. Die Anzahl der Beschäftigten in EMEA erhöhte sich in der Berichtsperiode um rund 4,6 % auf 5.965. In Asien | Pazifik beschäftigte Sartorius zum Ende der Berichtsperiode 1.233 Personen (31. Dezember 2018: 1.159).

Geschäftsentwicklung Sparten

Bioprocess Solutions-Sparte expandiert dynamisch

Die Sparte Bioprocess Solutions erzielte im ersten Halbjahr 2019 in einem weiterhin sehr positiven Marktumfeld deutlich zweistellige Zuwachsraten. Durch eine hohe Nachfrage sowohl nach Einwegtechnologien als auch Equipment legte der Spartenumsatz wechselkursbereinigt um 20,7 % auf 676,6 Mio. € zu (nominal 22,9 %). Die starke Dynamik zu Jahresbeginn hat sich somit im zweiten Quartal fortgesetzt.

Der Auftragseingang entwickelte sich im ersten Halbjahr 2019 ebenfalls sehr positiv. Die Bestellungen stiegen stärker als der Spartenumsatz um wechselkursbereinigt 23,4 % auf 746,4 Mio. € (nominal + 25,5 %). Hervorzuheben sind hier ein sehr dynamisches Projektgeschäft und eine außerordentlich positive Entwicklung in Asien | Pazifik.

Regional zeigte sich EMEA mit einer Umsatzsteigerung von 15,2 % wachstumsstark. Amerika konnte gegenüber einer guten Vorjahresbasis mit einem Erlösanstieg von 22,0 % erneut kräftig zulegen. Noch stärker stiegen die Umsätze in der Region Asien | Pazifik, wo das Plus bei 28,9 % lag. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung wechselkursbereinigt).

Bioprocess Solutions
in Mio. € 6 Mon.
2019
6 Mon.
2018
Δ in %
nominal
Δ in %
wb1)
Umsatzerlöse 676,6 550,3 22,9 20,7
– EMEA2) 264,7 229,5 15,3 15,2
– Amerika2) 248,5 195,8 26,9 22,0
– Asien | Pazifik2) 163,4 125,1 30,7 28,9
Auftragseingang 746,4 594,6 25,5 23,4

1) Wechselkursbereinigt

2) Nach Sitz des Kunden

Der operative Ertrag der Sparte erhöhte sich überproportional um 28,8 % auf 198,3 Mio. Euro. Die entsprechende Marge stieg aufgrund von Skaleneffekten und als Folge der Änderung einer Bilanzierungsregel (IFRS 16) sowie trotz eines höheren Anteils von Projektgeschäft auf 29,3 % nach 28,0 % in der Vorjahresperiode.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
Bioprocess Solutions
in Mio. € 6 Mon.
2019
6 Mon.
2018
Δ
in %
Underlying EBITDA 198,3 153,9 28,8
Underlying EBITDA-Marge in % 29,3 28,0

Lab Products & Services mit moderatem Wachstum

Die Sparte Lab Products & Services steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2019 gegenüber einer starken Vorjahresbasis um 3,2 % auf 218,1 Mio. € (nominal + 4,8 %). Der Umsatzanstieg der Laborsparte fiel etwas moderater als ursprünglich erwartet aus, da sich das schwächere konjunkturelle Umfeld dämpfend auf die Nachfrage auswirkte. Insbesondere das Ende des zweiten Quartals verlief nicht zufriedenstellend.

Der Auftragseingang stieg hingegen mit einem Plus von wechselkursbereinigt 5,4 % robust auf 228,0 Mio. € (nominal + 7,0 %).

Lab Products & Services
in Mio. € 6 Mon.
2019
6 Mon.
2018
Δ in %
nominal
Δ in %
wb1)
Umsatzerlöse 218,1 208,1 4,8 3,2
– EMEA2) 97,3 94,9 2,5 2,2
– Amerika2) 59,7 53,9 10,9 7,5
– Asien | Pazifik2) 61,1 59,3 3,0 1,0
Auftragseingang 228,0 213,0 7,0 5,4

1) Wechselkursbereinigt

2) Nach Sitz des Kunden

Die Regionen EMEA und Asien | Pazifik zeigten aufgrund der oben genannten Effekte ein verhaltenes Wachstum von 2,2 % bzw. 1,0 %. In der Region Amerika stiegen die Umsätze gegenüber einer hohen Vorjahresbasis um 7,5 %. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung wechselkursbereinigt).

Der operative Ertrag der Sparte Lab Products & Services erhöhte sich aufgrund von Skaleneffekten sowie als Folge der Änderung einer Bilanzierungsregel (IFRS 16) in den ersten sechs Monaten 2019 um 10,9 % auf 39,4 Mio. €. Die Ergebnismarge verbesserte sich auf 18,1 % nach 17,1 % im ersten Halbjahr 2018.

Underlying EBITDA und EBITDA-Marge
Lab Products & Services
in Mio. € 6 Mon.
2019
6 Mon.
2018
Δ
in %
Underlying EBITDA 39,4 35,5 10,9
Underlying EBITDA-Marge in % 18,1 17,1

Chancen- und Risikobericht

Die Chancen- und Risikosituation des Sartorius Konzerns hat sich seit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2018 nicht wesentlich verändert. Daher wird an dieser Stelle auf die ausführliche Beschreibung der Chancen und Risiken sowie des Risikomanagementsystems des Sartorius Konzerns auf den Seiten 54 ff. und 67 ff. des Geschäftsberichts 2018 verwiesen.

Prognosebericht

Weltwirtschaft mit moderaterem Wachstum

Nach dem jahrelangen globalen Wirtschaftsaufschwung hat sich die konjunkturelle Dynamik in der zweiten Jahreshälfte 2018 in wichtigen Wirtschaftsregionen wie Europa und China abgekühlt. Die moderatere Entwicklung dürfte sich nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr fortsetzen. In seiner jüngsten Prognose vom April 2019 geht das Forschungsinstitut von einer Verlangsamung des globalen Wachstums auf 3,3 % aus (Vorjahr: 3,6 %). Risiken für das globale Wirtschaftswachstum ergeben sich aus einer Ausweitung der internationalen Handelsauseinandersetzungen und eines zunehmenden Protektionismus. Negative Auswirkungen hätte auch ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Für die Europäische Union erwartet der IWF 2019 ein Wachstum von 1,6 % (Vorjahr: 2,1 %). Insbesondere in der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland sollte sich das Expansionstempo mit 0,8 % (Vorjahr: 1,5 %) verlangsamen. Während die Wirtschaftsleistung in Frankreich um 1,3 % (Vorjahr: 1,5 %) zulegen dürfte, wird für Großbritannien ein Plus von 1,2 % (Vorjahr: 1,4 %) prognostiziert.

Nachdem der US-amerikanische Markt im vergangenen Jahr entgegen dem globalen Trend eine Wachstumsbeschleunigung verzeichnete, könnte sich diese Entwicklung 2019 nach Angaben des IWF umkehren. Das BIP soll im Vorjahresvergleich mit 2,3 % (Vorjahr: 2,9 %) schwächer steigen, da sich unter anderem die höheren US-Zinsen sowie die auslaufenden positiven Effekte der Steuersenkung wachstumsdämpfend auswirkten.

Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum dürfte in diesem Jahr um rund 5,4 % zulegen. Der erwartete Anstieg bewegt sich damit in etwa auf dem Vorjahresniveau und ist insbesondere auf die Expansion der indischen Wirtschaft zurückzuführen. Das Wachstum schätzt der IWF hier auf 7,3 % (Vorjahr: 7,1 %). Auch China bleibt trotz einer Verlangsamung auf 6,3 % (Vorjahr: 6,6 %) weiterhin ein Wachstumsmotor der Region. In Südkorea wird mit einem konjunkturellen Zuwachs von 2,6 % (Vorjahr: 2,7 %) gerechnet, während das japanische BIP um 1,0 % (Vorjahr: 0,8 %) zulegen soll.

Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook, April 2019.

Weiterhin positives Branchenumfeld

Die im Geschäftsbericht 2018 auf den Seiten 63 – 64 dargestellten Trends, die die Entwicklung des Sartorius Konzerns beeinflussen, haben insgesamt unverändert Bestand.

Für den weltweiten Pharmamarkt wird in der Periode 2019 bis 2023 nach jüngsten Schätzungen mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3 % bis 6 % pro Jahr gerechnet. Für das Teilsegment Biopharma erwarten Marktbeobachter vor dem Hintergrund einer weltweit steigenden Nachfrage weiter überproportionale Zuwächse von durchschnittlich rund etwa 8 % bis 9 % pro Jahr. Wachstumsimpulse gehen auch von der höheren Marktdurchdringung bereits zugelassener Biopharmazeutika, der Erweiterung ihrer Indikationsgebiete sowie starker Forschungs- und Entwicklungspipelines aus.

Die weltweite Nachfrage nach Laborprodukten dürfte sich laut Frost & Sullivan in den nächsten Jahren weiter positiv entwickeln. So wurde für das Jahr 2019 ein Zuwachs von 3,2 % prognostiziert. Während für den US-Markt mit einem Wachstum von 3,5 % gerechnet wurde, gingen die Experten in Europa von einem Anstieg um 2,0 % aus. Makroökonomische und politische Unsicherheiten im ersten Halbjahr 2019 stellen allerdings ein global erhöhtes Risiko für diese Entwicklung dar.

Quellen: IQVIA Institute: The Global Use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023, Januar 2019; EvaluatePharma: World Preview 2019, Outlook to 2025; Juni 2019; Frost & Sullivan: 2018 Mid-year Report, Mai 2018; BioPlan: 15th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2018; Daedal Research: Global Biologics Market: Size, Trends & Forecasts, Februar 2018.

Prognose für das Geschäftsjahr 2019 angehoben

Vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2019 hebt die Unternehmensleitung ihre Prognose für den Konzern an und modifiziert die Spartenprognosen wie folgt:

Konzern

Auf Basis konstanter Wechselkurse soll der Umsatz des Konzerns im Gesamtjahr nunmehr um etwa 10 % bis 14 % steigen (bisherige Prognose: 7 % bis 11 %).

Bei der Profitabilität rechnet die Unternehmensleitung unverändert mit einem Anstieg der underlying EBITDA-Marge auf etwas über 27,0 %, wobei die operative Steigerung etwa einen halben Prozentpunkt betragen sollte und der übrige Anstieg aus Änderungen einer Bilanzierungsregel resultieren wird.1)

Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote dürfte nach wie vor mit rund 12 % unter dem Wert von 2018 liegen (Vorjahr: 15,2 %).2)

Mit Blick auf die Finanzlage geht das Management weiterhin von einer weiteren leichten Verringerung des dynamischen Verschuldungsgrads zum Ende des Geschäftsjahres 2019 aus. Zum Jahresende 2018 lag dieser bei 2,4.

Sparten

Für die Sparte Bioprocess Solutions erhöht die Unternehmensleitung aufgrund der über den Erwartungen liegenden Wachstumsdynamik ihre Umsatzprognose von bisher etwa 8 % bis 12 % auf etwa 13 % bis 17 %. Bei der underlying EBITDA-Marge geht das Management unverändert von einem Anstieg auf etwas mehr als 29,5 % im Vergleich zum Vorjahreswert von 28,6 % aus. Dabei sollte der operative Anteil der Steigerung etwa einen halben Prozentpunkt betragen.1)

Für die Sparte Lab Products & Services erwartet das Management wegen wachsender konjunktureller Unsicherheiten nun das Erreichen des unteren Bereichs der Umsatzprognose von etwa 5 % bis 9 %. Die underlying EBITDA-Marge wird knapp unter 20 % erwartet (bisheriger Prognose: knapp über 20 %; Vorjahr 18,5 %), wobei der operative Anstieg etwa einen halben Prozentpunkt ausmachen soll.1)

Alle Angaben sind wechselkursbereinigt.

Ein ungeordneter Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und eine Verschärfung internationaler Handelskonflikte könnten trotz bereits getroffener Gegenmaßnahmen unsere Lieferketten in beiden Sparten in gewissem Maß beeinflussen, wobei eine zuverlässige Prognose hinsichtlich der möglichen Effekte zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben werden kann.

1) Der ab 2019 verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandard IFRS 16 regelt die Bilanzierung von Leasingverträgen. Im Ergebnis führt dies zum Ausweis von längerfristigen Leasingzahlungen als Abschreibungen und dementsprechend zu einem etwas höheren EBITDA.
2) Seit 2019 basiert die Berechnung der Investitionsausgaben auf dem Cashflow anstelle der Bilanz; angepasste Investitionsquote: 13,1 % H1 2018 bzw. 14,9 % Gesamtjahr 2018.

Nachtragsbericht

Nach dem 30. Juni 2019 sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.